Maverick Vinales: Start aus Boxengasse fix, aber droht Corona-Quarantäne?

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 3 Min.

Maverick Vinales wird den Grand Prix von Europa in Valencia von der Boxengasse aus starten müssen. Präzise gesagt, er darf am Ende der Boxengasse erst fünf Sekunden nachdem die Startampel das Rennen freigegeben hat losfahren. Auf den Spanier wartet somit bei seinem Heimrennen eine Aufholjagd.

Die Strafe wurde fällig, weil Yamaha den sechsten Motor ins Kontingent aufnehmen musste. In der verkürzten "Corona-Saison" sind nur fünf Triebwerke erlaubt. Für jedes weitere wird ein Start aus der Boxengasse notwendig. Sollte Vinales einen siebten Motor brauchen, gibt es wieder eine Strafe.

Zunächst wartete Yamaha ab, wie die FIM bezüglich der Untersuchung entscheiden würde und welche Strafe es gibt. Diese Entscheidung wurde Donnerstagabend bekannt gegeben (Alles zum Punkteabzug hier). Dann entschied sich Yamaha dazu, den sechsten Motor für Vinales einzusetzen.

Ihm sind schlichtweg die Motoren ausgegangen

"Seit Aragon sind mir die Motoren ausgegangen. Im zweiten Rennen dort hatte ich nur noch einen Motor mit hoher Laufleistung. Deswegen bin ich im Training weniger Runden gefahren. Wir sind im Prinzip die ganze Saison mit zwei Motoren gefahren."

"Ein Motor hatte schon leichte Schäden. Das wäre nicht sicher gewesen, denn der Motor hätte Öl verlieren können, was für andere Fahrer ein Problem darstellen könnte. Deswegen haben wir uns für einen neuen Motor entschieden. Sicherheit geht vor", sagt Vinales.

Bei seinem Heimrennen zeigt Vinales ein besonderes Helmdesign

Bei seinem Heimrennen zeigt Vinales ein besonderes Helmdesign<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Bei seinem Heimrennen zeigt Vinales ein besonderes HelmdesignMotorsport Images

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"Der frische Motor macht ansonsten keinen Unterschied, weil der Speed gleich ist. Wir werden es sehen. Das ist aber nicht unser Problem. Das Problem ist, dass wir nach Misano unser Level verloren haben. Es fehlt an Grip. Das Motorrad ist sehr schwierig zu fahren."

"Für meine WM-Chancen macht es das natürlich schwieriger, aber es kann alles passieren. Es ist natürlich nicht das beste Wochenende meines Lebens, aber es ist wie es ist. Vielleicht regnet es und ich kann ein episches Rennen fahren", hofft Vinales. Aber es droht noch ein anderes Szenario.

Crew-Mitglied positiv: Droht Corona-Quarantäne?

Eine Person aus seiner Crew hat einen positiven PCR-Test. Deshalb wurde auch Vinales nach dem Vormittagstraining erneut getestet. Yamaha wartet noch auf dieses Testergebnis. Ob das für den Spanier Konsequenzen hat, stand Freitagnachmittag noch nicht fest.

Sollte er selbst bei einem negativen Coronatest in Quarantäne müssen, würde er voraussichtlich beide Rennen in Valencia verpassen. Damit wären alle Titelhoffnungen endgültig begraben. Freitagnachmittag sagte Vinales dazu nur: "Ich weiß es wirklich nicht."

Yamaha wartet die Ergebnisse weiterer PCR-Tests ab

Yamaha wartet die Ergebnisse weiterer PCR-Tests ab<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Yamaha wartet die Ergebnisse weiterer PCR-Tests abMotorsport Images

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"Ich nehme die Maske nicht ab. Ich will nicht positiv werden, weil ich daheim sehr wichtige Menschen habe. Ich möchte das Virus nicht weitergeben. Deshalb will ich die maximalen Vorkehrungen treffen. Nach FT1 habe ich den PCR-Test gemacht. Wir warten auf das Ergebnis."

"Man kann sich vorstellen, wie wir uns fühlen. Jedes Jahr werfen wir die Chance auf den WM-Titel durch Fehler weg", bedauert Vinales. "Ich fühle mich sehr schlecht. Aber ich habe ein perfektes Leben, ich will nicht wütend sein. Ich will glücklich sein."

"Wenn ich in diesem Jahr nicht die Chance habe, dann wird sich die nächste Chance ergeben. Ich fahre noch zwei Jahre für Yamaha und wir können gemeinsam Großartiges schaffen. Ich möchte meine Motivation nicht verlieren. Natürlich ärgern wir uns, weil wir nicht unter den gleichen Voraussetzungen wie die anderen fahren, aber das ist unser Problem."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.