Was McLaren-Rookie Norris überrascht hat: So wenig Zeit zu Hause!

Maria Reyer
motorsport.com

McLaren-Pilot Lando Norris und Williams-Fahrer George Russell haben ihr Debütjahr in der Formel 1 überstanden. Was hat die Rookies am meisten überrascht? "Wie wenig Zeit ich zu Hause verbringen konnte", antwortet der McLaren-Neuling schmunzelnd. Auch der Williams-Rookie wurde von der schnelllebigen Königsklasse ein wenig überrumpelt.

"Die größte Überraschung war, wie hektisch die Rennwochenenden zugehen", gibt Russell zu. Der Formel-2-Meister von 2018 habe nicht realisiert, wie viel hinter den Kulissen ablaufe. "Von der Presse angefangen über die Fans, die Autogramme wollen, und die Meetings mit dem Team. Das läuft den ganzen Tag so weiter."

Norris kam ebenso mit Russell aus der Nachwuchsserie in die Formel 1. Abgesehen von der wenigen Freizeit zu Hause habe ihn nichts großartig überrascht, meint der 20-Jährige. "Alles andere wurde mir bereits vorher gesagt, da gab es nichts Unerwartetes. Darauf war ich schon vorbereitet, daher gab es keine bösen Überraschungen."

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Der Rennstall habe ihm im Vorfeld geholfen, sich auf die Herausforderung einzustellen. "Natürlich gab es einige knifflige Dinge zu überstehen, aber das wusste ich bereits zuvor." Für 2020 stehen 22 Rennen auf dem Kalender, Norris wird demnach noch weniger Zeit in seiner Heimat verbringen können.

Doch die jungen Wilden lehnen die Kalenderexpansion nicht ab: "Ich genieße das. Ich bin jung und das ist eine fantastische Erfahrung, die ganze Welt zu bereisen und viele neue Orte kennenzulernen", kann Russell auch viele Vorteile seines Berufs erkennen.

Er kann aber auch seine älteren Kollegen verstehen, die so lange wie möglich bei den Familien bleiben. "Natürlich wird man mit der Zeit immer später von zu Hause wegfahren und so schnell wie möglich wieder zurückfliegen. Aber im Moment liebe ich diese Abenteuer."

Für ihre zweite Formel-1-Saison haben sich beide viel vorgenommen. "Ja, es gibt noch vieles, was ich verbessern kann. Was meinen Fahrstil betrifft, aber auch abseits von der Strecke, zum Beispiel mein Feedback und meine Arbeit in der Autoentwicklung", zählt Norris auf.

Er wolle sich noch eher einbringen, wenn es um Änderungen am Boliden geht. "Ich muss noch mehr fordern von den Ingenieuren und nicht nur darum bitten." Russell hat sich außerdem vorgenommen, all den Ablenkungen durch PR-Termine oder Autogramm-Sessions zu trotzen und seinen Fokus klar im Auge zu behalten.

"In den ersten Rennen wollte ich alles machen, um alle glücklich zu machen. Aber danach habe ich realisiert, wie zeitlich aufwändig und energieraubend das alles ist. Das wirkt sich dann womöglich auf den eigentlichen Fokus aus: Nämlich auf das Fahren."

"Wir sind schließlich hier, um Rennen zu fahren. Natürlich muss man all das mitmachen, aber wenn sich das auf deine mentale oder körperliche Verfassung auszuwirken beginnt, dann ist das natürlich nicht ideal", hat der Brite aus seinem Debütjahr gelernt.

Weitere Co-Autoren: Edd Straw. Mit Bildmaterial von LAT.

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