Wie Mbappé in Frankreich zum Streitfall wird

Jonas Nohe
Sport1

Was macht Kylian Mbappé im Sommer?

Eine vermeintlich einfache Frage, die aktuell jedoch Frankreichs Fußballlandschaft in Atem hält - und für Ärger zu sorgen droht.

Denn: Wie Frankreichs Verbandspräsident Noel Le Graet am Montag der L'Équipe verriet, steht Mbappé im vorläufigen Olympia-Kader der Équipe Tricolore.

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Mbappé im vorläufigen Olympia-Kader

"Mbappé steht auf einer Liste von 80 Spielern für die Olympischen Spiele. Er darf vom Alter her dort spielen. Wie alle talentierten Spieler in seinem Alter steht er daher auf der Liste", erklärte Le Graet.


Allerdings gab er auch zu bedenken, dass die Verantwortlichen der Vereine den Olympia-Termin vom 24. Juli bis 9. August überwiegend nicht allzu sehr zu schätzen wüssten.

Am Dienstag folgte prompt der Dämpfer: Nach Informationen von L'Équipe hat Paris Saint-Germain bereits Ende der vergangenen Woche in einem Schreiben an den französischen Verband erklärt, Mbappé nicht für die Olympischen Spiele abstellen zu wollen.

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Da das olympische Fußballturnier kein Bestandteil des FIFA-Wettkampfkalenders ist, besteht für die Vereine generell keine Abstellungspflicht für ihre Spieler.

EM und Olympia mit Mbappé?

Es scheint also unwahrscheinlich, dass Mbappé tatsächlich in Japan für Frankreich aufläuft - zumal vom 12. Juni bis 12. Juli ja auch noch die Europameisterschaft ansteht, für die der 21-Jährige mit Sicherheit nominiert wird.

Was aber will Mbappé selbst? Der könnte sich offenbar sehr wohl vorstellen, beide Turniere zu spielen.

"Die Menschen hier sind sehr gastfreundlich, sehr sympathisch, und ich habe große Lust, so schnell wie möglich wiederzukommen", hatte der Offensivkünstler im vergangenen Jahr bei einem Sponsorentermin in Japan erklärt - und ergänzt: "Warum nicht im kommenden Jahr für die Olympischen Spiele? Ich habe immer gesagt, dass das ein Traum wäre."

Auch A-Nationaltrainer Didier Deschamps hätte grundsätzlich nichts gegen eine Olympia-Teilnahme seines Sturmjuwels einzuwenden.


Deschamps lässt Entscheidung offen

"Erst einmal ist die EM, und danach werden wir sehen. Ich bereite mich auf dieses Turnier vor, das ist alles", betonte Deschamps. Was danach passiere, "interessiert mich, aber es betrifft mich nicht persönlich".

Mbappé will, Deschamps wehrt sich nicht, U21-Nationaltrainer Sylvain Ripoll hätte ihn gerne dabei, der französische Verband sowieso - bleibt nur die Frage, ob sich mit PSG reden ließe.

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"Wenn ich mich in die Lage von PSG versetze, haben sie vielleicht nicht unbedingt Lust, dass er alle Wettbewerbe bestreitet. Aber ich denke nicht, dass sie sich verweigern würden", meinte Verbandspräsident Le Graet Mitte Februar in L'Équipe und prophezeite: "Von der Außenwirkung her wäre das kompliziert für sie."

Das letzte Wort im Streitfall Mbappé scheint noch nicht gesprochen.

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