MLB: Gewerkschaft schlägt 89-Spiele-Saison vor

SPOX

Die MLB und die Spielergewerkschaft MLBPA verhandeln weiter einen möglichen Start der Saison 2020. Nachdem das jüngste Angebot der Teameigner abgelehnt wurde, wird nun ein weiteres Gegenangebot erwartet, dass 89 Spiele und erweiterte Playoffs beinhaltet.

Der Knackpunkt dürfte weiterhin das volle anteilige Gehalt sein, dass die Spieler auch für eine verkürzte Saison fordern. Teameigner forderten bislang stets eine Gehaltskürzung aufgrund der zu erwartenden Einnahmeneinbußen aufgrund der fehlenden Zuschauereinnahmen, die infolgeder Coronavirus-Pandemie höchstwahrscheinlich bis Saisonende ausbleiben werden.

89 Spiele sind weniger als die 114 Spiele im vorherigen Angebot der MLBPA. Aber mehr als die zuletzt 76, die Teameigner - mit 75 Prozent des anteiligen Gehalts - vorschlugen. ESPN berichtet jedoch, dass auch das neuerliche Angebot der Spielerseite für Teameigner nicht akzeptabel sei.

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"Aufgrund von Bedenken für die Gesundheit der Spieler wird es eine Ausweitung der Saison über den 27. September hinaus nicht geben", wird eine nicht genannte Quelle aus MLB-Kreisen zitiert. "Es gibt ein Fenster, in dem wir 60 bis 70 Spiele in der Regular Season machen können, aber die Bezahlung ist weiterhin ein Problem."

Es ist jedoch davon auszugehen, dass nicht etwa die Gesundheit der Spieler im Vordergrund stehe, sondern vielmehr die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle im Herbst. Der neuerliche MLBPA-Vorschlug sieht vor, dass die Saison vom 10. Juli bis 11. Oktober ginge mit anschließenden Playoffs, an denen 16 Teams (8 pro Liga) teilnehmen würden - eine Erweiterung, die auch 2021 noch Gültigkeit hätte. Die Postseason jedoch würde bis in den November gehen.

MLB: Furcht vor zweiter Corona-Welle

Sollte nun die zweite Corona-Welle kommen, droht ein Abbruch jener Postseason, die für die Liga durch ihre TV-Verträge weitaus lukrativer ist als Spiele der Regular Season.

Wie ESPN weiter berichtet, soll das neue Angebot der Spielergewerkschaft, das am Mittwoch erwartet wird, jedem Spieler das Recht einräumen, auf die Spiele zu verzichten, wenn er einer Hochrisiko-Gruppe angehört oder mit einer Hochrisiko-Person zusammenlebt. In dem Fall würde der betreffende Spieler dennoch sein volles Gehalt erhalten. Spieler, die nicht zur Risikogruppe gehören, können ebenfalls aussteigen, dann jedoch ohne Kompensation. Die Entscheidung darüber, ob jemand in diese Kategorie fällt oder nicht, obliege der MLBPA, die dies unter Konsultation von Medizinern ermitteln würde.

Sollte es auch in dieser Woche nicht zu einer Einigung beider Seiten kommen, hätte die Liga das Recht, einen Saisonstart einseitig und in beliebiger Länge festzulegen. Es wird spekuliert, dass dann eine Saison mit etwa 50 Spielen Anfang Juli starten würde. Wie die Spielerseite darauf reagieren würde, ist derzeit unklar.

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