Mehr Sicherheit: Das ändert sich beim Online-Banking

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(Bild: Getty)
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Ab 14. September gelten neue Regeln der EU, die sollen mehr Sicherheit beim Online-Banking schaffen. Viele Kunden müssen sich auf Änderungen bei den Sicherheitsverfahren einstellen. Es wird sicherer, aber auch unbequemer und es können zusätzliche Kosten entstehen.

Viele Verbraucher bekommen derzeit Nachricht von ihren Banken. Hintergrund ist die zweite europäische Zahlungsdienstrichtlinie PSD2, die bei elektronischen Zahlungen mehr Sicherheit bringen soll. Ab 14. September gehören iTan-Listen auf Papier endgültig der Vergangenheit an. Viele Bankkunden müssen sich dann an neue Verfahren gewöhnen. Die sollen mehr Sicherheit beim Onlinebanking bringen und Betrügern das Leben schwer machen.

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Die Zeitschrift Finanztest hat Verfahren von 22 Kreditinstituten einmal genau unter die Lupe genommen und auch die Mehrkosten für die Kunden ermittelt. Ihr Fazit: Die neuen Verfahren sind tatsächlich sicherer, für viele Kunden werden die elektronischen Zahlungen aber weniger bequem.

Damit es für Banken und Kunden sicherer wird, elektronische Zahlungen abzuwickeln, wird mit der neuen Richtlinie die sogenannte Zwei-Faktor-Methode eingeführt. Die besagt, dass sich Kunden mit zwei dieser drei zu Wahl stehenden Merkmale identifizieren müssen: 1. Passwort oder PIN, 2. Handy das eine Tan empfängt oder ein Tan-Generator, 3. Biometrische Merkmale wie ein Fingerabdruck.

Smartphone ist keine Pflicht

Laut Finanztest bieten alle 22 befragten Banken auch ein Verfahren an, bei dem Kunden kein Smartphone brauchen. Allerdings sei es dann meist nötig, dass Verbraucher ein Zusatzgerät wie einen Tan-Generator kaufen müssen. Je nach Bank schlagen die zusätzlichen Geräte einmalig zwischen 9 Euro und 35 Euro zu Buche. Zusätzlich berechnen die Banken meist bis zu 9 Cent pro zugeschickter TAN.

Derzeit bieten die Banken sechs Verfahren zur Verifizierung an. Beim sogenannten ChipTan-Verfahren (auch Smart-Tan genannt) kaufen Kunden bei der Bank einen Generator, der mit Tastatur, Display und Lesegerät ausgestattet ist. In den wird zur Aktivierung die Bankkarte gesteckt. Wird beispielsweise eine Überweisung getätigt, erscheint auf der Internetseite ein blinkender Code, der vom Lesegerät direkt am Bildschirm erfasst wird. Anschließend generiert das Gerät eine TAN, die dann auf der Internetseite eingegeben werden muss.

Auch für die Verfahren BestSign und PhotoTan sind spezielle Geräte notwendig. BestSign ist ein spezielles Verfahren der Postbank. Das Gerät fordert über den heimischen PC einen Code per Post an.

PhotoTan dagegen scannt eine farbige Grafik vom Bildschirm und zeigt dann eine Tan an.

Ein Smartphone sowie eine entsprechende App ist für das QR-Tan-Verfahren notwendig. Damit wird dann vom Bildschirm ein QR-Code gelesen und so die Tan generiert.

Das AppTan-Verfahren (auch unter den Namen VR-SecureGo, EasyTan,Tan2Go, PushTan, Sparda-SecureApp bekannt) erfordert ebenfalls ein Smartphone und die entsprechende App der jeweiligen Bank. Über die passwortgeschützte App wird dann vom Kreditinstitut die Tan übermittelt. Und schließlich gibt es noch die Möglichkeit, Tans per SMS zu empfangen. Dafür ist keine zusätzliche App nötig, die Sicherheit der SMS-Tan wird von den Finanztest-Prüfern aber auch nur als „mittel“ eingestuft.

„Derzeit am sichersten für das Onlinebanking sind ChipTan, BestSign und PhotoTan – jeweils mit Lesegerät – und QR-Tan. Die meisten Banken bieten mehrere sichere Onlinebanking-Verfahren an. Wählen Sie das, mit dem Sie gut klarkommen“, raten die Finanztester.

Zudem sei es auch wichtig, den eigenen Computer stets aktuell zu halten und mit Firewall und Virenschutz auszurüsten. Außerdem raten die Experten zur Vorsicht: „Kommt Ihnen beim Onlinebanking etwas komisch vor, brechen Sie ab. Klicken Sie keine Links aus E-Mails unbekannter Absender an, öffnen Sie keine Dateianhänge.“

Den vollständigen Bericht von Finanztest zum Thema „Onlinebanking“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

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