NASCAR Pocono 1: Kevin Harvick beendet Durststrecke

Mario Fritzsche
motorsport.com

Teil 1 des historischen Double-Headers der NASCAR Cup Series auf dem Pocono Raceway ist in den Büchern. Beim Pocono Organics 325 ging der Sieg am Samstag nach 130 Runden an Kevin Harvick (Stewart/Haas-Ford). Am Sonntag folgt ein zweites Rennen, welches über 350 Meilen (140 Runden) gehen wird. Es ist das erste Mal in der seit 1949 geschriebenen Geschichte der höchsten NASCAR-Liga, das zwei Punkterennen an aufeinanderfolgenden Tagen auf derselben Strecke angesetzt wurden. Corona hat damit aber nichts zu tun.

FOTOS: Pocono Organics 325 auf dem Pocono Raceway

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Nicht nur der Double-Header ist eine Premiere auf dem Pocono Raceway. Denn Kevin Harvick hatte auf dieser Strecke bis dato noch nie den Weg in die Victory Lane gefunden. Im 39. Anlauf ist es ihm nun gelungen. Damit ist der NASCAR-Champion von 2014 jetzt nur noch auf dem Kentucky Speedway und auf dem Roval des Charlotte Motor Speedway ohne Cup-Sieg.

Am Ende aber wurde es für Harvick auf dem Weg zum ersten Pocono-Sieg noch richtig eng. Denn Denny Hamlin (Gibbs-Toyota) drehte in der Schlussphase die schnellsten Runden. Zum vierten Saisonsieg 2020 und zum sechsten Pocono-Sieg fehlte ihm letztlich weniger als eine Sekunde.

Startverzögerung aufgrund von undichten Stellen im Asphalt

Harvicks Teamkollege Aric Almirola (Stewart/Haas-Ford) startete nach der dreistufigen Auslosung der Startaufstellung von ganz vorn. Doch bevor es losgehen konnte, gab es mal wieder eine Verzögerung. In den Stunden vor dem Rennen hatte es geregnet. Und während weite Teile des 2,5 Meilen langen Tri-Ovals schnell getrocknet waren, gab es in Turn 2 mehrere Stellen, an denen Feuchtigkeit von unten durch den Asphalt nach oben drang.

Bevor es losgehen konnte, musste der Asphalt bearbeitet werden

Bevor es losgehen konnte, musste der Asphalt bearbeitet werden <span class="copyright">Lesley Ann Miller / Motorsport Images</span>
Bevor es losgehen konnte, musste der Asphalt bearbeitet werden Lesley Ann Miller / Motorsport Images

Lesley Ann Miller / Motorsport Images

Diese sogenannten "Weeper" mussten behandelt werden, was für eine 45-minütige Verzögerung des Starts sorgte. Als es losgehen sollte, setzte leichter Regen ein und der Start verzögerte sich um weitere 15 Minuten. Eine Stunde später als geplant wurde unter stark bewölktem Himmel dann tatsächlich gestartet. Und die Wolken sollten tatsächlich bis zur Zielflagge dichthalten.

Stage-Siege für Logano und Almirola - Crash Jones/Reddick

Am Ende von Stage 1 hatte Joey Logano (Penske-Ford) die Nase vorn, weil ihn seine Penske-Teamkollegen Ryan Blaney und Brad Keselowski an Spitzenreiter Almirola vorbei in Führung geschoben hatten. Dieses erste von drei Rennsegmenten war auf lediglich 25 Runden angesetzt.

 

Stage 2 war mit 52 Runden mehr als doppelt so lang. Und in diesem Segment setzte sich schließlich Almirola durch, nachdem strategiebedingt auch Martin Truex Jr. lange geführt hatte. Der Fahrer des #19 Gibbs-Toyota war auf einem komplett anderen Boxenstopprhythmus unterwegs als Almirola, Logano und Co.

Kurz vor Ende von Stage 2 gab es den wildesten Crash des Rennens, als Erik Jones (Gibbs-Toyota) und Tyler Reddick (Childress-Chevrolet) auf der Start/Ziel-Gerade aneinander gerieten und in die Boxenmauer krachten.

 

Das entscheidende dritte Rennsegment war mit 53 Runden nahezu gleichlang wie Stage 2. Während Truex Jr. fortan auf angeglichener Boxenstoppstrategie wie Almirola, Logano und Co. unterwegs war, holte sich Ryan Newman (Roush-Ford) mit abweichender Strategie zahlreiche Führungsrunden. Nach spätem letzten Green-Flag-Stop sollte es für den zu Saisonbeginn beim Daytona 500 so schwer verunfallten Routinier aber nur zu Platz 15 im Endergebnis reichen.

Langzeitspitzenreiter Almirola wurde letztlich Dritter hinter Harvick und Hamlin. Dass ihm am Ende mehr als 15 Sekunden auf den Sieger fehlten, lag daran, dass er beim letzten Green-Flag-Stop einen Rundum-Service in Form von vier frischen Reifen erhielt, während bei Harvick nur deren zwei frische Reifen aufgezogen wurden.

Den vierten Platz belegte Christopher Bell (Leavine-Toyota). Für den Rookie ist es beim 14. Rennen seiner Karriere in der höchsten NASCAR-Liga die bislang beste Platzierung. Titelverteidiger Kyle Busch, der drei der fünf vorherigen Pocono-Rennen gewonnen hatte, kam mit seinem #18 Gibbs-Toyota diesmal auf P5 ins Ziel. Die Top 10 wurden allesamt von Ford- und Toyota-Fahrern gebildet.

Der Australier James Davison (Spire-Chevrolet) beendete sein Cup-Debüt auf Platz 34 im 40-köpfigen Feld.

Rennen 2 des Double-Headers auf dem Pocono Raceway folgt am Sonntag. Die Startaufstellung für dieses zweite Rennen ergibt sich aus dem Ergebnis des ersten, wobei die Top 20 umgedreht werden. Somit wird Samstagssieger Kevin Harvick von P20 starten, während Ryan Preece (JTG-Chevrolet) von P1 loslegen wird.

Mit Bildmaterial von NASCAR Media.

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