Millionenfinanzierung soll schwächelndem Tomorrow neuen Glanz verleihen

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Die Gründer der nachhaltigen Tomorrow-Bank, Inas Nureldin, Michael Schweikart und Jakob Berndt, haben eine weitere Finanzierungsrunde in Millionenhöhe abgeschlossen.
Die Gründer der nachhaltigen Tomorrow-Bank, Inas Nureldin, Michael Schweikart und Jakob Berndt, haben eine weitere Finanzierungsrunde in Millionenhöhe abgeschlossen.

Eine Bank, die die Umwelt schützt und ausschließlich in grüne Fonds investiert. Das ist das Ziel des Hamburger Startups Tomorrow, dass nun 14 Millionen Euro von Investoren eingesammelt hat. Das Kapital kommt unter anderem vom Family Office der Hamburger Familie Büll Abacon. Eigenen Angaben zufolge soll sich die Summe bald um fünf Millionen Euro von Crowdinvestoren erhöhen. Interessierte können sich demnach ab Oktober dieses Jahres mit Beträgen zwischen 100 Euro und 25.000 Euro beteiligen.

Damit vertraut das Startup auf Erfahrungen aus der Vergangenheit. Demnach investierten im letzten Jahr rund 2.000 Anleger insgesamt drei Millionen Euro in die Smartphone-Bank. Doch seitdem ist einiges passiert, so verlor die Firma in Folge der Crowdfunding-Kampagne das Vertrauen der Altinvestoren. Unter anderem deshalb, da sie eine Verzwanzigfachung ihrer Einsätze in Aussicht gestellt haben, was dem Branchenmagazin Finanz-Szene jedoch wenig nachhaltig erschien. Die Folge: Im Vergleich zum Vorjahr beteiligten sie sich mit deutlich weniger Kapital am Fintech. Schlagzeilen machte Tomorrow auch aufgrund umstrittener Werbeaussagen sowie der Ankündigung, Neukunden ab Oktober diesen Jahres nur noch gebührenpflichtige Girokonten anzubieten.

Öko-Bank soll vom neuen Investmentfonds profitieren

Die Finanzierungsrunde soll dem Öko-Fintech nun neuen Glanz verleihen. Mit dem Geld will Tomorrow etwa einen nachhaltigen Investmentfonds starten, den das Unternehmen eigentlich schon 2019 einführen wollte. Mit zwei Jahren Verspätung soll das nun in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Startup Evergreen in die Tat umgesetzt werden. Denn bisher investierte ausschließlich Tomorrow die Einlagen seiner Kunden, die Kontobesitzer konnten dabei nicht mitreden. Mit der Einführung eines Investmentfonds soll sich das nun ändern.

Derzeit zählt das Startup nach eigenen Angaben etwa 89.000 Kunden. Zum Vergleich: Die Berliner Bank N26 bedient etwa sieben Millionen Kunden. Tomorrow hat sich das Ziel gesteckt, bis zum Jahresende die 100.000 zu knacken – trotz Abschaffung der gebührenfreien Konten ab Oktober. Das Ziel von einer Million Kunden, das sich das Startup in der Vergangenheit vorgenommen hatte, rückt damit erst einmal in die Ferne. Ebenso die Expansion ins europäische Ausland, die aufgrund der Corona-Pandemie nun auf 2022 verschoben worden ist. Mit dem Geld will das Startup laut Unternehmensangaben nun seine Mitarbeiterzahl von 75 auf 200 Mitarbeiter erhöhen.

Die Öko-Bank will profitabel sein, weiß aber noch nicht wann

Das neue Maßnahmenpaket soll Tomorrow, das 2018 von Jakob Berndt, Inas Nureldin und Michael Schweikart gegründet worden ist, eigenen Angaben zufolge den Weg hin zur Profitabilität ebnen. Wann das allerdings genau sein soll, geben die Gründer nicht bekannt. Die Banking-App ist Anfang 2019 in die App-Stores gekommen. Seitdem hat das Startup einige Finanzierungsrunden hinter sich gebracht. Im Herbst 2019 sammelte das Öko-Fintech etwa 8,5 Millionen Euro von Investoren ein. Exakt ein Jahr später kamen weitere drei Millionen über die Crowdfunding-Kampagne hinzu. Und nun die 14 Millionen Euro, die im weiteren Verlauf mit fünf Millionen Euro im Rahmen einer weiteren Crowdfunding-Kampagne aufgestockt werden soll.

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