Nächster Halt Wolverhampton? Das James-Dilemma

Maximilian Schwoch
Sport1

Wenigstens außerhalb des Fußballs gab es eine gute Nachricht für James Rodríguez.

Vor rund zwei Wochen verkündete der Kolumbianer in Diensten von Real Madrid, zum zweiten Mal Vater geworden zu sein.

Das war es dann aber auch schon mit dem Positiven. Die Saison bei den Königlichen entwickelt sich in die für viele vorausgesehene Richtung.

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Dabei hatte James' Rückkehr nach Madrid, nachdem der FC Bayern die Kaufoption nicht gezogen hatte, verheißungsvoll begonnen. Stand er im Sommer noch kurz vor einem Wechsel, tauchte er am 2. Spieltag der La Liga wider Erwarten plötzlich in der Startelf auf. "Ich hoffe, das ist meine Saison bei Real Madrid", äußerte sich James bei El Chiringuito TV hungrig.

James profitiert von Verletzungspech

Dabei profitierte der 28-Jährige auch von den Verletzungsproblemen bei den Königlichen. James überzeugte, konnte sich über den September hinweg als Stammspieler fühlen. "James, der Wiedergeborene", titelte die spanische Sportzeitung AS nach dem 3:2-Sieg gegen UD Levante am 4. Spieltag, bei dem der Offensivspieler einen Assist beisteuerte.

Entscheidend für die "Wiedergeburt" war auch, dass James auf seiner Lieblingsposition, der Zehn, wirbeln durfte. Für die Außenbahn fehlt es dem Kolumbianer nach Meinung vieler Experten an Tempo.


Auch von Real-Trainer Zinédine Zidane gab es Lob. "Er hat gut gespielt und sich auf dem Platz wohlgefühlt. Mit dem Ball hatte er überhaupt keine Probleme, körperlich aber schon, denn er war ja verletzt. Aber er ist sehr motiviert", erklärte der Real-Trainer.

Dabei gilt Zidane bei Weitem nicht als Fürsprecher des Mittelfeldspielers.

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Real streicht die Zehn - James am Knie verletzt

Doch Ende September wendete sich das Blatt wieder. Im Mittelfeld schwang sich Federico Valverde zum Stammspieler auf, neben ihm spielten in der Regel Casemiro und Toni Kroos. Die Zehn verschwand wieder aus dem Real-System - und damit auch James. Selbst Luka Modric ist seit Valverdes Aufstieg kein unumstrittener Stammspieler mehr.

Für James wurden die Einsätze deutlich weniger, beim 0:0 im Topspiel gegen Atlético Madrid bekam er lediglich 13 Minuten Spielzeit, stand seit Ende September nur noch einmal in der Startelf des Tabellenzweiten. Und wenn er spielte, musste er wieder auf der ungeliebten Außenbahn ran.


Zu allem Überfluss plagt sich der Kolumbianer erneut mit Verletzungsproblemen herum. Laborierte er zunächst an muskulären Problemen, verletzte er sich laut AS beim Training der kolumbianischen Nationalmannschaft am linken Knie. Die genaue Schwere ist noch nicht bekannt.

Doch auch ohne Verletzung stehen die Zeichen bei James und Real aktuell wieder auf Abschied. Sein Vertrag läuft noch bis 2021. Wollen die Königlichen eine Ablöse generieren (Marktwert laut transfermarkt.de bei 50 Millionen Euro), müssen sie den kreativen Feingeist spätestens im nächsten Sommer verkaufen.

Als Tauschware nach England?

Laut einem Bericht der Zeitung El Desmarque soll Real bereits über einen James-Abgang im Winter nachdenken. Demnach soll der Kolumbianer als Tauschmasse dienen. Als mögliche Kandidaten bringt die Zeitung Paul Pogba von Manchester United und Christian Eriksen von den Tottenham Hotspur ins Spiel.

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Und noch ein weiterer Name steht laut dem Bericht auf der Liste der Königlichen, und das ist vielleicht der heißeste: Rúben Neves.

Der 22-jährige Portugiese ist Leistungsträger im Mittelfeld bei den Wolverhampton Wanderers in der Premier League. Die Wolves sind Tabellenachter, spielen zudem in der Europa League. Und sie haben einen Mann, der im James-Poker die entscheidende Rolle spielt: Jorge Mendes.

Der Portugiese ist nicht nur der Berater des Real-Stars, sondern auch eng mit den Wolves verflochten. Mendes' Berateragentur Gestifute vertritt sowohl Wolves-Trainer Nuno Espírito Santo, als auch diverse Spieler der Wolves, darunter auch Neves. Sein Einfluss beim Premier-League-Klub ist umstritten.

Mendes, der unter anderem auch Cristiano Ronaldo vertritt, könnte also zum Zünglein an der Waage werden. Er soll sich mit Real-Präsident Florentino Pérez bereits geeinigt haben, James zur Tauschware zu machen.

Für James wäre eine Abschiebung zu den Wolves der nächste Tiefschlag einer Karriere, in der ihm der Sprung zum ganz großen Weltstar verwehrt blieb. Doch die erlittene Knieverletzung könnte Real einen Strich durch die Rechnung machen. Dann müsste James wohl bei den Königlichen bleiben.

Erfreuliche Nachrichten wären das nicht - für beide Seiten.

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