Machtkampf auf Schalke: Anderbrügge und Co. gehen auf Vereinsführung zu

SID
·Lesedauer: 2 Min.
Machtkampf auf Schalke: Anderbrügge und Co. gehen auf Vereinsführung zu
Machtkampf auf Schalke: Anderbrügge und Co. gehen auf Vereinsführung zu

Im Machtkampf beim Fußball-Bundesligisten Schalke 04 geht die Interessengruppe um Eurofighter Ingo Anderbrügge auf die Vereinsführung zu. "Es geht nicht um persönliche Eitelkeiten", sagte Ulrich Paetzel, Vorstandvorsitzender der Emschergenossenschaft, als Sprecher in einer Presserunde für ausgewählte Journalisten am Mittwoch laut WAZ und kündigte ein Gespräch mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Jens Buchta an: "Wir bieten unsere Hilfe an."

Die Gruppe von etwa 20 Personen aus dem Sport, der Politik und Wirtschaft hatte an den Schalker Vereinsgremien vorbei Kontakt zu Ralf Rangnick aufgenommen, um ihn als Sportvorstand für den Neuaufbau nach dem kaum noch zu vermeidenden Abstieg zu gewinnen. Buchta hatte den zunächst geheimen Strippenziehern "vereinsschädigendes" Verhalten vorgeworfen und von "gezielt initiierten" Presseberichten gesprochen.

Der Gruppe gehören neben Anderbrügge, der 1997 mit Schalke den UEFA-Cup gewann und von den Fans in die Jahrhundertelf gewählt wurde, und Paetzel ehemalige Schalker wie der frühere Nachwuchschef Bodo Menze oder der Ex-Mannschaftsarzt Dr. Armin Langhorst an, aber auch mehrere Sponsoren des Klubs.

Nachdem die Mitglieder zunächst anonym bleiben wollten, stellten sie sich am Mittwoch in Essen in kleiner Runde vor. "In unserer Gruppe gibt es keine Scheichs, Heuschrecken oder Finanzinvestoren", betonte Paetzel. Der ehemalige Aufsichtsratschef Clemens Tönnies sei nicht dabei. "Wir brauchen ein starkes Schalke", sagte Anderbrügge.

Dem Wunschkandidaten Rangnick, der Schalke schon zweimal als Trainer betreute (2004/05 und 2011), sei in den Gesprächen ein konkretes Budget zugesagt worden. Eine sofortige Ausgliederung der Profiabteilung zur Finanzierung sei nicht geplant. "Wir müssen verschieden Konzepte offen diskutieren", forderte Paetzel.

Schalke steht als abgeschlagener Tabellenletzter mit 240 Millionen Euro Schulden vor einem schwierigen Neuanfang in der zweiten Liga. Nach der Trennung von Jochen Schneider ist der Posten des Sportvorstands vakant, die Planungen für die nächste Saison leitet interimistisch Nachwuchschef Peter Knäbel. Auf der Suche nach dem Schneider-Nachfolger hatte der Aufsichtsrat offenbar den Leipziger Sportchef Markus Krösche auf dem Zettel. Der erklärte nach dem Wirbel um Rangnick am Wochenende aber, dass er nicht zur Verfügung stehe.