"Zirkus": Stars wüten - wiederholt sich der schwärzeste NBA-Tag?

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"Zirkus": Stars wüten - wiederholt sich der schwärzeste NBA-Tag?
"Zirkus": Stars wüten - wiederholt sich der schwärzeste NBA-Tag?

Kevin Durant war trotz des Sieges außer sich!

"Fans müssen an einem gewissen Punkt erwachsen werden", wetterte der Star der Brooklyn Nets und ergänzte: "Ich weiß, dass Leute nach einem Jahr im Haus während einer Pandemie gestresst sind. Aber wenn man zu diesen Spielen kommt, muss man realisieren, dass wir Menschen sind. Wir sind keine Tiere, wir sind nicht im Zirkus." (Spielplan der NBA-Saison 2020/21)

Was war passiert? Beim 141:126-Sieg der Nets bei den Boston Celtics in der ersten Runde der NBA-Playoffs hatte ein Fan nach Schlusspfiff eine Wasserflasche auf Kyrie Irving geworfen, als dieser mit seinen Teamkollegen in Richtung der Katakomben des TD Gardens unterwegs war.

Glücklicherweise verfehlte die Flasche Irving knapp. Der Fan wurde noch vor Ort verhaftet und muss mit einer lebenslangen Sperre in der Arena rechnen.

"Zum Spiel zu kommen bedeutet nicht, dass es nur um dich als Fan geht. Also habt etwas Respekt für das Spiel. Habt Respekt für eure Mitmenschen und für euch selbst", richtete sich Durant direkt an die Fans. Er ergänzte: "Eure Mütter wären nicht stolz darauf, dass ihr Wasserflaschen auf Basketballspieler werft oder auf Spieler spuckt oder Popcorn werft. Werdet verdammt nochmal erwachsen und genießt das Spiel. Es ist größer als ihr."

Nets-Star Irving beklagt Rassismus

Auch der um ein Haar getroffene Profi äußerte sich zum Vorfall. "Man sieht viele alte Verhaltensmuster aufkommen", sagte Irving und wurde noch deutlicher: "Schon seit langer Zeit werden die Leute im Entertainmentbereich, Performer oder Sportler, mit einem tief liegenden Rassismus behandelt - oder als ob sie in einem menschlichen Zoo wären. Sachen werden geworfen, Dinge gesagt. Es gibt einen gewissen Punkt, an dem es zu viel wird."

Pikant: Irving spielte von 2017 bis 2019 selbst in Boston und wurde eigenen Angaben zufolge im TD Garden Opfer von Rassismus. "Ich freue mich auf den Wettbewerb mit meinen Teamkollegen und hoffentlich können wir es strikt beim Basketball belassen, hoffentlich gibt es keinen Kriegszustand oder Rassismus", hatte er vor seiner Rückkehr mit den Nets nach Boston erklärt.

Besorgniserregend ist, dass sich solche Attacken auf Spieler in jüngster Vergangenheit häufen. In der vergangenen Woche wurde Russell Westbrook beim Spiel seiner Washington Wizards gegen die Philadelphia 76ers beim Gang in die Katakomben mit Popcorn beworfen.

Der 32-Jährige, der gestützt von Betreuern aufgrund einer Knöchelverletzung auf dem Weg in die Kabine war, konnte nur mit Mühe davon abgehalten werden, in die Zuschauerränge zu stürmen und sich den Übeltäter vorzuknöpfen.

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Auch Attacken auf Young und Westbrook

Noch schlimmer erwischte es Trae Young. Der Star der Atlanta Hawks wurde vergangene Woche beim Gastspiel bei den New York Knicks von einem Fan bespuckt. Wie bei Westbrook wurde der Übeltäter ausfindig gemacht und sanktioniert. Besänftigen dürfte dies die Opfer nur wenig.

"Auf der Straße würde er nicht zu mir kommen, um Popcorn auf meinen Kopf zu schütten, weil ich wüsste, was dann passieren würde", erklärte Westbrook und forderte: "Die Spieler in diesen Arenen müssen endlich geschützt werden. Schauen wir mal, was die NBA unternimmt."

Auch LeBron James bezog nach der Attacke auf Westbrook Stellung. "Wir als Spieler wollen sehen, wer das Popcorn auf Russ geworfen hat! Es gibt Kameras in der ganzen Arena, also gibt es keine Entschuldigung mehr", schrieb der Lakers-Superstar bei Twitter.

Dabei waren Spieler und Verantwortliche zunächst vor allem froh darüber, endlich wieder vor Fans spielen zu dürfen. Doch je mehr Fans nach der langen Pause durch die Corona-Pandemie zurück in die Arenen strömen, desto mehr kommt es aktuell zu solch unschönen Attacken.

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Wiederholt sich Malice at the Palice?

Vor allem die Causa Westbrook lässt dabei Schlimmes befürchten, wenn dieser Trend nicht gestoppt wird. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Westbrook nicht von seinen Betreuern gestoppt worden wäre. Ein zweites "Malice at the Palice" will definitiv keiner erleben.

Am 19. November 2004 war im Spiel der Indiana Pacers bei den Detroit Pistons Pacers-Spieler Ron Artest (heute Metta World Peace) während einer Rangelei von einem Fan mit einem Bierbecher beworfen worden. Dem Spieler brannten die Sicherungen durch und er stürmte in die Zuschauerränge, um sich den Übeltäter zu schnappen.

Es folgte eine wüste Massenschlägerei zwischen Spielern und Fans. Das Spiel ging als eine der schwärzesten Tage in die NBA-Geschichte ein.

Das sollte den Liga-Verantwortlichen eigentlich Warnung genug gewesen sein, um jetzt sofort durchzugreifen.

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