Max Verstappens Imola-Rennen: Was es mit "Modus 8" auf sich hat

Norman Fischer
·Lesedauer: 3 Min.

Was hat es mit diesem Modus 8 auf sich? Als Max Verstappen während des Formel-1-Rennens von Imola hinter Valtteri Bottas hing, sprach sein Renningenieur diesen an und fragte, was der Niederländer davon halten würde. Die Antwort war eindeutig: "Modus 8 ist der schlechteste überhaupt", funkte er zurück.

"Ja, er mochte Modus 8 nicht", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner im Anschluss an das Rennen bei 'Sky'. "Diese Motoren sind manchmal so sensibel und manchmal spüren die Piloten bei verschiedenen Motorenmodi eine gewisse Rauheit. Auf Modus 8 war er nicht besonders scharf. Also versuchen wir ihn in Zukunft zu vermeiden."

Letzten Endes kam Verstappen aber auch so an Bottas vorbei, nachdem dieser einen Fehler gemacht hatte. Bis dahin musste der Niederländer hinter dem etwas langsameren Mercedes-Piloten aber Geduld beweisen und zusehen, wie Lewis Hamilton mit deutlich besserem Tempo genügend Vorsprung für seinen Boxenstopp herausfahren konnte.

Verstappen im "Strategie-Sandwich"

Mercedes hatte Red Bulls frühen Boxenstopp mit einem eigenen Stopp des führenden Bottas gekontert, der Hamilton schließlich freie Fahrt ermöglichte. "Wir waren in einem Strategie-Sandwich", sagt Horner. Mercedes hatte die Möglichkeit, unterschiedliche Strategien zu fahren, um auf Red Bull zu reagieren. "Und wir konnten nicht beide covern", sagt der Teamchef.

Eigentlich hatte man vor, mit dem frühen Stopp Hamilton zu besiegen. Red Bull glaubte, dass Bottas auf frischen Reifen die notwendige Pace haben würde - hatte er aber nicht. Der Finne hatte sich ein Trümmerteil aufgefangen und deutlich an Performance verloren. "Seine Pace war nicht toll und er hat viele Fehler gemacht", ärgert sich Horner. "Das hat Lewis ermöglicht, in das Fenster zu kommen."

"Ich glaube, er hatte einen Schaden am Unterboden, also haben wir eine Menge Rundenzeit verloren", beschreibt Verstappen die Fahrt hinter Bottas aus seiner Sicht. Laut Horner war es daher umso wichtiger an Bottas vorbeizukommen. Und als er in der vorletzten Kurve erneut etwas zu weit rauskam, bot sich die Chance für Verstappen.

"Max hat ihn unter Druck gesetzt und einen Fehler bekommen", lobt Horner. "Valtteri hat in der Kurve einen kleinen Bremstest gemacht, sodass er ihm fast reingefahren wäre, aber er war geduldig genug, um ihn auf der Geraden mit DRS zu überholen", erzählt er weiter. "Und zu diesen Zeitpunkt sah alles ganz gut aus."

Und plötzlich macht es "boom" ...

Verstappen hatte alles im Griff, lag locker auf Rang zwei und hatte eine gute Pace. "Und plötzlich habe ich auf der Geraden das Auto verloren, weil ich einen Reifenschaden hatte", sagt Verstappen. Ich weiß nicht genau, was passiert ist, denn als ich schnell nachgeschaut habe, war am Auto nichts kaputt."

Bei Red Bull geht man aktuell davon aus, dass Verstappen über ein Trümmerteil gefahren sein muss. "Denn er hat gerade am Funk mit seinem Renningenieur gesprochen, als boom, der Reifen plötzlich explodierte", sagt Horner. "Das legt nahe, dass irgendetwas einen unmittelbaren Reifenschaden verursacht haben muss."

"Das ist echt schade", sagt Verstappen, der damit seinen Italien-Fluch weiter fortsetzt: In allen drei Italien-Rennen in diesem Jahr schied der Niederländer vorzeitig aus. "Ich weiß nicht, was Max in Italien gemacht hat, aber in diesem Jahr ist es nicht nett zu uns", so der Teamchef.

Damit steht auch fest: Beide Weltmeisterschaften sind endgültig rechnerisch nicht mehr möglich.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.