Müller, Zidane, Presse: Alle feiern Kunstschützen Kroos

Maximilian Lotz
Sport1

Der historischen Dimension war sich Toni Kroos wohl nicht bewusst, schließlich blieb ihm bei seiner direkt verwandelten Ecke in der spanischen Supercopa gar keine Zeit zum Nachdenken.

Gedankenschnell reagierte der Mittelfeldstratege von Real Madrid in der 15. Minute, als er sah, dass Valencia-Torhüter Jaume Doménech noch an der Fünfmeterraumgrenze seine Abwehr ordnete. Nur einen Schritt Anlauf benötigte Kroos für seinen präzisen Schlenzer von der Eckfahne über Doménech hinweg zur 1:0-Führung für Real.


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Presse feiert "historisches Tor von Kroos"

"Ein historisches Tor von Kroos, das um die Welt gehen wird", schrieb die AS nach dem 3:1-Erfolg Reals im Supercopa-Halbfinale.

Die spanische Presse feierte das "gol olímpico", das "olympische Tor" des 30-Jährigen überschwänglich.

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Der Ursprung dieses Begriffs liegt fast 100 Jahre zurück. Die FIFA erlaubte erst ab der Saison 1924/25 Tore per direkt verwandelter Ecke.

"Gol olímpico" von Kroos

Bei den Olympischen Spielen 1924 wurden allerdings zwei Eckballtore des Uruguayers Héctor Scarones noch aberkannt. Erst im Oktober desselben Jahres erzielte der Argentinier Cesáreo Onzari in einem Freundschaftsspiel gegen Uruguay das erste Eckballtor in einem internationalen Spiel und prägte damit in Südamerika die Bezeichnung "gol olímpico".

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"Bravo, was für ein Tor", schwärmte Kroos' früherer Nationalmannschaftskollege Thomas Müller via Twitter. Real-Trainer Zinédine Zidane nannte es einfach einen "Geniestreich von Toni Kroos".


Der Nationalspieler ebnete mit seinem Führungstor den Königlichen den Weg zu einem letztlich ungefährdeten Sieg und führte Real damit ins Supercopa-Finale am Sonntag gegen Atlético Madrid oder den FC Barcelona (Supercopa-Halbfinale: FC Barcelona – Atlético Madrid, ab 20 Uhr im LIVETICKER).

Kroos als Teil eines geglückten Experiments

Zugleich war Kroos auch ein Teil eines geglückten Experiments: Zidane bot - auch aufgrund der Ausfälle von Karim Benzema und Gareth Bale - fünf Mittelfeldspieler auf. Davon trugen sich neben Kroos auch noch Isco und Luka Modric in die Torschützenliste ein.

"Es fehlte uns bei fünf Mittelfeldspielern vielleicht etwas die Tiefe, aber wir hatten die Kontrolle über den Ball", meinte Casemiro. "Es war ein Test und wir haben gezeigt, dass wir auch so gegen einen schweren Gegner bestehen können."

Ansonsten muss es eben wieder Schlitzohr Kroos richten.

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