Warum Mané eine Verletzung verheimlichte

Warum Mané eine Verletzung verheimlichte
Warum Mané eine Verletzung verheimlichte

Es ist der Transferkracher dieses Sommers - zumindest in Deutschland: Sadio Mané wechselt vom FC Liverpool zum Rekordmeister FC Bayern.

Am Dienstag soll der Senegalese in München landen und den Medizincheck durchlaufen, ehe er am Mittwoch in der Allianz Arena vorgestellt wird. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Dass Mané - ein Vollprofi mit einem einwandfreien Charakter - an die Spitze des europäischen Fußballs prescht, hat sich dabei früh abgezeichnet.

Mané hatte eine Verletzung verheimlicht

Olivier Perrin, Akademieleiter beim FC Metz, der ersten Profistation des Stürmers, erinnert sich an die ersten Wochen seines ehemaligen Schützlings und lobt dessen Mentalität im Gespräch mit SPORT1 in den höchsten Tönen.

Anfangs war Mané noch sehr zurückhaltend, kam „im Training bei den Übungen immer einen Schritt zu spät und machte immer wieder technische Fehler“, leitete Perrin ein und begab sich auf Ursachenforschung.

„Im Nachhinein haben wir rausgefunden, dass er eine Verletzung versteckt hat, weil er Angst hatte, dass er nach Senegal zurückgeschickt wird“, beschrieb Perrin den Grund für die kurzen Anlaufprobleme.

Mané litt damals unter Leistenbeschwerden, die sogar operativ behandelt werden mussten.

Bayern-Neuzugang startet durch

Das Ende der lange Zeit mysteriösen Verletzungssorgen war schließlich die Initialzündung einer großartigen Karriere. Schnell brillierte der Offensivspieler in der Akademie und wurde zu den Profis hochgezogen: „Er war dermaßen stark, dass er sich dort sehr schnell etablieren konnte.“

Manés großes Potenzial ging auch an Perrin nicht spurlos vorbei: „Mit dem Ball konnte er verrückte Sachen. In Eins-gegen-Eins-Situationen war er sehr reif und konnte sich locker durchsetzen. Technisch war er immer schon sehr begabt, aber ihm war das Spektakel wichtiger als die Tore.“

Gleichzeitig habe der 30-Jährige inzwischen einstige Schwächen ausgemerzt, wie beispielsweise sein früher ausbaufähiges Kopfballspiel: „Wenn ich ihn heute bei Liverpool sehe, bin ich verblüfft. Er erzielt ja ein Kopfballtreffer nach dem anderen.“

Mané „war ein Perfektionist“

Vor allem Manés Einstellung und Einsatzbereitschaft haben in Metz nachhaltig Eindruck hinterlassen. „Er wollte sich ständig verbessern, er gab sich nie zu schnell zufrieden. Er war ein Perfektionist“, schwärmte Perrin. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

„Wenn er mal eine schlechte Leistung abgeliefert hatte, hat er uns gefragt, ob er sich sein Spiel auf Video ansehen könnte, um es zu analysieren und bei der darauffolgenden Partie dieselben Fehler zu vermeiden. Er stellte sich immer wieder in Frage, was wenig Profis tun“, sagte Perrin und zog einen Vergleich zur akribischen Arbeit von Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo.

Neben gezielten Urlaubsplanungen war Mané bei der Ernährung seinen Teamkollegen ebenfalls immer einen Schritt voraus, hat nichts dem Zufall überlassen und fungierte laut Perrin trotzdem als Stimmungsmacher: „Als Typ war er eine Bereicherung in der Kabine. Er war stets gut gelaunt und großzügig.“ (ÜBERSICHT: Die fixen Transfers aller Bundesliga-Klubs)

Perrins Fazit über Mané dürfte den Anhängern des deutschen Rekordmeister ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern: „Die Bayern werden viel Spaß an ihm haben, auf sowie neben den Platz.“

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