Mainz bekommt offenbar seinen Wunschtrainer

Christopher Michel
·Lesedauer: 3 Min.

Der FSV Mainz 05 hat offenbar seinen Wunschtrainer gefunden.

Nach Informationen der Allgemeinen Zeitung wird Bo Svensson die Trainerposten bei den Rheinhessen übernehmen. Demnach habe man sich mit Svenssons aktuellem Arbeitgeber FC Liefering auf eine Ablöse von 1,5 Millionen Euro geeinigt.

SPORT1 hatte bereits am 22. Dezember gemeldet, dass der frühere FSV-Profi der Wunschkandidat der Rheinhessen ist.

Derzeit wird die Mannschaft noch von Interimscoach Jan Siewert auf die Saison-Fortsetzung bei den Bayern vorbereitet. Jan-Moritz Lichte war zuvor nach sechs Punkten aus elf Bundesligapartien und dem Pokal-Aus gegen den VfL Bochum nicht mehr zu halten.

Die Verantwortlichen machten einen Cut, der neue Sportdirektor Martin Schmidt nannte auf Nachfrage von SPORT1 das Motto: "Vorwärts zu den Wurzeln!" Übersetzt: Ein modernes, an den Profifußball angepasstes Mainz 05, das trotzdem den Begriff "Karnevalsverein" nicht ganz aus dem Auge verlieren sollte. Ein "Weiter so" mit dem loyalen, aber erfolglosen Lichte war daher nicht mehr möglich.

Schmidt erklärt, was Mainz-Trainer auszeichnen sollte

Neben Svensson und Schmidt steht vor allem der zweite Rückkehrer Christian Heidel für genau die in Mainz geforderten Eigenschaften wie Leidenschaft, Nahbarkeit und Familiarität.

Als bei der Präsentationskonferenz des neuen Führungsduos der Ex-Profi als möglicher Kandidat fiel, umschiffte Schmidt diesen Namen geschickt. Doch die von ihm auf SPORT1-Nachfrage erfolgte Beschreibung passte haargenau auf den Dänen: "Mein Ziel ist es, einen Trainer zu installieren, der das spielen lässt, was Mainz auszeichnet."

Genauer übersetzt lautet dieses Mantra: Nach dem Ball jagen, Pressing spielen, Tempofußball anwenden und Umschaltfußball praktizieren. Schmidt kennt die in Mainz geforderten Tugenden, der neue Sportdirektor lebt diese als früherer Coach des Vereins vor.

Svensson bringt genau diese Eigenschaften mit. Der Däne war sieben Jahre Profi bei Mainz 05, anschließend ging er die ersten Schritte im Jugendbereich der Rheinhessen und wechselte im Sommer 2019 nach Österreich zum FC Liefering, der Zweitvertretung des RB Salzburg. Dort entwickelt sich der ehemalige Profi immer weiter, Heidel sah schon früh in ihm einen zukünftigen Champions-League-Trainer. (SERVICE: Bundesliga-Spielplan)

Svensson bringt mit, was zu Mainz passt

Manfred Pamminger, Geschäftsführer von Svenssons aktuellem Klub Liefering, lobte gegenüber SPORT1: "Unser Trainer hat sich sehr gut entwickelt in den letzten Monaten. Bo schafft es neben seinen fachlichen Qualitäten, ein Klima in und um die Mannschaft herzustellen, in dem sich sowohl Spieler als auch Mitarbeiter entwickeln können und wollen."

Eine Eigenschaft war beim aktuellen Tabellenzweiten der 2. Liga dabei von ganz besonderer Bedeutung: "Er versteht es, die Spieler mitzunehmen, sie zu einem richtigen Team zu machen, was in unserer Multi-Kulti-Mannschaft mit Spielern aus unterschiedlichsten Nationen und mit unterschiedlichsten Sprachen oft nicht einfach ist."

In Mainz gilt es nun 14 verschiedene Nationen unter einen Hut zu bekommen – wie in Liefering auch. Ein Faustpfand beim Kampf und den Klassenerhalt! (SERVICE: Bundesliga-Tabelle)

"Wir wollen uns gegen alle Widrigkeiten wehren. Der Trainer ist klar der Chef im Verein und wir stehen hinter ihm", kündigte Schmidt an. Es ist die Vertrauensbasis, die ein in diesem Business noch neuer Coach wie Svensson benötigt. Auch der Abstieg in die 2. Liga mit anschließendem Neuaufbau wäre bei den 05ern realistischerweise einkalkuliert.