Mattia Binotto fehlt in Istanbul: Ferrari erwartet "kein einfaches Wochenende"

Maria Reyer
·Lesedauer: 2 Min.

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto wird am Rennwochenende der Türkei nicht vor Ort in Istanbul anwesend sein. Der Italiener wird das Team von der Fabrik in Maranello aus leiten. Was bedeutet das für die Mannschaft? Wie wird Ferrari auf das Fernbleiben reagieren?

Binotto hat bereits vor einer Weile darüber gesprochen, dass er bei manchen Rennen in dieser Saison nicht mehr präsent sein werde. Der Teamchef wolle damit ausprobieren, wie machbar es sei, die Mannschaft aus der Ferne zu managen.

Ferrari-Sportdirektor Laurent Mekies hat vor dem Grand Prix der Türkei nun bestätigt, dass Binotto vor Ort fehlen werde. "Mattia hat seine Rolle immer sehr innovativ ausgelegt", so Mekies. Binotto habe eine flexible Arbeitsmethode entwickelt, um Prioritäten effizient setzen zu können.

Um das Team dennoch weiterhin anleiten zu können, werde der Italiener von neuester Telekommunikation Gebrauch machen, "sodass seine Stimme und sein Input sehr laut und deutlich für jeden [hörbar] sein wird." Binotto ist nicht der erste Teamchef, der nicht bei allen Rennen vor Ort ist.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat den Grand Prix von Brasilien im Vorjahr ausgelassen, um ebenso auszuprobieren, wie sich seine Abwesenheit auswirkt. Hintergedanke dabei: Der Formel-1-Kalender wächst immer weiter, 2021 sollen bereits 23 Rennen gefahren werden.

Daher experimentieren die Teamchefs mit neuen Formen der Zusammenarbeit, um in Zukunft nicht mehr zu allen Rennen anreisen zu müssen. "Man muss eine Balance zwischen den Aufgaben an der Rennstrecke und der Fabrik finden", erklärte Binotto bereits in Imola.

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Glenn Dunbar / Motorsport Images

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Die Arbeit in der Fabrik sei sehr wichtig, da dort das Auto des nächsten Jahres entwickelt werde. "Ich werde nicht mehr zu allen Rennen fahren. Schon 2020 überlege ich, ein paar Rennen auszulassen gegen Saisonende, beginnend mit der Türkei."

Das sei aber vor allem "eine Eventualität" für das kommende Jahr. Zwar sei das Rennergebnis auf der Strecke wichtig, gleichzeitig aber auch das Management des gesamten Teams, so Binotto. In der Türkei erwartet seine Mannschaft "kein einfaches Wochenende", ergänzt Mekies.

Dennoch hat er Hoffnung, denn "die Hackordnung hinter den Top-3-Piloten war immer sehr knapp in dieser Saison und eine Kleinigkeit kann den Unterschied ausmachen, ob man um einen Platz in der zweiten Reihe oder um die Q2-Hürde kämpft."

Das Hauptziel, dass der Sportdirektor für das Rennen in der Türkei ausgibt, ist klar: "Wir wollen den kleinen Fortschritt, den wir in den vergangenen Rennen gesehen haben, bestätigen und wenn möglich den Abstand zu unseren Konkurrenten in der Konstrukteurs-WM verringern."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.