Millionenfund: Australische Beamte stellen flüssige Drogen in Schneekugeln sicher

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Ein Lama zu Weihnachten? Das kam den Beamten des australischen Grenzschutzes wohl verdächtig vor. Foto: Twitter / Australian Border Force
Ein Lama zu Weihnachten? Das kam den Beamten des australischen Grenzschutzes wohl verdächtig vor. Foto: Twitter / Australian Border Force

Da wollten Drogen-Schmuggler besonders kreativ sein: Sie füllten Schneekugeln mit flüssigem Methamphetamin. Doch der australische Grenzschutz kam der verdächtigen Weihnachts-Deko auf die Spur.

Beamten des australischen Grenzschutzes („Australian Border Force“ – ABF) konnten diese Woche den illegalen Drogenhandel ein wenig durchrütteln: Sie fanden flüssiges Methamphetamin mit einem geschätzten Wert von über einer Million Dollar. Doch das war nicht einfach in Flaschen oder Eimern verschlossen, nein, die Schmuggler wollten ganz besonders clever sein: Sie hatten Schneekugeln mit der transparenten Droge gefüllt.

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Methamphetamin ist eine psychoaktive Flüssigkeit, die laut „Spektrum“ anregend auf Körper auf Geist wirkt, zudem Euphorie hervorruft und Hunger und Durst unterdrückt. Gleichzeitig erhöht „Meth“ aber auch Blutdruck und Puls, was lebensbedrohliche Komplikationen bis hin zum Herzstillstand mit sich bringen kann. Es macht zudem schnell abhängig, eine Überdosis kann Nierenversagen, Hirnblutungen oder einen Schlaganfall verursachen. Bekannt ist die Droge vor allem dank der Fernsehserie „Breaking Bad“ unter ihrer kristallinen Form: Crystal Meth.

Erfolge gegen den Drogenhandel dank besserer Ausrüstung

Doch Kristalle hätten in den Schneekugeln vermutlich weitaus verdächtiger gewirkt. Trotzdem kamen Beamten der illegalen Weihnachts-Dekoration am Flughafen von Sydney auf die Spur. Vielleicht auch, weil die kitschigen Schneekugeln nicht gerade typisch waren: Im Inneren stand wenig winterlich ein Plastik-Lama neben einem Kaktus.

Die Behördenleiterin Danielle Yannopoulus wird in einer Pressemitteilung des australischen Grenzschutzes wie folgt zitiert: „Unsere Beamte arbeiten unermüdlich daran, dass gefährliche Drogen nicht in den Umlauf gelangen. Ich bin sehr stolz auf ihre zahlreichen Erfolge.“

Sie führt den jüngsten Drogenfund vor allem auf Investitionen, die in den letzten Jahren in die technologische Ausrüstung der Abteilung getätigt worden waren, zurück. „Heute können wir tiefer in jedes verdächtige Paket schauen, als jemals zuvor.“ Deshalb ist sie auch überzeugt, dass Kriminelle – trotz der Kreativität, die viele an den Tag legten – ihre Zeit vergeuden würden. Sie sagt: „Es spielt keine Rolle, wie schlau sie die Drogen verstecken. Wir können sie finden.“

Einmal den Bagger röntgen, bitte

Im vergangenen Jahr kontrollierte der ABF so mehr als 50 Millionen Luftfrachtsendungen, drei Millionen Seefrachtsendungen und über 54 Millionen internationale Postsendungen. Und konnte dabei zahlreiche Schmuggel-Versuche vereiteln. Wer einige der Funde sehen möchte, kann dem ABF in den sozialen Netzwerken folgen.

Dort findet sich etwa ein verdächtiger, frisch importierter gebrauchter Bagger, den der ABF zum Röntgen schickte. Und tatsächlich: Auf den Bildern tauchten „Unregelmäßigkeiten“ auf – die stellten sich als 384 Kilogramm Kokain mit einem Straßenwert von geschätzten 144 Millionen Dollar heraus. Nur Tage zuvor fanden die Beamten in einem Schiffscontainer, der eigentlich Kleidung beinhalten sollte, 500 Kilogramm Methamphetamin. Die kristalline Substanz hätte nach Schätzungen – illegal verkauft – 375 Millionen Dollar eingebracht.

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