Mehr als ein Weltrekord: Das bleibt von Eiskrieger Sigurdsson

Die Reaktionen auf das Karriereende sprechen für sich.

"Legende", "König", "GOAT" (Greatest Of All Time) - Worte von ehemaligen Mitspielern wie Handball-Star Nikola Karabatic, Trainern und Vereinen. Gudjon Valur Sigurdsson hat in seiner 25-jährigen Handball-Karriere offenbar einiges richtig gemacht.

Mit 40 Jahren ist inmitten der Coronakrise jetzt aber Schluss.

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Die Nummer neun der isländischen Nationalmannschaft auf dem Rücken und die Faust in die Luft gestreckt - mit diesem Foto muss der langjährige Bundesliga-Profi virtuell Abschied nehmen.

Mit PSG am Ende noch mal Corona-Meister

"Ich habe den Punkt in meiner Karriere erreicht, den alle Athleten letztendlich erreichen. Nach 25 Jahren im Aktivenbereich, 21 Jahren in der Nationalmannschaft, habe ich mich dazu entschieden aufzuhören", schrieb Sigurdsson auf Instagram.

Am Ende machte Corona ihn noch einmal zum Meister. Nach Abbruch der französischen Handball-Saison darf er mit seinem letzten Verein Paris Saint-Germain nochmal einen Titel feiern. Doch ein Corona-Titel ist nicht das, was von Sigurdsson bleibt.

Acht Meistertitel in Spanien, Island, Dänemark, Frankreich sowie mit dem THW Kiel und den Rhein-Neckar Löwen. Drei Pokalsiege, viermal Supercup-Sieger in Deutschland, 2005 der EHF-Cup-Triumph mit TUSEM Essen und zehn Jahre später der Champions-League-Titel mit dem FC Barcelona.

Mit Sigurdsson feierte die isländische Nationalmannschaft mit Olympia-Silber 2008 und EM-Bronze 2010 die bislang größten Erfolge.

Sigurdsson glückt bei EM Historisches

Historisches gelang dem Weltklasse-Handballer 2018 bei der EM. Der Linksaußen erzielte in seinem 343. Spiel im isländischen Trikot seinen Treffer Nummer 1798 - und wurde damit zum Spieler mit den meisten Länderspieltoren - Weltrekord.

Diese Leistung erarbeitete sich der "Eiskrieger", wie man ihn seit seiner Zeit beim VfL Gummersbach nannte, hart. Am Ende waren es 364 Länderspiele und 1875 Tore.

"Wenn man den Begriff Musterprofi verwenden will, ist er dafür prädestiniert", meinte Nationalspieler Hendrik Pekeler in der Süddeutschen Zeitung.

Nicht selten war Sigurdsson der Letzte, der den Kraftraum verließ. Sein Ex-Coach Nikolaj Jacobsen sagte einmal voller Bewunderung: "Ich glaube, die fressen auf Island Steine."

Sigurdsson blickt dankbar auf seine Karriere zurück: "Handball hat mir eine Welt eröffnet, von der nur wenige das Privileg hatten, sie zu erfahren. Was bleibt sind die Erinnerungen, süße wie bittere, und die Menschen, die ich auf diesem Weg getroffen habe."