Ein NFL-Star kämpft um seine Zukunft

Manuel Habermeier
Sport1

Wohin geht die Karriere von Baker Mayfield?

Vor der NFL-Saison 2020 steht hinter dem Quarterback der Cleveland Browns ein großes Fragezeichen. Nachdem viele Experten im Draft 2018 Sam Darnold an Position eins erwartet hatten, wurde stattdessen Mayfield, der Heisman-Trophy-Sieger von 2017, mit viel Vorschusslorbeeren in Cleveland empfangen.


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Als Backup des angeschlagenen Starters Tyrod Taylor kam Mayfield dann im September 2018 gegen die New York Jets zu seinem NFL-Debüt - und Mayfield lieferte ab. Mit mehr als 200 Passing Yards führte er sein Team zum ersten Sieg seit 21 Monaten.

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Am Montag nach dem Spiel beförderte Coach Hue Jackson ihn direkt zum Starter und entfachte damit einen wahren Mayfield-Hype rund um das FirstEnergy Stadium. Dieser wurde noch zusätzlich angeheizt, da der gebürtige Texaner aus der einstigen Loser-Franchise quasi im Alleingang ein seriöses NFL-Team machte.

Mayfield-Hype und Talfahrt

Am Ende standen für Mayfield nach 13 Starteinsätzen sechs Siege zu Buche. 27 Touchdowns bei nur 14 Interceptions konnten sich dabei durchaus sehen lassen. Sein Saison-Highlight lieferte er in Woche zehn beim 28:16-Sieg bei den Atlanta Falcons ab. Am Ende stand er bei drei Touchdown-Pässen und einem Quarterback-Rating von 151,2 - dem besten Rating, das ein Rookie-Quarterback jemals in einem Spiel mit mindestens 20 Passversuchen abgeliefert hat.

Als Mayfield dann zur Saison 2019 auch noch Star-Receiver Odell Beckham Jr. zur Seite gestellt wurde, keimten bereits Titelträume in Cleveland. Die Saison sollte aber mehr als ernüchternd laufen. Mayfield warf satte 21 Interceptions - bei nur 22 Touchdowns.

Dazu sackte seine Passquote auf unter 60 Prozent ab. Zusätzlich zu seinem sportlichen Tief handelte er sich auch durch allerlei fragwürdige Aktionen und Kommentare neben dem Spielfeld Kritik ein. An Mayfield scheiden sich aber auch sportlich die Geister. Er will zu oft wie am College für Oklahoma improvisieren und braucht zu lange für seine Entscheidungen. Damit schadet er auch seiner Offensive Line.


Trotz allem soll er die Browns 2020 endlich aus ihrer sportlichen Tristesse befreien. Geht es nach dem ehemaligen NFL-Quarterback und heutigen ESPN-Experten Dan Orlovsky steht einem neuerlichen Mayfield-Höhenflug nichts im Wege.

Cleveland investiert in seinen Schutz

"Ich sage es nochmal: Mayfield wird eine riesen Saison abliefern", gab er per Twitter schon seinen Tipp ab. Für seine Prognose liefert er auch gleich Argumente.


Die Browns haben haben in der Offseason mit äußerst smarten Schachzügen gepunktet und die Schwächen des Teams behoben. Vor allem der Schutz ihres Quarterbacks war in der vergangenen Saison immer wieder ein Problem. Zu oft kollabierte die Pocket und brachte Mayfield unter Druck. Daher sicherten sich die Browns die Dienste von Free Agent Jack Conklin. Um den viel umworbenen Offensive Tackle zu bekommen, gaben sie dem 25-Jährigen einen Dreijahresvertrag mit 30 Millionen Dollar garantiert.

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Dazu angelten sie sich im Draft an Position zehn auch noch Offensive Tackle Jedrick Wills. Dass sich Cleveland auf einer weiteren Schwachstelle mit dem wahrscheinlich besten Spieler auf dieser Position im Draft verstärkt haben, zeigt, wie ernst es den Browns damit ist, Mayfield den nötigen Schutz zu geben. Zwar muss Wills von der rechten auf die linke Seite wechseln, trotzdem ist den Browns damit ein echter Coup gelungen.


Hooper als weitere Anlaufstelle

Aber nicht nur in den Schutz ihres Quarterbacks wurde investiert, auch die Passfänger wurden weiter aufgerüstet. Mit Austin Hooper gelang auf dem Free-Agent-Markt der nächste Coup. Mit einem Vertrag über vier Jahre und einem garantierten Einkommen von 10,5 Millionen Dollar avanciert der Tight End auf seiner Position zum Rekordverdiener.

Zusammen mit den Receivern Jarvis Landry und Odell Beckham Jr. sowie den Running Backs Nick Chubb und Kareem Hunt hat Mayfield nun zahlreiche Waffen in seinem Arsenal. Dazu bekommt er mit dem neuen Head Coach Kevin Stefanski einen Mann an die Seitenlinie, der mit seinem Offensiv-System gut zum Skill-Set Mayfields passen sollte.

Ähnlich wie 2019 ist der Hype groß. Mit den neuerlichen heftigen Investitionen in die Offense hat Mayfield nun keine Ausreden mehr. Dieses Team wird so weit kommen, wie der polarisierende Jungstar es führt.

Es geht um Mayfields Zukunft

Unabhängig vom Teamerfolg geht es für den jungen Quarterback auch um seine NFL-Zukunft. Nach seiner überragenden Rookie-Saison und den durchwachsenen Leistungen im vergangenen Jahr, stellt sich die Frage, welcher nun der wahre Mayfield ist? Der Super-Rookie von 2018 oder doch der Unsicherheitsfaktor von 2019?


Darüber werden sich auch die Browns Klarheit wünschen. Immerhin ist Mayfield nun in seinem dritten Vertragsjahr. Daher muss die Franchise bis Mai 2021, wenn Mayfield in sein viertes Vertragsjahr geht, entscheiden, ob sie die Option auf das fünfte Jahr ziehen oder den Vertrag auslaufen lassen.

Mayfield muss in diesem Jahr beweisen, ob er ein Franchise Quarterback sein kann und Super-Bowl-Potenzial besitzt - sonst könnte ihm und Cleveland ein böses Erwachen drohen.

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