NASCAR-Stars Johnson & Wallace äußern sich zum Thema Rassismus

Jim Utter
motorsport.com

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton bemüht sich in diesen Tagen intensiv, auf das Thema der ungerechten Behandlung von farbigen Menschen aufmerksam zu machen. Auf seinen Social-Media-Plattformen hat Hamilton mit mehreren Postings und Story-Postings seine Gefühle zum Ausdruck gebracht.

Darrell "Bubba" Wallace hat Diskriminierung am eigenen Leib erlebt

Darrell "Bubba" Wallace hat Diskriminierung am eigenen Leib erlebt <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Darrell "Bubba" Wallace hat Diskriminierung am eigenen Leib erlebt Motorsport Images
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"Was mich aber am meistern verärgert hat", so Wallace, "waren die Sprüche, die ich mir anhören musste. 'Können Sie sich dieses Auto leisten? Das ist ein schönes Auto.' Und ich sagte: 'Ja Sir, das kann ich.' Ich wollte noch mehr sagen, aber eine falsche Bewegung hätte, weil ich schwarz bin, dazu führen können, dass ich auf dem Gehweg liege und sagen muss 'Ich kann nicht atmen.'"

Jimmie Johnson: "Habe versucht, meine Stimme zu finden"

Jimmie Johnson, einer der Fahrer, die mit Wallace zum Thema Rassendiskriminierung telefoniert haben, hat sich kurz vor und kurz nach den Äußerungen von Wallace selbst zu Wort gemeldet - sowohl auf Social-Media als auch im Interview. Der siebenmalige NASCAR-Champion betont aber, dass das Thema für ihn selbst eine Lernerfahrung ist.

Johnson gibt an, seine Stimme zum Thema lange genug zurückgehalten zu halten

Johnson gibt an, seine Stimme zum Thema lange genug zurückgehalten zu halten <span class="copyright">NASCAR Media</span>
Johnson gibt an, seine Stimme zum Thema lange genug zurückgehalten zu halten NASCAR Media

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"Ich habe mich veranlasst gefühlt, Erklärungen abzugeben und ich wollte meinen Standpunkt teilen. In meiner Position möchte ich als Mensch eine Stimme haben, um für Ungerechtigkeiten einstehen zu können. Also habe ich versucht, meine Stimme zu finden", so Johnson am Freitag. Bereits am Montag hatte er auf seinen Social-Media-Plattformen eines der berühmtesten Zitate von Martin Luther King geteilt und mit eigenen Worten kommentiert:

"Es tut weh zu sehen, wie unser Land von Rassismus und Hass zerrissen wird. Ich kann nicht vortäuschen, dass ich verstehen würde, was schwarze Männer und Frauen erlebt haben. Aber ich kann meine Stimme erheben und Rassenungleichheit verurteilen. Ich hoffe, dass sich die Liebe für die gesamte Menschheit durchsetzen kann und Veränderungen herbeiführen kann, um eine bessere Zukunft für unsere Kinder zu schaffen", so Johnson.

"Ich glaube, ein Teil dieser Reise besteht darin, mich selbst zu bilden", gibt Johnson im Gespräch zu. "Ich habe mich intensiv damit beschäftigt und habe versucht, mich weiterzubilden." Auf welche Art und Weise? "Mittels Telefongesprächen mit Freunden, wie etwa Bubba Wallace und anderen farbigen Freunden, die ich im Laufe der Jahre kennengelernt habe."

"Zu lernen und zu verstehen, wie umfassend sich meine Freunde mit Schwierigkeiten beschäftigt haben, hilft mir dabei, meine Stimme zu finden und Klarheit zu erhalten über die Situation und all den Lärm da draußen", erklärt der siebenmalige NASCAR-Champion.

Wallace: "Unsere Stimme hat so viel mehr Gewicht"

Johnson gibt aber zu, dass es eine Herausforderung ist, sich in den öffentlichen Diskurs einzubringen: "Es ist ein sensibles Thema. Ich glaube, man muss seinem Herzen folgen und das posten, woran man glaubt. Es ist schwer, sein Leben zu leben, wenn man sich Sorgen um andere Menschen machen muss. Man muss seine Leidenschaften und die Dinge, an die man glaubt, erkennbar werden lassen."

Oder wie es "Bubba" Wallace im Podcast von Dale Earnhardt Jr. formuliert: "Unsere Stimme hat so viel mehr Gewicht als jene von 'Joe Schmo' von der Straße. Ich habe gesagt, dass wir es besser machen müssen und jeden ermutigen müssen, das zu sagen, was er fühlt. Letzten Endes ist das viel wichtiger als jeder Rennsieg oder Titel, die man jemals erreicht hat. Das ist etwas, das eine Veränderung auf globaler Ebene zur Folge haben kann."

Weitere Co-Autoren: Charles Bradley. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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