Meistertitel vertagt! Bayern leidet

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Der FC Bayern vergibt beim Comeback von Robert Lewandowski den ersten Meisterschafts-Matchball. In Mainz wird der FCB in der ersten Halbzeit überrumpelt.

WOLFSBURG, GERMANY - APRIL 17: Coach Hansi Hans Flick of Bayern Muenchen reacts from the sidleline  during the Bundesliga match between VfL Wolfsburg and FC Bayern Muenchen at Volkswagen Arena on April 17, 2021 in Wolfsburg, Germany. Sporting stadiums around Germany remain under strict restrictions due to the Coronavirus Pandemic as Government social distancing laws prohibit fans inside venues resulting in games being played behind closed doors. (Photo by Stefan Matzke - sampics/Corbis via Getty Images)
Hansi Flick (Bild: Getty Images)

Entscheidung vertagt!

Der FC Bayern hat sich auf dem Weg zur neunten Meisterschaft in Serie einen unerwarteten Ausrutscher geleistet, trotz der verdienten 1:2 (0:2)-Pleite beim FSV Mainz 05 kann die Mannschaft von Trainer Hansi Flick aber am Sonntag auf dem Sofa Meister werden. 

Sollte Verfolger RB Leipzig gegen den VfB Stuttgart ebenfalls verlieren, wäre den Münchnern der 31. Titel der Vereinsgeschichte angesichts von zehn Punkten Vorsprung drei Spieltage vor Schluss nicht mehr zu nehmen. Selbst bei einem Remis der Leipziger wären die Titelchancen der Sachsen angesichts der deutlich schlechteren Tordifferenz nur noch theoretischer Natur.

Bayern-Keeper Neuer: "Niederlage trifft uns schwer"

Ginge es nach Manuel Neuer, würden die Bayern den Titel lieber selbst klarmachen, "weil wir uns nicht auf andere verlassen", meinte der Bayern-Keeper bei Sky. "Wir fahren jetzt erstmal runter. Diese Niederlage trifft uns schwer, aber das ist auch menschlich, so wie wir jetzt auch in den ganzen Wochen spielen mussten." Zum Spiel ergänzte Neuer: "Wir haben uns zu wenig Möglichkeiten herausgespielt und wurden für unsere Fehler bestraft."

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Die Mainzer befinden sich unter Bo Svensson derweil weiter im Aufwind, blieben zum siebten Mal in Folge ungeschlagen und haben mit nun 34 Punkten als Tabellenzwölfter beste Chancen auf den Klassenerhalt.

"Wir haben drei Punkte mehr, drei mehr, die wir nicht eingerechnet haben. Aber es sind nur fünf Punkte vor Köln, deswegen haben wir noch nichts erreicht", sagte Sportdirektor Martin Schmidt bei Sky.

Mainzer Blitzstart schockt die Bayern

Jonathan Burkardt (3.) und Robin Quaison (37.) bescherten den Mainzern eine völlig verdiente Halbzeitführung, die durchaus auch noch höher hätte ausfallen können. Rückkehrer Robert Lewandowski erzielte in der Nachspielzeit den Anschlusstreffer (90.+4), das 36. Saisontor des Polen kam aber zu spät. Zum "ewigen" Torrekord von Gerd Müller (40 Saisontore, 1971/72) fehlen ihm bei drei ausbleibenden Spielen nun noch vier Treffer.

Die Vorzeichen waren klar: Mit einem Sieg konnten sich die Bayern vorzeitig den zehnten Meistertitel in Serie sichern. "Wir wissen schon, dass wir den Sack zumachen können. Das ist unser Ziel", betonte Trainer Flick vor dem Spiel bei Sky. Die Hoffnungen ruhten dabei auf Toptorjäger Robert Lewandowski, der nach seiner Bänderdehnung im rechten Knie nach sechs verpassten Pflichtspielen sein Comeback feierte.

Doch auf dem Rasen legten die Mainzer los, als hätten sie die Schale vor Augen. Eine Flanke von Phillipp Mwene verlängerte David Alaba per Kopf unglücklich zu Burkardt, der Mainzer Angreifer zog zentral vor dem Tor aus der Drehung ab und düpierte damit Manuel Neuer, der nicht gut aussah (3.).

Und die Gastgeber spielten weiter furios nach vorne. Neuer lenkte einen abgefälschten Kopfball von Danny Latza an den Pfosten (10.), Robin Quaison scheiterte aus kurzer Distanz am klasse reagierenden Bayern-Keeper (16.), eine Flanke von Danny da Costa klatschte erneut ans Aluminium (18.) und bei einem Konter war Neuer gerade noch vor Quaison am Ball (21.).

Rückkehrer Lewandowski vergibt einzige Bayern-Chance in Hälfte eins

Und die Bayern? Die beste Möglichkeit im ersten Durchgang vergab Rückkehrer Lewandowski, der freistehend von der Strafraumgrenze deutlich verzog (15.). Ansonsten blieben die Angriffe der Gäste harmlos. Ein Fernschuss von Leroy Sané (24.) stellte Robin Zentner im Mainzer Tor vor keinerlei Probleme.

Die Mainzer blieben giftig und bissig in den Zweikämpfen. Nach einem heftigen Zusammenprall zwischen Burkardt und Joshua Kimmich (29.) im Mittelfeld holte sich der Mainzer Torschütze allerdings eine blutige Nase. Zwar hielt Burkardt noch bis zur Pause durch, blieb dann aber mit Verdacht auf Gehirnerschütterung in der Kabine.

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Die Bayern waren häufig einen Schritt zu spät dran, so auch Jérôme Boateng, der sich für ein Foul an Quaison am Strafraumeck die Gelbe Karte abholte (36.). Der anschließende Freistoß von Mwene führte zum zweiten Mainzer Tor. Quaison lief sich im Strafraum zwischen Alaba und Thomas Müller frei und köpfte wuchtig unter die Latte, Neuer konnte den Einschlag nicht mehr verhindern (37.).

Goretzka wandelt am Rande eines Platzverweises

Leon Goretzka hatte Glück, unmittelbar nach seiner Gelben Karte für ein hartes Einsteigen gegen Burkardt (41.) für ein zweites gelbwürdiges Foul an da Costa (43.) nicht die Ampelkarte gesehen zu haben.

Flick reagierte zur Pause mit einem Dreifach-Wechsel auf die dürftige Darbietung seiner Elf. Der gelb-rot-gefährdete Goretzka blieb ebenso draußen wie die wirkungslosen Sané und Kingsley Coman. Doch auch mit Tanguy Nianzou, Eric Maxim Choupo-Moting und Jamal Musiala änderte sich zunächst nichts am Spielstand. Die Partie wurde zunehmend zerfahrener. Anders als beim spektakulären 5:2 im Hinspiel, als die Münchner ebenfalls zur Pause 0:2 zurücklagen, gelang ihnen dieses Mal kein schnelles Anschlusstor.

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