Nach Rassismus-Eklat: Jetzt äußert sich Rossmann

Sandra AlterFreiberufliche Journalistin
Yahoo Finanzen

Seit vergangener Woche sorgt ein rassistischer Vorfall in einer Berliner Rossmann-Filiale für Aufsehen. Nun entschuldigt sich die Drogeriemarktkette öffentlich.

Nach Rassismus-Eklat: Jetzt äußert sich Rossmann. (Symbolbild: Getty Images)
Nach Rassismus-Eklat: Jetzt äußert sich Rossmann. (Symbolbild: Getty Images)

Völlig aufgelöst erklärt Vanessa H. in einem Video vor einer Rossmann-Filiale stehend, dass sie gerade von einer Kassiererin rassistisch beleidigt wurde. „Ich musste mir anhören, dass die Karte, die ich besitze, meine Bankkarte, nicht meine ist und dass eine Schwarze wie ich sowas nicht besitzen kann“, schildert die junge Frau den Vorfall. Hinzu gerufenes Personal habe sie dann der Lüge bezichtigt und gesagt, sie solle „die Klappe halten“.

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Ausgelöst wurde der Eklat durch die fehlende Unterschrift auf der Bankkarte von Vanessa H. Aus diesem Grund verlangte die Kassiererin den Ausweis der jungen Frau. Weil der Name nicht vollständig abgeglichen werden konnte, habe die Kassiererin Vanessa H. des Betrugs beschuldigt.

Die von Vanessa H. hinzu gerufene Polizei hat laut den Aussagen der jungen Frau alles noch verschlimmert: „Ich rufe die Polizei. Der Polizist sagt, es ist meine Schuld. Das war das Erste, was er mir sagte. Es ist meine Schuld.“

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Polizei kommentiert den Fall auf Twitter

Die Polizei Berlin ermittelt und meldete sich auf Twitter zu dem Vorfall zu Wort: „Auch, wenn wir noch nicht alle Infos zusammengetragen haben, können wir bestätigen, dass gestern eine Strafanzeige aufgenommen und ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung mit rassistischer Motivation eingeleitet wurde.“

Außerdem rät die Polizei, falls sich der Vorfall so abgespielt habe, auch Beschwerde gegen die Beamten einzureichen, die vor Ort waren. Denn dann stehe „ein strafbares oder disziplinarwürdiges Verhalten“ des Kollegen im Raum.

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Rossmann postet eine Entschuldigung

Mittlerweile schlug der Vorfall hohe Wellen und nun meldet sich auch Rossmann zu Wort. Der Konzern postete öffentlich auf Facebook ein graues Banner, auf dem in weißer Schrift zu lesen ist: Es tut uns leid.

Neben dem Bild erklärt sich die Drogeriemarktkette ausführlich zu den Rassismus-Vorwürfen. „In einer Berliner Filiale gab es am Dienstag vergangene Woche einen Vorfall, der zu Rassismus-Vorwürfen gegenüber zwei Kolleginnen geführt hat. Wir bedauern es sehr, was Frau H. in unserer Filiale passiert ist.“

Bereits am Donnerstag habe man Vanessa H. über ihren Instagram-Account kontaktiert und um ein persönliches Gespräch gebeten. Sie habe jedoch nicht geantwortet, das respektiere man selbstverständlich.

Dass die Kassiererin den Ausweis verlangt habe, erklärte Rossmann mit einer Vorschrift, die für alle Kunden gelte, ganz gleich welcher Herkunft. „Fest steht: Auf Vanessa H.’s Girocard fehlte die Unterschrift. In diesem Fall muss jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter vorschriftsmäßig alle Kundinnen und Kunden bitten, den Ausweis zu zeigen. Das gilt für alle, für weiße oder Schwarze Deutsche, für Einheimische mit ausländischem Pass oder für Touristen: bei Rossmann soll jeder gleichbehandelt werden. Schließlich arbeiten bei uns 33.000 Menschen aus über 100 verschiedenen Ländern.“

Auch sei man weiter an einer vollständigen Aufklärung des Falles interessiert, das ginge aber nur, wenn alle Betroffenen an einen Tisch kommen. Deshalb bestehe die Einladung an Vanessa H. weiterhin.

Aber davon abgesehen habe Vanessa H. zweifelsohne Zivilcourage bewiesen und bereits Positives bewirkt. Rossmann kündigte an, sein gesamtes Team noch intensiver dafür zu sensibilisieren, jeder Form von Rassismus in Zukunft engagiert entgegenzutreten.

Im Video: Von der Leyen: "Wir müssen über Rassismus sprechen"

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