„Es muss ja nicht der FC Bayern oder der BVB sein“

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„Es muss ja nicht der FC Bayern oder der BVB sein“
„Es muss ja nicht der FC Bayern oder der BVB sein“

Mirko Slomka hätte sicher nichts dagegen, wenn es bei ihm ähnlich laufen würde wie bei André Breitenreiter. Im Juli 2021 wurde dieser überraschend Trainer des FC Zürich - zweieinhalb Jahre nach seiner Beurlaubung bei Hannover 96. Den FC Zürich führte der 48-Jährige in nur einem Jahr zur Schweizer Meisterschaft. In der neuen Saison ist Breitenreiter zurück in der Bundesliga - als Cheftrainer bei der TSG Hoffenheim. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Auch Slomka möchte zurück auf die Trainerbank. Als Chefcoach wurde er 2007 mit Schalke 04 Vizemeister. Mit Hannover 96 qualifizierte er sich 2011 und 2012 für die Europa League. Engagements beim Karlsruher SC und ein zweites Mal 96 verliefen weniger erfolgreich. Nach nur wenigen Monaten wurde der gebürtige Hildesheimer bei beiden Klubs beurlaubt.

Slomka, der auch als TV-Experte für Sky arbeitet, ist seit Herbst 2019 ohne Trainer-Job. Doch es kribbelt längst wieder. „Ich bin irre gerne Trainer. Und ich bin nach wie vor ein guter Trainer. Auch, wenn man aufgrund der kurzen Engagements zuletzt daran zweifeln könnte“, sagt der 54-Jährige im Gespräch mit SPORT1 selbstbewusst. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Slomka: „Der Fußball beschäftigt mich tagtäglich“

„Für mich ist die Aufgabe eine Gruppe von Menschen auf Ziele einzustimmen, zu motivieren und zu begeistern nach wie vor überaus spannend. Der Fußball beschäftigt mich tagtäglich. Auch in meiner Funktion als TV-Experte. Da lerne ich auf den Punkt zu analysieren, das muss ich als Trainer auch.“

Die Gefahr, dass er ausschließlich über seinen Experten-Job wahrgenommen wird, sieht Slomka durchaus. „Viele betrachten mich nur noch als Experten und nicht mehr als Trainer - das ist eine Gefahr, weil manch einer denkt, ich bin nur noch im Fernsehen und will gar kein Trainer mehr sein.“

Doch er merkt an: „Ganz im Gegenteil. Schade, dass ich das in den zurückliegenden zwei Jahren nicht im Stadion machen konnte.“ Dies sei „viel authentischer“ als die Analyse im Fernsehen. „Aber so bleibe ich drin im Geschäft.“

Das Beispiel Breitenreiter zeigt, dass man auch schnell wieder im Geschäft ist und über den Umweg im Ausland einen lukrativen Job in der Bundesliga bekommen kann.

Slomka: „Bin nicht verzweifelt“

„Ich bin nicht verzweifelt, aber an André sieht man, wie es positiv laufen kann. Er hat das mit dem Umweg Zürich ganz hervorragend gemacht, denn er hat gezeigt, was für eine Qualität er hat“, sagt Slomka. „Er hat wie ich bei Schalke und Hannover gearbeitet, und wir haben beide bewiesen, dass wir kompetent sind und uns als Trainer weiterentwickelt haben.“

Und weiter: „André hat in Zürich toll und empathisch gearbeitet. Er hat es verdient, in die Bundesliga zurückzukehren, und Hoffenheim ist eine reizvolle Aufgabe. Er hat zuletzt Vieles richtig gemacht.“ Man könne Schalke und Hoffenheim zwar nicht miteinander vergleichen, aber beides genießen, „wenn man sich im Klaren darüber ist, was einen erwartet“.

Einer, der Slomka gut kennt und ihn schon zweimal als Trainer holte (beim Hamburger SV und beim Karlsruher SC), ist Oliver Kreuzer, seit 1. Dezember 2016 Sportdirektor beim KSC.

„Ich habe nur positive Erfahrungen mit Mirko gemacht und wünsche ihm bald wieder einen Job. Wir hatten beim HSV eine super Zeit, wenn sie auch zu kurz war. Als ich ging, war seine Vertrauensperson nicht mehr da“, erzählt Kreuzer, damals Sportdirektor bei den Hanseaten, SPORT1. „Ich bin absolut überzeugt von Mirko. Auch als Mensch. In seiner Trainerkarriere überwiegt das Positive.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

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Slomka sagt Gornik Zabrze ab

Auch Slomka denkt gerne zurück. „Ich hatte eine tolle Zeit mit Oliver in Hamburg und in Karlsruhe. Ich hätte beim HSV nur gemeinsam mit ihm gehen müssen. Wir haben super zusammengearbeitet.“

Beim KSC habe es „einfach nicht gepasst. Das gibt es immer wieder mal. Aber das hatte nichts mit Oliver zu tun“.

Selbstkritisch blickt Slomka auf seine zweite Amtszeit in Hannover zurück: „Wir haben es damals einfach nicht gut genug gemacht, haben es nicht geschafft, schnell eine Mannschaft zusammenzustellen.“

Slomka räumt hier ganz offen Fehler ein. „Ich hätte in meiner Karriere viele Dinge anders machen können. Wichtig war immer für mich, dass es weiter geht.“ Als erfahrener Trainer könne man „viel mehr aus dem Bauch heraus entscheiden“.

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Nun hofft Slomka, wieder auf das Trainerkarussell aufspringen zu können. Zuletzt weilte er in Polen, weil er Trainer beim polnischen Erstligisten Gornik Zabrze werden sollte. Dort wäre er Trainer von Lukas Podolski geworden. Doch Slomka sagte ab. (ÜBERSICHT: Die fixen Transfers aller Bundesliga-Klubs)

So geht Kreuzer eine Trainersuche an

Wie geht Kreuzer eigentlich eine Trainersuche an? „Grundsätzlich habe ich in der Schublade immer eine Liste von interessanten Trainern, die mir im Laufe der Jahre aufgefallen sind. Das können ältere, erfahrenere oder jüngere Trainer sein. Das sind zum Beispiel Trainer wie Timo Rost, der mit unbekannten Teams relativ guten Erfolg hatte“, berichtet der 56-Jährige.

Rost war von 2020 bis 2022 Trainer bei der SpVgg Bayreuth und ist in der nächsten Spielzeit der neue Chefcoach bei Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue. „Dann gibt es aber auch arbeitslose Trainer und da schaue ich, was die geleistet haben und ob die zum Verein passen.“ Aus diesem Pool grenzt sich dann der Kreis auf vier, fünf Kandidaten ein. „Dann gibt es den persönlichen Austausch und dann entscheide ich mich für den einen Trainer.“

Es wäre für Kreuzer „kein Hinderungsgrund, jemanden zu holen. nur, weil er länger ohne Job ist“. Es gehe immer darum, „was derjenige geleistet hat“. Es gebe in einem Trainer-Leben immer wieder Phasen, in denen man auch mal weniger Glück hat. „So wie Mirko bei uns oder danach in Hannover“, weiß Kreuzer.

„Deswegen ist er aber kein schlechterer Trainer als damals, als er mit Schalke Vizemeister wurde und mit 96 in die Europa League eingezogen ist. Es hat auch immer etwas mit Mut zu tun.“

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Das will Slomka nicht machen

Slomka ist weiter zuversichtlich, was die Rückkehr auf die Trainerbank angeht. „Ich habe ein gutes Gefühl, habe viel Positives bei 96 oder beim HSV erlebt. Die Rothosen habe ich in der Bundesliga gehalten, seit Jahren spielen sie in der 2. Liga“, sagt Slomka. „Und mit Hannover verbinden mich Heimat und Menschen, die meine Arbeit damals wertschätzen. Zwei Jahre in Folge Europa war schon speziell. Das haben die Leute nicht vergessen.“

Wo geht die Reise hin? „Ich würde natürlich eine spannende Aufgabe im In- und Ausland übernehmen. Ein Job im Ausland wäre kein Umweg, sondern ein Gewinn“, betont Slomka. „Verrückte Sachen wie Saudi-Arabien oder China würde ich nicht machen.“

Und Kreuzer ergänzt abschließend: „Vielleicht wird es bei Mirko demnächst mal das deutschsprachige Ausland, um wieder Fuß zu fassen.“ Und schiebt lächelnd hinterher: „Es muss ja nicht der FC Bayern oder der BVB sein.“

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