Nakagami: Auf eigene Faust neuen HRC-Vertrag für 2021er-Honda ausgehandelt

Mario Fritzsche
·Lesedauer: 4 Min.

Wenn Takaaki Nakagami in Zukunft an das zweite Aragon-Wochenende der MotoGP-Saison 2020 zurückdenkt, werden ihm zweieinhalb positive und ein negativer Aspekt einfallen.

Negativ ist, dass der Japaner am Sonntag direkt in der ersten Runde in Führung liegend gestürzt ist und damit ausgerechnet bei dem Rennen, bei dem er bislang am konkurrenzfähigsten war, seine erste Nullnummer des Jahres verbucht hat.

Positiv ist, dass Nakagami am Samstag erstmals in seiner Karriere in der Königsklasse die Pole-Position erobert hat. Ebenfalls positiv ist die Bekanntgabe vom Donnerstag, wonach Nakagami von HRC (Honda Racing Corporation) einen neuen Zweijahresvertrag bis Ende 2022 erhalten hat. Plan sieht vor, dass der Japaner mindestens bis Ende 2021 für das LCR-Team fährt, in dem er aktuell seine dritte und bislang beste MotoGP-Saison absolviert.

Zwei Tage nach dem neuen HRC-Vertrag die erste MotoGP-Pole für "Taka"

Zwei Tage nach dem neuen HRC-Vertrag die erste MotoGP-Pole für "Taka"<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Zwei Tage nach dem neuen HRC-Vertrag die erste MotoGP-Pole für "Taka"Motorsport Images

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Und der aus aktueller Sicht halbwegs positive Aspekt ist ein Bestandteil des neuen Vertrags. Nämlich, dass Nakagami in der Saison 2021 die neueste Spezifikation der Honda RC213V fahren wird. Ob das tatsächlich einen Vorteil beziehungsweise Fortschritt bringen wird, muss sich erst noch zeigen.

Schließlich ist Nakagami in der laufenden Saison 2020 mit seiner 2019er-Honda der mit Abstand punktbeste aller Honda-Fahrer im Feld. Allerdings macht allen voran der massive Aufwärtstrend von Alex Marquez auf der aktuellen RC213V Hoffnung für Nakagami. Diese Hoffnung besteht umso mehr, da es für 2021 Modifikationen am Bike geben soll.

"Honda unternimmt für das kommende Jahr eine zusätzliche Anstrengung, denn man wird vier Bikes der Version 2021 produzieren", erklärt LCR-Teamchef Lucio Cecchinello gegenüber 'MotoGP.com' und merkt an: "Soweit ich weiß, wird es das erste Mal für HRC sein, dass man vier Werksmaschinen an den Start bringt. Das ist eine unglaubliche Anstrengung, die Hondas Bekenntnis zur MotoGP-Klasse unterstreicht."

2021 Teamkollegen bei LCR-Honda: Nakagami und Alex Marquez

2021 Teamkollegen bei LCR-Honda: Nakagami und Alex Marquez<span class="copyright">Motorsport Images</span>
2021 Teamkollegen bei LCR-Honda: Nakagami und Alex MarquezMotorsport Images

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Nakagami bestätigt: "Ich kann sagen, dass ich nächstes Jahr das neueste Bike fahren werde. Es werden somit vier exakt gleiche Bikes sein." Diese vier werden von Marc Marquez und Pol Espargaro im Honda-Werksteam und von Alex Marquez und eben Nakagami im LCR-Honda-Team pilotiert. "Ich freue mich über die Verkündung des neuen Mehrjahresvertrags mit HRC", so Nakagami, der auf Nachfrage bestätigt: "Es sind zwei Jahre."

Ob Nakagami dann auch 2022 wieder das neueste Bike bekommt, steht derzeit aber noch nicht fest. "Das weiß ich noch nicht", antwortet er und erklärt, warum: "Über 2022 haben wir noch gar nicht gesprochen. Wir haben uns auf die kommende Saison konzentriert und in der werde ich das neueste Bike haben. So ist momentan der Stand."

LCR-Teamchef Cecchinello kommentiert den neuen Honda-Vertrag für Nakagami mit Genugtuung: "Wir freuen uns sehr für 'Taka', denn er hat es verdient. Wir alle wissen, dass er sich in den vergangenen Jahren stark verbessert hat. Er wird von Jahr zu Jahr besser und angesichts dessen, wo er jetzt in der Gesamtwertung steht, hat er die weitere Zusammenarbeit mit HRC wirklich verdient."

Cecchinello freut sich für "Taka", weiß aber noch nicht, ob er ihn auch 2022 bekommt

Cecchinello freut sich für "Taka", weiß aber noch nicht, ob er ihn auch 2022 bekommt<span class="copyright">LAT</span>
Cecchinello freut sich für "Taka", weiß aber noch nicht, ob er ihn auch 2022 bekommtLAT

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Mit Blick auf 2022 präzisiert Cecchinello, dass Nakagami für dieses zweite Vertragsjahr zwar an Honda, aber noch nicht zwingend an LCR gebunden ist. "Das ist eine Sache, in die ich nicht involviert bin, weil ich die Details des Vertrags nicht vorliegen habe", so der LCR-Teamchef, der sich durchaus vorstellen kann, dass es im Fall der Fälle "eine gewisse Option im Sinne von Honda gibt".

Unterstützung in Form eines Managers hat Nakagami für seine Vertragsverlängerung mit Honda übrigens nicht zurate gezogen. "Ich mache das alles selber. Ich habe keinen Manager", sagt der LCR-Pilot und verrät: "Auch in der Vergangenheit habe ich immer persönlich mit Kuwata-San (HRC-Renndirektor Tetsuhiro Kuwata; Anm. d. Red.) verhandelt. So einfach ist das. Für die Zukunft werde ich mir aber vielleicht mal einen Manager zulegen."

Mit Bildmaterial von Team LCR Honda.