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Der Moment, der alles verändern könnte

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Der Moment, der alles verändern könnte
Der Moment, der alles verändern könnte

Man konnte in seinen Augen sehen, welche Bedeutung dieser Moment für Lionel Messi hatte.

Es lief die 74. Minute im Champions-League-Duell von Paris Saint-Germain und Manchester City. Messi bekam den Ball an der Mittellinie und marschierte los. In seiner unnachahmlichen Art dribbelte er in Richtung Strafraum, spielte einen Doppelpass mit seinem Teamkollegen und setzte den Ball von der Strafraumgrenze mit seinem starken linken Fuß gefühlvoll zum 2:0-Endstand ins obere rechte Toreck. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Alles schon mal dagewesen, möchte man meinen. Nur dass sein Vorlagengeber diesmal Kylian Mbappé war und Messi seinen Treffer nicht im Trikot des FC Barcelona erzielte. Erstmals überhaupt durfte „La Pulga“ im Trikot seines neuen Arbeitgebers jubeln.

Der mehrmalige Weltfußballer schrie seine Freude heraus und strahlte über das ganze Gesicht. Sein Kumpel Neymar fiel ihm in die Arme, weitere Spieler folgten. Auch Mbappé, dessen Disput mit Neymar in den vergangenen Tagen durch die französische Presse sickerte, gesellte sich nach einiger Zeit zur Jubeltraube. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)

Presse feiert „Messis majestätischen Lauf“

Die Medien waren voller Begeisterung ob des Messi-Treffers. Von „Messis majestätischem Lauf“ schrieb der Guardian und stellte fest: „Es schien in Zeitlupe zu passieren.“ Und L‘Equipe feierte „Eine Geste, die einen Abend erhellte“ und wähnte PSG im „Traummodus“.

Der Sieg von PSG über das Team von Pep Guardiola sorgte nicht nur dafür, dass der französische Scheich-Klub die Tabellenführung der Gruppe A übernahm, er könnte eine Initialzündung sein.

Denn viel Glanz versprühte das Pariser Starensemble in dieser Saison bisher wahrlich nicht. Zwar gewann das Team von Mauricio Pochettino die ersten acht Spiele der Ligue 1, richtig überzeugen konnte es dabei nur selten. Auch das erste Gruppenspiel der Königsklasse gegen den FC Brügge - dort standen Messi, Neymar und Mbappé erstmals gemeinsam in der Startelf – war nicht berauschend, am Ende stand ein 1:1.

Mit der Verpflichtung von Messi will PSG mit aller Macht den langersehnten Champions-League-Triumph realisieren. Doch das dies keineswegs ein Selbstläufer wird, haben die ersten Wochen der Saison erahnen lassen. Denn in der französischen Hauptstadt standen bisher zu selten die sportlichen Leistungen im Mittelpunkt.

Nebenschauplätze überschatten Saisonstart bei PSG

Stattdessen bestimmten Nebenschauplätze das Geschehen. Insbesondere zwischen Neymar und Mbappé soll es Streit geben. Der Franzose soll sich Insidern zufolge darüber beklagt haben, von Neymar nicht genug mit Pässen versorgt zu werden.

Auch die „Hispanisierung“ soll ein Grund sein, weshalb sich der Weltmeister im Team isoliert fühle. Aktuell spielen 15 Spieler mit spanischer, portugiesischer oder südamerikanischer Herkunft bei Paris. Mbappé, der allerdings auch Spanisch spricht, fühle sich laut L‘Equipe von der Gruppe ausgeschlossen.

Und auch Messis Start bei PSG verlief äußerst holprig. Der 34-Jährige verpasste die ersten Spiele mit Trainigsrückstand, stand insgesamt erst in vier Spielen auf dem Platz. Zudem sorgte seine Auswechslung gegen Olympique Lyon für Wirbel. „La Pulga“ war alles andere als glücklich darüber, vorzeitig vom Platz genommen zu werden.

Allerdings geschah diese wohl auch aus Verletzungsgründen, Messi fehlte die beiden darauffolgenden Spiele, um sich rechtzeitig zum CL-Kracher fit zu melden.

Messi trifft gegen Guardiola besonders gern

Dass Messis Knoten ausgerechnet in diesem Spiel platzt, ist kein Zufall wie Statistiken belegen. Kein Spieler hat in der Königsklasse so oft gegen die Citizens getroffen wie Messi, es war bereits sein siebter Treffer gegen den englischen Meister. Kurios: Es war auch sein siebtes CL-Tor gegen eine von Pep Guardiola trainierte Mannschaft. Auch das ist Bestwert. Zur Erinnerung: Messi gewann bei Barca unter Guardiola 2009 und 2011 den Henkelpott.

Für Messi soll dieser Geniestreich nur der Anfang gewesen sein. „Ich stelle mich auf mein neues Team ein. Je mehr wir miteinander spielen desto besser wird unsere Beziehung auf dem Platz werden. Wir müssen zusammenwachsen, uns verbessern und weiter unser Bestes geben“, machte er nach dem Spiel deutlich.

Superstars demonstrieren Einigkeit

Zusammenwachsen ist das Stichwort: Das Starensemble muss als Team funktionieren, sonst wird es trotz aller individuellen Qualität schwierig mit dem anvisierten Ziel. Dass die PSG-Stars das offenbar erkannt haben, verdeutlicht das Foto, das Neymar nach dem Spiel bei Instagram postete. Mbappé, Messi und Neymar feiern in der Kabine Arm in Arm den Sieg. Nach dem Motto: Gemeinsam sind wir nicht aufzuhalten.

Und Messi ist sich nicht zu schade, für den Erfolg auch die Drecksarbeit zu erledigen. So legte er sich bei einem City-Freistoß quer hinter die eigene Mauer, um einen Flachschuss zu blockieren. „Das kann man nicht zulassen, dass er sich so hinlegt. Er macht sein Trikot nicht schmutzig. Das ist nicht das, was Messi macht“, echauffierte sich Ex-Spieler und TV-Experte Rio Ferdinand.

Der Erfolg gegen City, der auch eine Revanche für das verlorene Halbfinale der Vorsaison war, soll nur der Anfang sein. Messi ist gewillt zu zeigen, dass er auch außerhalb Barcelonas funktioniert.

Es scheint, als sei er endlich in Paris angekommen.

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