Das war die beste Leistung seit Ewigkeiten

Unsere Fußballer beginnen ja manche Sätze so: „Wenn mir vor einem Monat jemand erzählt hätte, dass…“. Dann folgt etwas total Außergewöhnliches, das wider Erwarten eingetreten ist – plus zum Schluss: „… hätte ich ihn für verrückt erklärt“. Fertig ist die Analyse. Ich mache das heute aus aktuellem Anlass auch:

Wenn mir am Samstag jemand erzählt hätte, dass Costa Rica am Sonntag die Japaner 1:0 besiegt, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Wenn mir gestern Früh jemand erzählt hätte, dass wir gegen Spanien ein großartiges Spiel abliefern, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Wenn mir vor einer Woche jemand erzählt hätte, dass Niclas Füllkrug unsere große WM-Hoffnung wird, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Wenn mir vor 24 Stunden jemand erzählt hätte, dass Hansi Flick endlich Jamal Musiala durchspielen lässt, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Jamal Musiala, Thomas Müller und Niclas Füllkrug (L-R)  (Photo by Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/Getty Images)
Jamal Musiala, Thomas Müller und Niclas Füllkrug (L-R) (Photo by Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/Getty Images)

DFB-Auswahl plötzlich wieder Titelfavorit?

Und wenn mir am Samstagabend jemand erzählt hätte, dass Deutschland nach zwei WM-Spielen Gruppenletzter ist und wir das alle ziemlich cool finden, hätte ich ihn für vollkommen verrückt erklärt.

Und doch ist alles ganz genau so gekommen. Das Schöne am Fußball sind seine Ungereimtheiten.

Tagelang war uns völlig klar, dass Deutschland am Ende ist. Bis wir feststellten, dass wir die Rechnung ohne Deutschland gemacht hatten.

Am Sonntag zeigte die Nationalmannschaft jedenfalls eine ihrer besten Leistungen seit Ewigkeiten. Sie glich sogar (nach Ilkay Gündogans Auswechslung übrigens) ein 0:1 gegen Angstgegner Spanien aus. Das hatte es bei einem großen Turnier zuletzt 1994 gegeben.

„Wir haben gegen eine der besten Mannschaften der Welt gespielt“, sagte Spaniens Torschütze Alvaro Morata nach dem Abpfiff: „Deutschland gehört zu den Titelfavoriten.“ Huch.

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Unvorsichtiger Optimismus

So schnell geht‘s. Ich gebe zu, mich hat das auf zwei falschen Füßen erwischt. Ich war ja schon im Stolpermodus. Und jetzt ist alles anders: Ich bin unvorsichtig optimistisch.

Achtelfinale? Klar, wenn man so einen Lauf hat. Es gibt da nur ein ganz kleines Problem: Wir sind Letzter.

Egal. Die Buchmacher sind sich einig: Deutschland kommt weiter. Nur das ZDF nörgelt mal wieder rum. Nein, Feldreporter Nils Kaben stellte diesmal keine Kroos-Fragen. Aber gleich nach dem Spanien-Spiel lief im Zweiten „Mission Impossible“. Verrückt.