Mega-Comeback rettet Price

Wie cool ist Gerwyn Price?

Beim World Grand Prix 2022 in Leicester feierte der Waliser einen 3:2-Erfolg gegen Joe Cullen und darf damit vom erneuten Finaleinzug beim einzigen Turnier im Double-in-Double-out-Modus träumen. Im vergangenen Jahr musste er sich im Endspiel Landsmann Jonny Clayton mit 1:5 geschlagen geben, der in diesem Jahr aber bereits ausgeschieden ist.

Auch an diesem Abend sah es zwischenzeitlich nicht gut für den „Iceman“ aus. Nach einem starken Beginn und der daraus resultierenden 1:0-Satzführung schien die aktuelle Nummer eins der PDC Order of Merit komplett den Faden verloren zu haben. (PDC Order of Merit: Aktuelle Weltrangliste im Darts)

  • „Checkout - Der Darts-Podcast powered by SPORT1″ - bei SPORT1, Spotify, Apple Podcast und überall, wo es Podcasts gibt

Fünf Legs in Folge konnte sein Kontrahent für sich entscheiden und legte so die Basis, um das Spiel zum 2:1 nach Sätzen zu drehen. Bezeichnend für diese Phase war das letzte Leg im dritten Satz. Beim Stand von 2:1 hatte Cullen die Möglichkeit mit 130-Rest auszuchecken. Zwar verpasste „The Rockstar“ dieses Highfinish, allerdings war Price zu diesem Zeitpunkt mit 281 Punkten noch weit entfernt vom Checkout.

Aber der „Iceman“ ließ sich von dieser Phase nicht unterkriegen und drehte nun seinerseits auf. Im ersten Leg des vierten Satzes standen beide bei 138 Rest. Sowohl Price als auch Cullen verpassten den Checkout. Aber schlussendlich holte sich der Waliser das Leg und jubelte lautstark auf der Bühne.

Es war wie eine Art Weckruf an sich selbst. Danach gab Price kein Leg mehr ab und flog durch die Sätze vier und fünf mit einem Drei-Dart-Average von jeweils 107,4 Punkten. Das Viertelfinal-Ticket war der verdiente Lohn für dieses Comeback.

Razma sorgt für die Überraschung

Madars Razma zog mit einem 3:1-Sieg gegen Daryl Gurney ins Viertelfinale ein und sorgte damit für den bislang größten Erfolg seiner Karriere. Der Lette legte einen Drei-Dart-Average von 92,40 Punkten hin - eine bärenstarke Quote für ein Turnier im Double-in-Modus. (NEWS: Alles Wichtige zum Darts)

Allein im vierten Satz stand er zwischenzeitlich bei über 104 Punkten. Dem konnte „Superchin“ an diesem Tag nicht viel entgegensetzen. Zwar startete der Nordire sensationell mit einem 110-Highfinish zum 1:0 im ersten Satz, dann kam allerdings nicht mehr viel.

Danach holte sich „Razmatazz“ sechs Legs in Folge und hatte mit der 2:0-Satzführung die Weichen früh auf Sieg gestellt.

Der „Smash“ jubelt nach Krimi

Gleich zu Beginn des Abends lieferten Martin Lukeman und Ross Smith dem Publikum einen echten Krimi, den Lukeman am Ende mit 3:2 für sich entscheiden konnte.

Beide Spieler, die sich in ihrer Karriere erst einmal gegenüberstanden (Sieg für Ross), überzeugen bislang in der Saison mit einem Drei-Dart-Average von 92,3 (Lukeman) und 93,2 Punkten (Smith). Und auch an diesem Abend zeigten „Smash“ und „Smudger“, dass sie ihre Pfeile beherrschen.

Ross zauberte gleich zehnmal (!) drei perfekte Darts für 180 Punkte ins Brett. Da konnte Lukeman mit lediglich zwei 180ern nicht mithalten, dafür löste er jedoch mit einem 124-Highfinish im vierten Satz zum 1:1-Legausgleich Jubel im Publikum aus.

Allerdings sorgte er im fünften Satz auch für einen Schmunzler. Beim Stand von 2:1 und 45-Rest warf er die Single-3 und verwarf dann zweimal auf die Doppel-16. Anscheinend hatte er im Kopf 35-Rest. Erst als Ross am Oche stand und via Doppel-1 auscheckte, bemerkte er seinen Fehler. Damit musste Lukeman im letzten Satz in den Decider.

Dort hatte der „Smash“ seine Nerven und Rechenkünste allerdings wieder unter Kontrolle und sicherte sich den Viertelfinaleinzug.

Komplettiert wurde der Abend vom Duell zwischen Nathan Aspinall und Danny Noppert. Dort hatte der Engländer das bessere Ende für sich und zog mit einem 3:2-Sieg in die nächste Runde ein.

Besonders bitter für Noppert: Der Niederländer verpasste im Decider des fünften Satzes zwölf Darts zum Double-in. Zu diesem Zeitpunkt war „The Asp“ schon auf der Siegerstraße.

Alle Spiele am Donnerstag im Überblick:

Martin Lukeman - Ross Smith 3:2 (2:3, 3:2, 3:0, 2:3, 3:2)

Daryl Gurney - Madars Razma 1:3 (1:3, 0:3, 3:1, 2:3)

Gerwyn Price - Joe Cullen 3:2 (3:1, 0:3, 1:3, 3:0, 3:0)

Nathan Aspinall - Danny Noppert 3:2 (2:3, 2:3, 3:1, 3:1, 3:2)