Michael Owen im Goal-Interview: Ich mache mir Sorgen um Zlatan

Der ehemalige englische Nationalspieler kickte einst erfolgreich für die Red Devils. Nun nimmt er zur aktuellen Situation im Old Trafford Stellung.

Manchester United kämpft in der Premier League um die Champions-League-Plätze. In der Europa League stehen die Red Devils im Halbfinale. Doch sie haben mit erheblichen Verletzungssorgen zu kämpfen. Ex-United-Stürmer, und BT-Sports-Experte Michael Owen nimmt im exklusiven Goal-Interview Stellung zur derzeitigen Situation.

"Es ist besorgniserregend"

Zlatan Ibrahimovic verletzte sich im Europa-League-Viertelfinale schwer am Knie. Er wird für längere Zeit ausfallen. Ob er überhaupt noch einmal für United spielen wird, ist unklar. "Es ist besorgniserregend", sagt Michael Owen. Der 37-Jährige mache sich Gedanken um die Zukunft des Schweden. Man müsse Ibras Lage aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten - beruflich und finanziell. "Alle wollten ihn und jetzt ist er schwer verletzt. In seinem Alter ist es nicht ideal", zeigt sich Owen beunruhigt. Der schwedische Ausnahmestürmer ist 34 Jahre alt. Sein Vertrag bei ManUnited läuft Ende Juni aus. "Wäre er fit, würden ihn alle wollen. Jetzt ist es umgekehrt", so Owen weiter. "Es ist eine merkwürdige Dynamik", kritisiert der 89-fache Nationalspieler das Fußballgeschäft.

Ibra gilt als absoluter Leistungsträger und Führungsspieler im Team von Jose Mourinho. Seine Präsenz sei besonders für die jungen Spieler von großer Wichtigkeit. Die Frage, ob Manchester United mit Ibrahimovic verlängern sollte, kann auch Owen nicht eindeutig beantworten: "Ich denke, es hängt alles davon ab, wie lange er ausfallen wird. Wäre er zum Saisonstart fit, würde ich noch einmal mit ihm verlängern." Gerade für Uniteds Top-Talent Marcus Rashford wäre laut Owen ein Verbleib Ibrahimovics über den Sommer hinaus besonders wichtig:"Rashford und Zlatan sollten fortführen können, was sie begonnen haben. Auf lange Sicht könnte Rashford die Chance nutzen, Uniteds Mittelstürmer zu werden."

Mourinhos Klagen nicht angebracht

United muss im Schlussspurt der Saison auf mehrere Spieler verzichten. Neben Ibrahimovic sind auch Chris Smalling, Marcos Rojo, Phil Jones, Paul Pogba und Juan Mata verletzt. Grund genug für Trainer Jose Mourinho, die vielen Spiele seiner Mannschaft zu kritisieren. Laut Mourinho resultierten die vielen Blessuren aus der Müdigkeit der Spieler, die sehr viele Partien zu bestreiten hätten. Michael Owen kann die Kritik des Portugiesen allerdings nur wenig nachvollziehen. "Man muss bedenken, dass Manchester 20 oder mehr Spieler hat, die weit höhere Qualität haben und weit höhere Löhne beziehen als die Spieler der anderen Teams der Liga. United und die anderen großen Teams sollten die vielen Einsätze also verkraften können", stellt Owen klar. Die vielen Partien seien eben auch die Folge davon, dass Manchester United in mehreren Wettbewerben vertreten sei. 

Manchester habe einen großen Kader mit sehr guten Talenten – "wie sie es schon immer hatten. Mourinhos Situation ist nicht anders als die von Sir Alex Ferguson", bemerkt der ehemalige Mittelstürmer. Ferguson habe vor 15 Jahren weit weniger Spieler eingesetzt und trotzdem spielten die Red Devils in fast allen Wettbewerben um den Titel mit. "Ihre Gehaltsliste ist eben so groß, damit sie das schaffen können", so der Ex-Nationalspieler.

Michael Owen schoss in 326 Premier-League-Spielen 150 Tore. Er spielte für mehrere europäische Top-Klubs - sowohl für Liverpool als auch für Real Madrid. Owen galt als einer der trickreichsten, agilsten und torgefährlichsten Stürmer seiner Zeit. Für Manchester United schnürte er von 2009 bis 2012 seine Stiefel.

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