NASCAR-Präsident: Neuer Hersteller nur mit Teil-Elektrifizierung

André Wiegold
·Lesedauer: 2 Min.

Für NASCAR-Präsident Steve Phelps wäre es keine "Überraschung", wenn neue Hersteller erst dann in die Meisterschaft einsteigen, wenn ein Hybridsystem eingeführt wird. Der Trend in der Automotive-Welt geht immer weiter in Richtung (Teil-)Elektrifizierung, weshalb der Einstieg in eine Rennserie, die aktuell auf Verbrenner-V8-Motoren setzt, für die Marken kaum vom Vorteil wäre.

Aktuell gibt es in der NASCAR-Cup-Serie drei Hersteller: Chevrolet, Ford und Toyota. Dodge hat nach der Saison 2012 - und dem Meisterschaftssieg mit Brad Keselowski - die Meisterschaft verlassen. Immer wieder gibt es Gerüchte, dass andere Hersteller Interesse an der größten Motorsportserie Nordamerikas hätten, aber ohne Teil-Elektrifizierung wird wohl keine neue Marke dazustoßen.

"Es würde mich überraschen, wenn ein neuer Hersteller ohne eine irgendeine Form der Elektrifizierung einsteigt", sagt Phelps im Rahmen des Daytona 500. "Es geht nicht darum, eine vollelektrische Meisterschaft zu haben, ich spreche von einem Hybridsystem. Das ist etwas, das wir uns zusammen mit unseren drei Herstellern aktuell anschauen. Die Frage ist, wie es aussehen wird und welches das perfekte Timing ist."

Keine vollelektrische NASCAR

Laut Phelps hat NASCAR noch keine Antworten auf die Fragen, wann das Hybridsystem kommen und wie es aussehen wird. Jedoch arbeite eine Arbeitsgruppe bestehend aus John Probst (NASCAR Vize-Innovationschef) und Steve O'Donnell (Rennentwicklungschef) zusammen mit den drei Marken an Lösungen, so der NASCAR-Präsident.

Das neue Auto weckt bei NASCAR große Hoffnungen

Das neue Auto weckt bei NASCAR große Hoffnungen<span class="copyright">Grace Krenrich</span>
Das neue Auto weckt bei NASCAR große HoffnungenGrace Krenrich

Grace Krenrich

Die Coronavirus-Pandemie ist an den Autobauern aber nicht einfach vorbeigegangen. Das Jahr 2020 hat auch in den USA seine Spuren hinterlassen. Trotz der wirtschaftlichen Einbußen sieht Phelps das neue Auto als großen Pluspunkt bei der Jagd auf neue Marken in der Cup-Serie an.

"Das Next-Gen-Auto wird so viel für den Sport machen, wenn es im Jahr 2022 erstmals im Rennen zu sehen sein wird", so der NASCAR-Präsident. "Der Style wird großartig sein. Aufgrund der Aerodynamik wird das Racing vermutlich besser sein. Die absoluten Kosten für den Einsatz eines Autos sollen sinken. Außerdem wird es voraussichtlich mehr Fahrzeuge geben, die an der Spitze mithalten können."

Sollte das eintreffen, steht NASCAR womöglich eine goldene Zeit bevor. Auch in anderen Bereichen scheint es zu funktionieren: Phelps spricht von guten Gesprächen mit Strecken, die nicht im Besitz von NASCAR Sind. Auch die Diskussionen mit den Teams, Herstellern und TV-Partnern würden aktuell besser denn je laufen. Er sagt: "Im Vergleich zu vor zwei Jahren gibt es heute das Vertrauen, das war vor drei Jahren noch anders. Der Schwung füttert sich gerade von allein."

Mit Bildmaterial von NASCAR Media.