Michael van der Mark: Warum er Lewis Hamilton beim Test einbremsen musste

Sebastian Fränzschky
motorsport.com

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton machte vor einer Woche mit einem Superbike-Test in Jerez (Spanien) auf sich aufmerksam. Seit einigen Jahren zeigt sich Hamilton immer wieder mit Motorrädern, doch jüngst traf der Brite die Entscheidung, auf der Rennstrecke die Grenzen auf zwei Rädern auszuloten. Dafür besorgte er sich beim Crescent-Team zwei Yamaha-Superbikes. Die WSBK-Piloten Michael van der Mark und Alex Lowes halfen Hamilton dabei, sicherer zu werden.

Van der Mark genoss die Zeit mit dem Formel-1-Champion. "Es war richtig cool. Ich wusste es schon eine Weile, dass es passieren wird, weil Lewis von unserem Team zwei R1 gekauft hat. Zusammen mit seinem Manager und seinem Team hatten wir einen Trackday in Jerez. Für mich war das richtig cool, denn ich bin ein Fan von Lewis. Ich genoss es sehr", berichtet der Holländer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Hamilton fuhr vor dem Test mit den WM-Piloten schneller, als es seine Fähigkeiten eigentlich erlaubten. Van der Mark half dabei, dass Hamilton sicherer wird. "Lewis hatte bereits zwei Trackdays mit seinem Motorrad absolviert. Die Leute von seinem Team waren ein bisschen besorgt auf Grund seines Tempos. Er war richtig schnell, hatte aber keinen guten Fahrstil. Er fuhr sehr viel Schräglage. Die Initiative kam von seinem Team. Sie wollten, dass er von den Profis ein paar Tipps bekommt. Wir gaben ihm ein paar Tipps, damit er es richtig macht", so van der Mark.

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Lewis Hamilton, Yamaha R1 <span class="copyright">Motorsport.com</span>
Lewis Hamilton, Yamaha R1 Motorsport.com

"Ich war damit beschäftigt, zu versuchen, ihn langsamer zu machen. Ich musste ihn bremsen. Er ist überhaupt nicht ängstlich. Er versuchte, Kurven so schnell anzufahren wie mit dem Auto. Wir mussten ihn einbremsen und ihm zeigen, wie man richtige Linien fährt", schildert van der Mark. "Am zweiten Tag arbeiteten wir intensiv an seinem Fahrstil."

Und wie beurteilt van der Mark Hamiltons Talent auf zwei Rädern? "Man sieht, dass er keine Angst hat. Zudem erkennt man, dass er keine Zweifel hat. Es gibt viele Fahrer, die leichte Zweifel haben, doch er zieht es durch, wenn er eine Entscheidung getroffen hat. Im Auto ist es genau so. Das ist sein natürliches Talent. Mit Sicherheit kann er Motorrad fahren. Ich weiß aber nicht, wie viel schneller er werden könnte", grübelt der Holländer.

"Er fuhr bisher erst vier Tage und war etwa sieben Sekunden langsamer als wir. Somit ist er schneller als die meisten anderen Trackday-Fahrer. Man sieht, dass er ein besonderes Talent hat, doch ich weiß nicht, ob er es machen möchte", erklärt van der Mark. "Es hat Spaß gemacht, mit Lewis zu arbeiten. Obwohl es nur um den Spaß ging, war er extrem motiviert, Dinge zu lernen. Er stellte viele Fragen. Das war etwas Besonderes. Man sieht, dass es ihm Spaß macht. Er möchte es richtig machen und so viel wie möglich lernen."

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