Medium-Reifen in Q3: Hamilton erklärt Mercedes' kuriose Reifenwahl

Norman Fischer
·Lesedauer: 2 Min.

Mercedes überraschte am Ende von Q3 in Portimao mit der Entscheidung, beide Piloten für den finalen Versuch auf den härteren Medium-Reifen herauszuschicken. Laut Lewis Hamilton hat das Team dabei den Fahrern die Entscheidung überlassen, mit welchen Reifen sie auf die Strecke gehen wollen.

Die erste Zeit in Q3 waren Hamilton und Teamkollege Valtteri Bottas noch auf den weicheren Soft-Reifen gefahren, doch entgegen der gängigen Praxis entschieden sich beide für den Medium-Reifen. Hamilton fuhr sogar noch etwas früher aus, um einen zweiten Versuch hinzulegen - die goldrichtige Entscheidung.

"Valtteri war das gesamte Wochenende über der Schnellste", sagt Hamilton, der sich auf seiner zweiten Runde um 0,102 Sekunden vor seinen Teamkollegen setzen konnte. "Ich wusste nicht, ob mir eine Runde gelingen würde, mit der ich mit ihm mithalten kann. Mir hat immer eine oder eine halbe Zehntelsekunde gefehlt, aber die letzte Entscheidung hat mir die Möglichkeit verschafft."

"Die Aussicht auf eine Extrarunde gefiel mir, also habe ich mich dafür entschieden. Und Valtteri ist nur eine Runde gefahren, aber er hat trotzdem eine tolle Leistung gezeigt", lobt Hamilton. "Es war sehr, sehr hart, und ich musste alles herausholen. Glücklicherweise habe ich den letzten Sektor genau hinbekommen."

Hamilton sagt, dass die Wahl für Medium-Reifen eigentlich gegen jede Intuition war, weil normalerweise der weiche Reifen auf eine Runde der schnellere ist. In Portimao aber hatten die Fahrer Probleme damit, den Reifen auf Temperatur zu bringen, sodass er nicht den üblichen Vorteil über den härteren Pneu bieten konnte.

Auch das Rennen werden die beiden Mercedes auf den Medium-Reifen angehen. "Ich schätze, es wird ein sehr schwieriges Rennen werden", blickt Hamilton voraus. "Vor allem der härtere Reifen funktioniert mehrere Runden lang nicht. Es wird daher zu Beginn interessant werden."

"Wir werden gegenüber Max und den Jungs dahinter auf Soft natürlich etwas Performance verlieren. Aber ich weiß wirklich nicht, was ich morgen erwarten kann. Es könnte regnen, und wenn das passiert, dann wird es für uns alle der härteste Tag werden. Wind und Regen - das wäre dann wirklich wie Eis."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.