Mercedes: Warum eine Zweistoppstrategie nicht möglich war

Maria Reyer
·Lesedauer: 2 Min.

Mercedes hat nach der Analyse des Grand Prix von Großbritannien verraten, warum Lewis Hamilton und Valtteri Bottas im Rennen keine Zweistoppstrategie gefahren sind und dadurch die Reifenschäden gegen Rennende in Kauf genommen wurden. Der Grund: Das Team hatte zu wenig Reifen zur Verfügung.

"Wenn wir zurück zum Qualifying schauen, dann ist es wichtig zu verstehen, dass beide unsere Fahrer wie auch Verstappen Reifen aufgrund von Schnitten [in der Lauffläche] verloren haben", schildert Mercedes-Chefstratege James Vowles im neuesten Debrief-Video des Teams.

Im Fall von Valtteri Bottas war der rechte hintere Medium-Reifen beschädigt worden, dadurch konnte er diesen im Rennen nicht mehr einsetzen. "Wir durften mit diesem Reifen nicht im Rennen antreten, deshalb mussten wir einen Reifen aus seinem zweiten Medium-Satz nehmen", schildert Vowles. Schließlich startete der Finne auf der mittleren Mischung.

Kein zweiter Stopp "aus einer Laune" heraus

Hamilton beschädigte seinen Reifensatz aufgrund des Drehers in Q2 so sehr, dass dieser damit im Rennen ebenso wenig einsetzbar war. Und bei Red-Bull-Pilot Max Verstappen seien ebenso beide Hinterreifen beschädigt gewesen, glaubt Mercedes.

Aufgrund der vielen Schäden an den Reifen hatte Mercedes weniger Strategie-Spielraum für das Rennen. "Die schnellste Zweistoppstrategie wäre Medium-Hard-Medium gewesen, aber wir hatten keinen zweiten starken Medium-Satz in Valtteris Fall. Und Lewis hatte gar keinen zweiten Medium-Reifensatz zur Verfügung."

Daher hätte Mercedes in diesem Fall eine Zweistoppstrategie mit Medium-Hard-Soft fahren müssen. "Das bedeutet, dass wir mit dem Soft-Reifen, einem sehr schwachen Reifen in Silverstone, den die meisten Konkurrenten am Anfang unbedingt so schnell wie möglich loswerden wollten, eine Zweistoppstrategie hätten fahren müssen. Das wäre knifflig gewesen."

<span class="copyright">Mark Sutton / Motorsport Images</span>
Mark Sutton / Motorsport Images

Mark Sutton / Motorsport Images

Deshalb erwartet er auch für das zweite Rennwochenende in Großbritannien keine einfache Aufgabe. Die Temperaturen werden ansteigen, was Mercedes in der Vergangenheit nicht entgegengekommen ist. Unklar ist außerdem wie sich die weicheren Reifenmischungen auf das Renngeschehen auswirken werden.

"Die heißeren Bedingungen brachten das Feld vergangene Woche näher zusammen und die weicheren Reifen führen zu mehr Boxenstopps und mehr Strategiemöglichkeiten. Deshalb erwarten wir einen engen Kampf", so der Teamchef.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.