Nach Meister-Ansage: Hat der BVB interne Probleme mit Lucien Favre?

freier Sportjournalist
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Borussia Dortmund startete mit teuren Transfers und Meisterambitionen in die Saison. Trainer Lucien Favre scheint allerdings zum Problem zu werden, soll er doch den Weg des Klubs nur bedingt mitgehen.

Lucien Favre und Borussia Dortmund stehen vor einer Zerreißprobe. (Bild: Getty Images)
Lucien Favre und Borussia Dortmund stehen vor einer Zerreißprobe. (Bild: Getty Images)

Ein Bericht der SportBild wirft in der Vorbereitung auf die wichtige Partie des BVB am Samstag gegen Bayer Leverkusen (15.30 Uhr/Sky) einige Fragen auf. Im Klub soll es einige Spannungspunkte geben, die zum Bruch führen könnten.

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So scheinen Trainer Favre die forschen Ansagen seiner Vorgesetzten bezüglich der deutschen Meisterschaft nicht gefallen zu haben. Das ist nicht schwer zu erkennen, winkte der Schweizer doch auf die Frage nach dem Titel gerne ab.

Als man ihn in der Vorbereitung nach dem Favoriten auf die Meisterschale fragte, war die Antwort von Favre eindeutig: “Der FC Bayern.” Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc dürften das nicht gerne gehört haben.

Favres Schweigen kostet wohl Standing

Die SportBild geht allerdings noch weiter und berichtet auch von Spannungen zwischen Trainer und Mannschaft. Favre soll im Schlussspurt der vergangenen Saison, als der BVB die Meisterschaft verspielte, an Standing verloren haben.

Dadurch, dass der Trainer lieber leise und reflektierte Töne anschlägt, überließ er motivierende Reden wohl Geschäftsführer Watzke oder Kapitän Reus. Zumindest Watzke hatte derartiges schon bestätigt.

Das soll bei der Mannschaft einen schalen Eindruck hinterlassen haben. Dass Favre kein Motivator ist, muss den Klub-Bossen aber bereits vor seiner Verpflichtung bekannt gewesen sein - und Watzke verwies darauf, auch in Zeiten von Jürgen Klopp schon gelegentlich Reden in der Kabine gehalten zu haben.

BVB-Spieler wünschen sich wohl andere Taktik vom Trainer

Dass die Mannschaft sich allerdings laut SportBild-Bericht von Favres Vorgaben taktisch eingeengt fühlt, würde die Situation nochmals verschärfen. Das Team pocht wohl auf ein Offensivspektakel, während Favre bekanntlich für eine kontrolliertere Vorgehensweise steht.

Obendrein soll dem Trainer ausgerechnet der Dortmunder Königstransfer nicht geschmeckt haben. Mats Hummels kam vom FC Bayern, Abdou Diallo ging nach Paris. Problem: Favre hätte wohl gerne mit Diallo gearbeitet und auf den in seinen Augen zu langsamen Hummels verzichtet.

Diese Ablehnung teilt er wohl mit Manuel Akanji. Ausgerechnet der designierte Nebenmann von Hummels in der Abwehrzentrale des BVB soll unzufrieden damit sein, dass er vom Neuzugang aus München als dritter Kapitän abgelöst wurde.

Favre schwieg in Berlin - und schickte Botschaft an Klub-Bosse

Allesamt Spannungen, die sich der BVB eigentlich nicht leisten kann. Die 1:3-Niederlage gegen Union Berlin hatte dem Saisonstart kurz vor der Länderspielpause auch eine negative Seite beschert.

Dabei hätte Favre dort die Gelegenheit gehabt, etwas zu tun. In der zweiten Halbzeit gab es ob der drückenden Hitze in Berlin eine kurze Trinkpause. Wo andere Trainer laut Anweisungen herumbrüllen oder nochmal eine Motivationsrede halten, schwieg sich der BVB-Coach aus.

Auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Partie blieb Favre eine Erklärung dafür schuldig. Vielmehr schickte er den Bossen eine Botschaft bezüglich Meisterschaft: “Wir müssen aufpassen, was wir sagen. Ich sage das seit Langem.” Ziel Meisterschaft? Ganz dabei ist er sichtlich nicht.

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