Mitte Mai in Darlington: NASCAR-Saison 2020 geht ohne Zuschauer weiter

Mario Fritzsche
motorsport.com

Die Coronavirus-Pandemie hat während der zurückliegenden Wochen nahezu die gesamte Welt auf den Kopf gestellt. Aus sportlicher Sicht betroffen waren und sind auch die Fahrpläne nahezu aller Rennserien. Während der Großteil bis heute auf den Saisonauftakt wartet, gibt es einige wenige Rennserien, die vor der weltweiten Ausbreitung des Virus zumindest einige Rennen haben austragen können. Zur letztgenannten Gruppe gehört NASCAR.

Und obwohl die Coronakrise speziell in den USA noch lange nicht vorüber ist, nimmt nun NASCAR als erste große Rennserie weltweit wieder Fahrt auf. Wie am Donnerstag offiziell bekanntgegeben wurde, wird die seit Mitte März unterbrochene Saison 2020 der NASCAR Cup Series bereits Mitte Mai in Form von "Geisterrennen" ohne Vor-Ort-Zuschauer fortgesetzt.

Sonntag und Mittwoch: Double-Header in Darlington und in Charlotte

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Das konkrete Datum für die Wiederaufnahme des Fahrbetriebs in der höchsten NASCAR-Liga ist der 17. Mai. Gefahren wird auf dem Darlington Raceway, der im ursprünglichen Kalender gar nicht für diesen Termin vorgesehen war.

Doch damit nicht genug: Nur drei Tage später, am Mittwoch (20. Mai), steigt abermals in Darlington das erste Flutlichtrennen an einem Mittwochabend. Im Gegensatz zum Southern 500 in Darlington, das weiterhin als Playoff-Auftakt für den 6. September geplant ist, werden die neuen Mai-Rennen in Darlington über eine Distanz von 400 Meilen (Sonntag) und von 500 Kilometern (Mittwoch) gehen.

Neben Darlington gibt es im Mai auch in Charlotte zwei "Geisterrennen"

Neben Darlington gibt es im Mai auch in Charlotte zwei "Geisterrennen" <span class="copyright">Action Sports Photography</span>
Neben Darlington gibt es im Mai auch in Charlotte zwei "Geisterrennen" Action Sports Photography

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Und in diesem Rhythmus geht es weiter, allerdings in Charlotte. Am Sonntag (24. Mai) geht das Coca-Cola 600 am ohnehin geplanten Termin über die Bühne. Am darauffolgenden Mittwochabend (27. Mai) gibt es auch dort ein zweites Punkterennen, das wie in Darlington unter Flutlicht über 500 Kilometer gefahren wird.

Das zweite Charlotte-Rennen findet wie das Coca-Cola 600 im Oval statt. Das Roval-Rennen ist weiterhin für die Playoffs am 11. Oktober geplant. Derweil taucht das punktelose All-Star Race in Charlotte, das ursprünglich für Samstag (16. Mai) angesetzt war, in der neuen Kalenderplanung nicht mehr auf.

Dass man neben Charlotte auch Darlington schon im Monat Mai ansteuert, liegt daran, weil sich die Strecke in South Carolina nur zwei Autostunden von Charlotte entfernt befindet. Rund um Charlotte wiederum ist der Großteil der NASCAR-Teams ansässig und kann somit auf der Straße nach Darlington gelangen. Flugreisen zu weiter entfernt liegenden Strecken sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ohne größeren Aufwand bezüglich Isolation der Beteiligten möglich.

Ablauf: Keine Trainings - Qualifying nur beim Coca-Cola 600

Was den Ablauf betrifft, so werden die NASCAR-Rennen bis auf Weiteres ohne Zuschauer und unter strengen Sicherheitsauflagen gegen COVID-19 über die Bühne gehen. So wird es bei keinem der Mai-Rennen Freie Trainings geben. Ein Qualifying ist lediglich für das Coca-Cola 600 geplant. Damit reduziert man das an der Strecke anwesende Personal der Teams, weiil die Autos nicht umgebaut werden müssen.

Neben der NASCAR-Topliga nehmen auch die zweite NASCAR-Liga (Xfinity-Serie) und die dritte NASCAR-Liga (Truck-Serie) im Mai wieder Fahrt auf. Die Xfinity-Serie fährt in Darlington am Dienstag (19. Mai) und in Charlotte am Montag (25. Mai). Die Truck-Serie fährt in Charlotte am Dienstag (26. Mai). Für alle Mai-Events - ob Cup, Xfinity oder Truck - gilt, dass es sich um Ein-Tages-Veranstaltungen handelt. Damit werden Hotelübernachtungen vermieden.

Das Teampersonal wird an jedem Tag getestet und muss Abstand halten

Das Teampersonal wird an jedem Tag getestet und muss Abstand halten <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Das Teampersonal wird an jedem Tag getestet und muss Abstand halten Motorsport Images

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"NASCAR wird in einem Umfeld zurückkehren, das die Sicherheit unserer Teilnehmer, Offiziellen und all jener in der lokalen Gemeinschaft gewährleistet", sagt NASCAR-Rennchef Steve O'Donnell und weiter: "Wir danken den lokalen, staatlichen und bundesstaatlichen Offiziellen und medizinischen Experten sowie allen in der Branche für die beispiellose Unterstützung bei unserer Rückkehr auf die Rennstrecken. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit unseren leidenschaftlichen Fans die Rückkehr der Autos auf die Strecke zu verfolgen."

Arbeit in Werkshallen der Teams läuft wieder

Die im US-Bundesstaat North Carolina wochenlang gültig gewesene Ausgangssperre lief am Mittwoch ab und wurde nicht verlängert. Das bedeutet, dass die Teams seit Donnerstag wieder ihrer Arbeit in den Werkshallen nachgehen dürfen, um die Fahrzeuge für Renneinsätze vorzubereiten.

Ob und wann zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr wieder zu Rennen mit Vor-Ort-Zuschauern übergegangen werden kann, ist derzeit völlig offen und hängt in erster Linie von den Richtlinien der US-Regierung sowie der einzelnen US-Bundesstaaten ab.

Unter anderem auch deshalb sind Renntermine für den Zeitraum ab Juni bislang noch nicht bestätigt. Vor wenigen Wochen hatte NASCAR den Teams einen ersten Kalenderentwurf vorgelegt, vor wenigen Tagen einen zweiten. Der erste Entwurf sah für das erste Juni-Wochenende (6./7. Juni) einen Double-Header mit der IndyCar-Serie auf dem Texas Motor Speedway in Fort Worth vor.

Ob NASCAR im Juni mit IndyCar in Fort Worth fährt, ist inzwischen fraglich

Ob NASCAR im Juni mit IndyCar in Fort Worth fährt, ist inzwischen fraglich <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Ob NASCAR im Juni mit IndyCar in Fort Worth fährt, ist inzwischen fraglich Motorsport Images

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Die Wahrscheinlichkeit, dass es zum texanischen Double-Header kommt, ist inzwischen aber gesunken, da Fort Worth - abgesehen von den Renntransportern - per Flugzeug angesteuert werden müsste. Da dieses Problem auch für die in Indianapolis ansässigen IndyCar-Teams besteht, ist momentan noch offen, ob sich im Juni in Fort Worth überhaupt ein Rad dreht.

Für die IndyCar-Serie wäre Fort Worth das erste Rennen der Saison 2020. NASCAR hingegen hatte im Februar und März die ersten vier Saisonrennen (Daytona, Las Vegas, Fontana und Phoenix) planmäßig ausgetragen. Die Kalenderplanung für die Monate Juni und später will NASCAR "zu einem späteren Zeitpunkt" bekanntgeben, wie es in der Mitteilung vom Donnerstag heißt.

Kalender für Wiederaufnahme der NASCAR Cup-Saison 2020 im Mai:

17.05.: Darlington 1

20.05.: Darlington 2 (Mittwoch)

24.05.: Charlotte 1

27.05.: Charlotte 2 (Mittwoch)

Mit Bildmaterial von Acion Sports Photography.

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