Bayern-Coup sorgt für Ärger

Franziska Wendler
·Lesedauer: 3 Min.
Bayern-Coup sorgt für Ärger
Bayern-Coup sorgt für Ärger

Auf diesen Moment haben die Basketball-Fans in Deutschland lange gewartet.

Zum ersten Mal in der Geschichte steht ein BBL-Team in den Playoffs der EuroLeague. Etliche Mannschaften hatten es über die Jahre versucht, scheiterten aber immer mehr oder weniger knapp. Nun ist es den Basketballern des FC Bayern gelungen – und wie.

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Am Donnerstagabend reichte ein dramatischer 71:70-Sieg gegen Zalgiris Kaunas zum Einzug in die Runde der besten Acht, weil zuvor Konkurrent Saski Baskonia dramatisch in der Overtime gegen Anadolu Efes Istanbul verloren hatte.

Vor dem letzten Gruppenspiel bei Spitzenreiter Barcelona können die Münchner auf Rang sechs nicht mehr von den Playoff-Plätzen verdrängt werden.

Trinchieri stolz auf den FC Bayern

Beim Team war die Begeisterung und Euphorie nach dem historischen Sieg grenzenlos. Manager Marko Pesic weinte Tränen der Freude, Trainer Trinchieri sagte: "Wir graben uns jedes Mal aus Löchern heraus – und sterben nie. Eventuell ist das unser Schicksal. Ich will nicht einen der Spieler ändern. So sind wir eben."

Auch die Presse überschlug sich vor Begeisterung über den einmaligen Erfolg der Münchner. "Bayern-Basketballer schreiben dank Drama-Sieg Geschichte", titelte die Bild. Der Spiegel zitierte den italienischen Head Coach und sprach von einem "dreckigen Dutzend", das Geschichte schreibt. (Tabellen der EuroLeague)

Im Netz regte sich trotz der bärenstarken EuroLeague-Saison der Münchner jedoch einmal mehr Kritik. Grund dafür war eine Entscheidung der Schiedsrichter. 3,2 Sekunden vor dem Ende lag der FCB mit einem Punkt in Rückstand.

Ballverlust von Baldwin erhitzt Gemüter

Dann erhitzt ein vermeintlicher Ballverlust von Bayern-Guard Wade Baldwin die Gemüter. Die Offiziellen sprachen den Ball den Münchnern zu, diverse Fans sehen aber zuletzt Baldwin am Ball und den Call der Referees damit als Fehler. Eine knappe Kiste.

In der Folge entschieden die Münchner das Spiel. Erst wurde Vladimir Lucic in der Ecke beim Wurf gefoult, die beiden fälligen Freiwürfe versenkte. Aus einem Punkt Rückstand wurde so eine Ein-Punkte-Führung. Im darauffolgenden Zalgiris-Angriff gelang Lucic dann ein Mega-Block, der FC Bayern gewann das Spiel.

"Referees, bitte erklärt, wie das passieren kann", war im Anschluss bei Twitter zu lesen. Ein anderer Fan schrieb: "Ich frage mich wirklich, warum die Schiedsrichter ständig die Bayern unterstützen. Wie lange wird die Unterstützung dieser Mannschaft durch die Schiedsrichter noch anhalten?"

Lobby in der EuroLeague?

Nicht das erste Mal, dass dem Team von Andrea Trinchieri in der laufenden EuroLeague-Saison Hilfe von offizieller Seite unterstellt wurde - vor allem in knappen Spielen. Erst vor zwei Wochen gab es gegen Anadolu Efes am Ende der Partie einen fragwürdigen Block.

Schon seit jeher ist in der europäischen Basketball-Königsklasse eine gewisse Lobby von Vorteil. Etwas, das ALBA Berlin oder Bamberg in ihren Glanzzeiten als Serienmeister nicht hatten, Klubs wie Real Madrid, Barcelona, Efes oder Moskau aber sehr wohl.

Und natürlich dürfte auch den EuroLeague-Verantwortlichen nicht entgangen sein, dass ein starker FC Bayern mit Sicherheit kein Nachteil ist, zumal das Team in den kommenden Wochen zum Anteilseigner werden, und damit fester Teilnehmer in der EuroLeague sein soll. Bislang hatten die Münchner lediglich eine Wildcard erhalten.

Trinchieri will Pool voller Rotwein trinken

Die Münchner müssen sich über derartige Unterstellungen von Fans im Netz aber mit Sicherheit keine Gedanken machen, zumal sie nicht dank irgendwelcher Schiedsrichter-Entscheidungen, sondern einer außergewöhnlichen Saison in den Playoffs stehen.

Eine Leistung, die Trainer Trinchieri ganz besonders feiern will. "Wir haben einen Traum verfolgt. Das ist riesengroß. Ich werde einen Pool voller Rotwein leer trinken", sagte er nach dem Zittersieg gegen Kaunas, um noch zu präzisieren: "Einen olympischen Pool."

Ein solcher umfasst ungefähr 2,5 Millionen Liter - ganz so viel dürfte es bei Trinchieri aber dann doch nicht geworden sein.