Trotz 4:0-Gala: Wieso Klopp kurz vor Schluss noch tobte

SPORT1
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Der FC Liverpool hat seine Position als Spitzenreiter der Premier League mit einer beeindruckenden Leistung zementiert.

Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp setzte sich im Topspiel am Boxing Day bei Verfolger Leicester City mit 4:0 (1:0) durch. Für die Tore beim bisher höchsten Saisonsieg in der Liga sorgten Roberto Firmino (31. und 74. Spielminute), der eingewechselte James Milner (Handelfmeter, 71.) und Trent Alexander-Arnold (78.).


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Und doch war Klopp nicht restlos zufrieden, wie er nach dem Spiel bei Amazon Prime Video verriet.

Klopp hadert: "Wow, wie verrückt ist das!?"

"Es gibt so viele Dinge, an denen wir noch arbeiten müssen", betonte der deutsche Trainer. Besonders sauer aufgestoßen war Klopp die Art und Weise, wie sich seine Mannschaft mit der sicheren Führung im Rücken in den letzten Minuten des Spiels verhalten hatte.

"In den letzten zehn Minuten hat man zu diesem Zeitpunkt der Saison nicht oft die Situation, dass ein Spiel so gut wie entschieden ist. Beim 3:0 war es das, beim 4:0 dann zu 100 Prozent. Aber wir sind immer noch über den Platz gesprintet und ich habe nur gedacht: 'Wow, wie verrückt ist das!?'", haderte Klopp.

Deshalb habe er auch in den letzten Minuten immer wieder an der Seitenlinie herumgebrüllt, um seine Spieler dazu zu bringen, einfach nur noch den Ball zu halten. Schließlich steht für die Reds bereits am Sonntag - und damit keine 72 Stunden nach dem Spiel in Leicester - die nächste Partie an. (Premier League: FC Liverpool - Wolverhampton Wanderers ab 17.30 Uhr im LIVETICKER)


Nach der Gala im Spitzenspiel haben die Reds nach 18 Spieltagen unglaubliche 52 Punkte auf dem Konto, das zweitplatzierte Leicester liegt bereits 13 Zähler zurück - und Liverpool hat noch eine zusätzliche Partie in der Hinterhand (Tabelle der Premier League).

Trotzdem wollten die Liverpool-Stars von einer Vorentscheidung im Meisterrennen nichts wissen: "Wir sind immer noch nicht mal zur Hälfte durch die Saison", beschwichtigte Alexander-Arnold bei Sky.

Auch Klopp wollte noch nicht zu sehr jubeln, mit der Leistung in Leicester war er bei aller Kritik an der Schlussphase dann aber doch hochzufrieden. "Als wir angefangen haben, in der zweiten Halbzeit die Tore zu schießen, sind die Jungs geflogen", schwärmte der Liverpool-Coach und sprach von einem "sehr wichtigen Tag für uns". 

Firmino bringt Liverpool in Führung

Im Showdown bei den Foxes war der Champions-League-Sieger von Anfang an die tonangebende Mannschaft. Schon nach zwei Minuten kreuzte Sadio Mané gefährlich im Strafraum der Gastgeber auf, verpasste die Führung jedoch.

Weitere Topchancen von Mohamed Salah und Jordan Henderson folgten, blieben aber ebenso ungenutzt. So dauerte es bis zur 31. Minute, bis Firmino den verdienten Führungstreffer für die Reds per Kopf erzielte. Nach einer abgewehrten Ecke landete der Ball bei Alexander-Arnold, der den Stürmer mit einer mustergültigen Flanke aus dem Halbfeld bediente. 

Nur Sekunden später hätte Mané für die Vorentscheidung sorgen können, als er nach einem Fehler in der Hintermannschaft von Leicester unverhofft aus kurzer Distanz zum Abschluss kam. Doch der Angreifer vergab die Megachance leichtfertig.

Leicester findet kaum statt

Zur Halbzeit hatte Liverpool acht Schüsse abgefeuert - Leicester keinen einzigen. In Durchgang zwei änderte sich nichts an der Dominanz der Reds. Leicester fand keine Antwort auf das Pressing der Gäste und konnte fast nie für Entlastung sorgen. Leicester hatte seit April nicht mehr im heimischen King Power Stadium verloren, in dieser Saison setzte es erst fünf Gegentore - doch gegen Liverpool waren die Foxes chancenlos. 


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In der 54. Minute war Firmino ganz nah dran an seinem zweiten Tor, kurz zuvor vergab Salah aus aussichtsreicher Position. Die Chancenauswertung blieb lange das größte Manko bei der Machtdemonstration des haushohen Titelfavoriten. 

Für die Vorentscheidung sorgte der eingewechselte Milner nach einem berechtigten Elfmeter. Caglar Söyüncü hatte den Ball zuvor an die Hand bekommen. Wenig später war es erneut Firmino, der nach einer scharfen Flanke von Alexander-Arnold zum 3:0 erhöhte. Es war das wettbewerbsübergreifend 500. Liverpool-Tor in der Amtszeit von Jürgen Klopp.

Alexander-Arnold setzte den Schlusspunkt in einer einseitigen Partie nur vier Minuten später selbst und markierte das vierte Tor für die Reds.

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