Kann Nübel Neuer schon gefährlich werden?

David Döring
Sport1

Er ist wohl der aktuell begehrteste Torhüter der Bundesliga. Mit 23 Jahren trägt Alexander Nübel bereits die Kapitänsbinde auf Schalke und das in seiner erst zweiten Spielzeit in Deutschlands höchster Spielklasse.

Beinahe alle nationalen Spitzenklubs sowie internationale Top-Vereine sollen sich um das Ausnahmetalent, dessen Vertrag in Gelsenkirchen im Sommer 2020 ausläuft, bemüht haben. Nach SPORT1-Informationen aber wird das Torwart-Juwel vorerst nicht ins Ausland wechseln. 

Für Nübel gibt es im kommenden Sommer nur zwei Optionen: eine Vertragsverlängerung bei den Königsblauen oder ein ablösefreier Wechsel zum FC Bayern.

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In München soll der gebürtige Paderborner langfristig das große Erbe von Manuel Neuer antreten.

Da sich der deutsche Nationaltorhüter jedoch wieder in bestechender Verfassung befindet, müsste sich Nübel folgerichtig zunächst mit einem Bankplatz zufrieden geben - sofern Neuer nicht wechselt. Oder kann er dem Platzhirsch doch gefährlich werden, sollten sie zusammen spielen? SPORT1 macht den Daten-Check.

Benchmark Neuer

Blickt man auf das gesamte Kalenderjahr 2019, im Fall Nübel fast gleichbedeutend mit seiner gesamten Laufbahn als Profifußballer, sprechen die Zahlen von opta eine klare Sprache: Manuel Neuer scheint mit seiner jahrelangen Erfahrung im Kasten des FC Bayern (379 Bundesligaspiele) derzeit unantastbar.


Kann man die Spiele pro weiße Westen (2,7 Neuer, 4,4 Nübel), sowie die Minuten pro Gegentor (108 Neuer, 59 Nübel) noch mit dem gesamten Verhalten des Defensivverbundes erklären, liegt Neuer auch bei den gespielten Pässen und der Passquote teilweise klar vor seinem potenziellen Nachfolger.

Lediglich in puncto Paraden pro Partie (3,6 zu 2,2) kann der Schalker den Ex-Schalker übertrumpfen.

Nübels Probleme mit dem Passspiel

Insbesondere Nübels Passquote müsste sich in der Allianz Arena deutlich verbessern, möchte er Neuer auch nur ansatzweise gefährlich werden.

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Auf das gesamte Kalenderjahr 2019 gerechnet kommt der 23-Jährige nur auf eine Quote von 65 Prozent angekommener Pässe. Zum Vergleich: Branchenprimus Neuer erreichte im gleichen Zeitraum einen Wert von herausragenden 87 Prozent, in der laufenden Saison sogar 90 Prozent.

Und das, obwohl Neuer pro Spiel über drei Pässe mehr spielt als sein möglicher Nachfolger. 32,1 Pässe über 90 Minuten spielt der Bayern-Kapitän, 28,5 der Spielführer der Gelsenkirchener. 


Die Fähigkeit, als elfter Feldspieler ein Spiel von ganz hinten aufbauen zu können, ist beim meistens in Ballbesitz agierenden Rekordmeister essenziell – klarer Vorteil Neuer.

2019 liegt Neuer auch bei den abgewehrten Schüssen vorn - wenn auch knapp. 71 Prozent aller Schüsse auf sein Tor wehrte er ab, Nübel liegt mit 70 Prozent knapp dahinter.

Trend spricht für Nübel

Allerdings ist bei Nübel in der Spielzeit 2019/20, seiner ersten vollen als Stammtorhüter auf Schalke, ein positiver Trend zu erkennen.


Die Quote abgewehrter Bälle liegt aktuell bei sehr guten 78 Prozent. Damit befindet sich der Schalke-Keeper unter den Top fünf der Liga und lässt in dieser Kategorie auch Manuel Neuer (70 Prozent) hinter sich.

Nübel Spezialist für "Unhaltbare"

Auch wenn es darum geht, Großchancen oder sogenannte "Unhaltbare" zu parieren, gehört der Schlussmann aus Gelsenkirchen in dieser Saison zur absoluten Elite.

Starke vier von fünf Großchancen, die auf sein Tor gingen, konnte Nübel in dieser Spielzeit vereiteln. Die Quote wird nur vom Mainzer Robin Zentner übertroffen (100 Prozent), während Neuer noch keine einzige Großchance in dieser Bundesliga-Saison verhindern konnte (0 von 3).

Fazit

Sollte Alexander Nübel tatsächlich schon im kommenden Sommer den Weg in die Landeshauptstadt Bayerns finden, stellt er durchaus einen ernstzunehmenden Konkurrenten für Platzhirsch Neuer dar – zumindest rein statistisch. Allerdings ist Neuer vom Standing und der Erfahrung her auf einem anderen Level, auch fußballerisch ist Neuer besser.

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