Mattia Binotto: Ferrari hat Carlos Sainz nicht als Nummer 2 geholt

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Hat Ferrari Carlos Sainz als Wasserträger von Charles Leclerc verpflichtet? Mehrere Formel-1-Experten gehen zumindest davon aus. Sowohl Ex-Pilot Martin Brundle als auch der ehemalige Teamchef Flavio Briatore äußerten sich bereits in dieser Richtung. Sainz selbst betont dagegen, nicht als Nummer 2 bei der Scuderia angeheuert zu haben.

Rückendeckung erhält er nun von seinem zukünftigen Teamchef Mattia Binotto. Gegenüber der spanischen 'Marca' antwortet dieser auf die Frage, ob es bei Ferrari in Zukunft einen Nummer-1- und einen Nummer-2-Fahrer geben werde, mit einem klaren "Nein" und erklärt: "Das Wichtigste ist es, zwei gute Fahrer zu haben. Der Teamgeist ist wichtig."

"Es muss klar sein, dass Ferrari an erster Stelle steht. Auf der Strecke wird sich entscheiden, wer Erster und wer Zweiter wird. So war das schon immer, selbst zu Michael Schumachers Zeiten", betont er und berichtet: "Er hat jedes Jahr auf dem gleichen Level wie sein Teamkollege begonnen. Aber im dritten Rennen war dann klar, wer die Nummer 1 ist."

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Binotto: Sainz ein zukünftiger Weltmeister

Gleichzeitig stellt Binotto aber auch klar, dass er 2021 von Sainz noch nicht erwartet, sofort auf Augenhöhe mit Leclerc zu sein. "Ich denke, im ersten Jahr wird es schwieriger, weil er zunächst einmal das Auto und das Team kennenlernen muss", so Binotto, der allerdings daran erinnert, dass man Sainz deswegen auch einen langfristigen Vertrag gegeben habe.

"Wir würden uns freuen, wenn er [2021] wie Charles auf dem höchsten Level abliefert und Ferrari dabei hilft, das Ziel des Konstrukteurstitels zu erreichen", so Binotto, der allerdings weiß, dass Sainz etwas Zeit zur Eingewöhnung brauchen wird. "Aber ich bin mir sicher, dass er sehr schnell ist und irgendwann Weltmeister werden kann", so der Ferrari-Teamchef.

Auf die Frage, warum man gerade Sainz als Nachfolger von Sebastian Vettel verpflichtet habe, antwortet Binotto: "Es gab nicht nur eine Sache oder einen Grund. Zunächst einmal ist er ein junger Fahrer, und wir sind ein junges Team." Er lobt den Spanier und erklärt: "Er ist ein toller Arbeiter, intelligent, schnell und vor allem versteht er den Spirit von Ferrari."

Teamchef sieht kein Konfliktpotenzial

Zudem verrät er, dass man Leclerc zuvor auch über die Verpflichtung des Spaniers informiert und dessen Feedback eingeholt habe. "Charles ist ein Fahrer, auf den Ferrari in Zukunft zählt", betont Binotto. Er gibt auch dem Monegassen volle Rückendeckung und erklärt sogar: "Er kann der stärkste Fahrer in der Geschichte der Formel 1 werden."

Laut Binottos Aussage fahren 2021 also zwei potenzielle Weltmeister bei Ferrari. Gibt es da kein Konfliktpotenzial? "Ich denke nicht, dass es Probleme zwischen den beiden geben wird", gibt sich der Italiener ganz entspannt. Er sei sich bewusst, dass es sein Job sei, das zu verhindern. Das klappte 2019 zwischen Leclerc und Sebastian Vettel allerdings nicht immer.

Negativer Höhepunkt war ein Crash der beiden Ferrari-Piloten in Interlagos. "Was in Brasilien passiert ist, das war einfach Pech. So etwas kann im Rennen passieren", betont Binotto. Trotzdem wäre es ihm wohl lieber, wenn es zwischen Leclerc und Sainz in Zukunft keine ähnlichen Szenen geben wird.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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