Marc Surer sicher: Lewis Hamilton fährt auch 2021 für Mercedes

Christian Nimmervoll
·Lesedauer: 2 Min.

Formel-1-Experte Marc Surer glaubt nicht daran, dass Lewis Hamilton seine Karriere Ende 2020 beenden wird. Das erklärt der ehemalige Grand-Prix-Pilot in einem Video-Interview auf den YouTube-Kanälen unserer Schwesterportale Motorsport-Total.com und Formel1.de und relativiert damit Medienberichte, die nach dem Rennen in Imola für Wirbel gesorgt hatten.

"Dass er jetzt aufhört, würde ich nicht verstehen", sagt Surer. "So motiviert, wie er fährt, so perfekt, wie er fährt - du hörst nicht auf, wenn du noch so drin bist. Du hörst auf, wenn du anfängst zu überlegen: 'Was mache ich hier eigentlich?' Das macht er sicher nicht, denn er weiß ja, was er da macht: Er gewinnt Rennen!"

Die meisten Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Hamilton seinen Vertrag mit Mercedes demnächst verlängert. Auch auf Surer macht der 35-Jährige nicht den Eindruck, als sei er Formel-1-müde - ganz im Gegenteil: "Wie er jetzt fährt, das ist so beeindruckend. So jemand hört nicht auf!"

Zumal Hamilton, so attestieren es viele Experten, 2021 mit einem dann wahrscheinlich immer noch siegfähigen Mercedes seinen achten WM-Titel gewinnen und Michael Schumachers Rekord übertreffen kann. Ein Selbstläufer? "So sicher wäre ich da nicht", schränkt Surer ein.

Er glaubt: "Es gibt zwar nur wenig Änderungen im Reglement. Aber ich denke, Honda baut auch einen neuen Motor und will auch nochmal beweisen, dass sie's eigentlich können - und sich wahrscheinlich am liebsten mit einem Titel verabschieden. Wer weiß? Wenn's dann eng wird, dann kann auch plötzlich eben mal was schiefgehen, und dann ist die Überlegenheit weg."

Wie schnell das gehen kann, hat Hamilton 2016 schon einmal erlebt, als in Malaysia sein Motor geplatzt ist und am Ende Nico Rosberg Weltmeister war. "Sonst hätte er jetzt schon sieben [Titel]", rechnet Surer vor. "Von dem her muss man sagen: Um so eine Erfolgsserie fortzusetzen, braucht's weiterhin viel Glück."

Und Hamilton "hat auch viel Glück", hält Surer fest und verweist zum Beispiel auf das Rennen in Imola, wo der Mercedes-Star zunächst an dritter Stelle lag, dann aber genau während seines Boxenstopps Schützenhilfe durch ein virtuelles Safety-Car erhielt und den Grand Prix der Emilia-Romagna so locker gewinnen konnte.

Dass der bald siebenmalige Weltmeister im Spätherbst seiner Karriere noch einmal das Team wechselt, glaubt unser Experte nicht: "Das kann er sich nicht antun. Was Sebastian Vettel gemacht hat, ist ja sicherlich eine gute Warnung für ihn. Dass man nicht einfach in ein anderes Team geht und wieder Weltmeister werden kann. Ich glaube, so intelligent ist er."

Übrigens: Das ganze Interview mit Marc Surer (55 Minuten) gibt's in ungekürzter Fassung als "Starting-Grid"-Podcast, bei iTunes oder direkt bei unserem Kooperationspartner meinsportpodcast.de. Weitere Videoclips aus dem Podcast erscheinen in den nächsten Tagen auf den YouTube-Channels von Motorsport-Total.com und Formel1.de.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.