Heidel kehrt nach Mainz zurück - und bringt alten Bekannten mit

SPORT1
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Mainz statt Mallorca, Rettungsmission statt Rentnerdasein: Nach langem Zögern hat Christian Heidel die verzweifelten Hilferufe seines Heimatvereins FSV Mainz 05 offenbar erhört.

Nach SPORT1-Informationen kehrt der Ex-Manager aus seinem Domizil im Mittelmeer zum abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten zurück, die Bild hatte zuerst von der Einigung berichtet.

In seiner neuen Rolle als Sportvorstand hat Heidel auch schon die erste Entscheidung getroffen: Der frühere FSV-Coach Martin Schmidt soll ebenfalls sein Comeback feiern, diesmal allerdings nicht auf der Trainerbank, sondern in der sportlichen Leitung. (Tabelle der Bundesliga)

Auch die Beantwortung der Trainerfrage drängt allerdings. Schließlich steht am Dienstag der Trainingsstart nach den Feiertagen auf dem Programm.

Hofmann setzt auf A-Lösung Heidel

Ob die Mainzer schon im ersten Spiel des kommenden Jahres ein Erfolgserlebnis im Kampf gegen den Abstieg einfahren können, erscheint so oder so fraglich - am Sonntag (Bundesliga: FC Bayern - FSV Mainz 05 am Sonntag ab 18 Uhr im LIVETICKER) muss der Tabellenvorletzte bei Spitzenreiter Bayern München ran.

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Klubchef Stefan Hofmann war zuletzt bereits zuversichtlich, dass der gebürtige Mainzer Heidel die Bitte des am Boden liegenden FSV erhört. "Ich glaube, den Plan B brauchen wir nicht", hatte Hofmann kurz vor Heiligabend gesagt.

Seitdem wurde eifrig telefoniert und konferiert. Heidel sollte davon überzeugt werden, dass er trotz anderweitiger Pläne die Nachfolge seines am Dienstag zurückgetretenen Nachfolgers Rouven Schröder antritt.

Knüpft Mainz an alte Erfolge an?

Mit dieser Personalie will der FSV an die guten, alten Zeiten anknüpfen. Schließlich hat Heidel die Geschicke des Vereins rund ein Vierteljahrhundert erfolgreich bestimmt. Erst der mittlerweile 57-Jährige machte aus dem Provinzklub einen etablierten Erstligisten. Sein Händchen für Trainer wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel brachte Mainz nach oben.

Seit Heidels Abgang zu Schalke 04 im Jahr 2016, wo er als Sportvorstand trotz der Vize-Meisterschaft vor zweieinhalb Jahren am Ende scheiterte, konnte beim FSV niemand aus dem Schatten des früheren Machers treten.

Nun wollen sich die Rheinhessen, bei denen nicht erst seit dem Spielerstreik im September und dem Rauswurf von Trainer Achim Beierlorzer permanent Unruhe herrscht, wieder hinter ihrer einstigen Galionsfigur versammeln.

Lichte droht das Aus

Der frühere Autoverkäufer Heidel, der eigentlich nur noch im Hintergrund an der Gesamtstrategie des Vereins arbeiten wollte, soll das Heft des Handelns beim auch wirtschaftlich schwer angeschlagene FSV in die Hand nehmen und die Entscheidungen fällen. Das hat er mit Blick auf Schmidt rasch getan. Den Schweizer kennt Heidel gut. Schließlich war der 53-Jährige bei seinem Abschied aus Mainz noch FSV-Trainer.

Dass der derzeitige Coach Lichte im Amt bleibt, erscheint unwahrscheinlich. Der Nachfolger Beierlorzers hat aus elf Ligaspielen nur sechs Punkte geholt, dazu kam das Pokal-Aus gegen den Zweitligisten VfL Bochum am Mittwoch.

Nach knapp drei enttäuschenden Monaten in der Verantwortung könnte der offensichtlich überforderte Lichte, der von Schröder aus der Not heraus vom Beierlorzer-Assistenten zum Chef befördert worden war, wieder ins zweite Glied rücken. "Ich kann keine Ergebnisse schönreden", hatte der 40-Jährige nach der Niederlage gegen Bochum im Elfmeterschießen bereits vielsagend geäußert.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)