Maldonado: Teamkollege Bottas hat ihn "gar nicht beeindruckt"

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Als Valtteri Bottas 2013 mit Williams in die Formel 1 kam, war sein Teamkollege ein gewisser Pastor Maldonado. Der Venezolaner fuhr bereits seit 2011 für das Traditionsteam und hatte 2012 überraschend den Großen Preis von Spanien gewinnen können. Im Podcast 'Beyond The Grid' erinnert sich Maldonado an das gemeinsame Jahr zurück - und findet dabei nicht nur freundliche Worte.

Auf die Frage, was ihn damals an Rookie Bottas am meisten beeindruckt habe, antwortet er: "Ehrlich gesagt hat er mich gar nicht beeindruckt." Der Finne sei damals vom Team "stark gepusht" worden. "Er hat sich gut geschlagen, und ich sage nicht, dass er schlecht war. Er war schnell, motiviert und hat seinen Job gut gemacht", so Maldonado. "Aber alle Leute hatten mehr von ihm erwartet."

Bottas punktete in seiner Debütsaison nur ein einziges Mal. Beim vorletzten Saisonrennen in Austin wurde er Achter. Das reichte aber, um Maldonado in der WM mit 4:1 Punkten zu schlagen. "Ehrlicherweise muss man sagen, dass wir damals kein Auto hatten, mit dem wir um irgendetwas kämpfen konnten", räumt auch Maldonado ein. Das änderte sich erst im folgenden Jahr.

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2014 wechselte Williams von Renault zu Mercedes und profitierte in den folgenden Jahren vom überlegenen Antrieb der Silberpfeile zu Beginn der Hybridära. 2014 stand Bottas sechsmal auf dem Podium. Da war Maldonado bereits nicht mehr da. Er fuhr 2014 und 2015 noch zwei Saisons für Lotus, ehe seine Zeit in der Formel 1 endete. Auf dem Podium stand er nach seinem Barcelona-Sieg nie wieder.

Doch auch Bottas spätere Zeit bei Williams hat den heute 34-Jährige nicht aus den Socken gehauen. "Ich denke, er ist ein sehr schneller Fahrer, aber er ist auch vorsichtig", sagt Maldonado und ergänzt: "Er geht nie ein großes Risiko ein. Es ist immer schwer, etwas über andere Fahrer zu sagen. Aber er wirkt so, als wäre er immer zufrieden - egal ob er Fünfter, Vierter, Zweiter wird."

Ihm fehle bei Bottas der Wille nach "mehr", erklärt Maldonado. "Ich mag seien Fahrtstil. Er ist sehr sauber, das muss ich ihm lassen", räumt er ein. Und aktuell bei Mercedes sei Bottas "manchmal sogar schneller" als Teamkollege Lewis Hamilton. Aber: "Aus irgendeinem Grund hat Hamilton immer einen Vorteil ihm gegenüber. Das liegt an der Herangehensweise", glaubt Maldonado.

"Ich sage nicht, dass er langsamer als Hamilton ist", stellt er klar. Trotzdem habe der Weltmeister die Nase im Rennen meistens vorne. "Ich wollte immer 100 Prozent abliefern und war nie zufrieden. Selbst wenn ich gewonnen habe, dann wollte ich den Zweiten überrunden", berichtet er von sich selbst. Bottas' Einstellung könne er daher nicht nachvollziehen. "Das geht gegen meine Prinzipien des Racings", zuckt er die Schultern.

Mit Bildmaterial von Williams.

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