Mystery Bounty: Der Trend des Jahres 2022

Mystery Bounty: Der Trend des Jahres 2022
Mystery Bounty: Der Trend des Jahres 2022

Jahr für Jahr rücken in der Pokerszene neue Spieler in den Blickpunkt. Das beste Beispiel ist der Norweger Espen Jørstad, der bis zu seinem Triumph beim Main Event der World Series of Poker in Las Vegas wohl nur den wenigsten Pokerfans ein Begriff war. Deutlich seltener kommt es vor, dass ein neues Turnierformat die Schlagzeilen bestimmt, insbesondere in der Liveszene. Das Pokerjahr 2022 hatte aber genau dieses neue Format zu bieten, und die Rede ist natürlich von den Mystery Bounty Events.

Im Gegensatz zu einem regulären Bounty-Turnier, bei dem von Beginn an auf jeden teilnehmenden Spieler ein gleichgroßes Kopfgeld ausgesetzt ist, kommen die Kopfgelder bei einem Mystery Bounty erst in der zweiten Turnierphase ins Spiel (in der Regel, wenn die Preisgeldränge erreicht sind) und haben unterschiedliche Werte. Bei Live-Turnieren bekommen Spieler für einen Bustout ein Ticket und ziehen anschließend, wie bei einer Tombola, einen Umschlag, der den Wert der Bounty verrät. Und der Top-Preis hat es dabei in sich.

Erfolgsstory Mystery Bounty

Dass dieses spannende Format nicht schon 2020 den Durchbruch feierte, lag tatsächlich an der Pandemie. Im Spielplan zur WSOP 2020 in Las Vegas tauchte erstmals ein $1.500 Mystery Bounty NLHE auf. Aber die gesamte Serie musste bekanntermaßen abgesagt werden, und bei der nächsten WSOP im Herbst 2021 wurde das Mystery Bounty aus organisatorischen Gründen nicht angeboten.

Nutznießer war das Wynn Las Vegas, das im Rahmen der zeitgleich zur WSOP 2021 laufenden Wynn Fall Classic Series gleich zwei Mystery Bounty Events anbot. Mit durchschlagendem Erfolg. Beim $2.200 Mystery Bounty im Oktober sorgten 2.333 Entries für einen Preispool in Höhe von $4.666.000, die Top-Bounty betrug $250.000. Beim $1.600 Mystery Bounty im November wurden bei 2.573 dann $3,730.850 ausgespielt, die $100.000 Top-Bounty wurde dreimal vergeben.

In diesem Jahr wurde dann klar: das Format Mystery Bounty ist gekommen, um zu bleiben.

Alle großen Veranstalter, wie WSOP, European Poker Tour oder World Poker Tour, sowie unzählige mittlere und kleine Veranstalter machten Mystery Bounty Events zum festen Bestandteil im Turnierplan, und die Teilnehmerzahlen wussten nahezu ausnahmslos zu überzeugen.

Auch die WSOP Im Mystery-Wahn

Den Vogel schoss natürlich die WSOP ab, die im vergangenen Sommer das langersehnte $1.000 Million Dollar Bounty veranstaltete. Bei 14.112 Entries wurden sensationelle $12,5 Millionen ausgespielt. Pokerpro Matt Glantz belegte zwar „nur“ Platz 42 für $20.730 Preisgeld, räumte aber die $1 Million Dollar Bounty ab und überbot damit Bracelet-Gewinner Quincy Borland, der $750.120 ausbezahlt bekam.

Und dank Online-Pokeranbieter GGPoker ging auch an den virtuellen Tischen in Sachen Mystery Bounty immer mehr die Post ab. Die erste Duftmarke gab es im April mit 8.905 Entries beim $210 GGPoker WSOPC Mystery Bounty. Völlig verrückt wurde es im August im Rahmen der GGPoker WSOP Online.

Tatsächlich gab es für gerade einmal $210 Buy-in auch online ein $1 Million Dollar Bounty, und tatsächlich wurden mit 51.003 Entries die garantierten $10 Millionen geknackt. Diesmal zog der zweifache Bracelet-Gewinner Scott Ball das große Los im Wert von $1 Million.

WSOP Vice President Jack Effel ist sich sicher, dass sogar noch mehr geht: „Wir haben das Million Dollar Bounty für 2023 am ersten Wochenende platziert, um noch mehr Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Es wird eine der ganz großen Stories in 2023 - abgesehen davon, dass wir den Rekord beim Main Event brechen werden. Ich denke, diesmal erreichen wir 20.000 Entries oder vielleicht mehr.“