Neue Abseitstechnologie für die WM in Katar

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Jetzt ist es offiziell: Die FIFA wird bei der WM in Katar auf die neue "halbautomatische Abseitserkennung" setzen.

Bei der Klub-WM in Abu Dhabi wurde die neue Technologie bereits erfolgreich eingesetzt.
Bei der Klub-WM in Abu Dhabi wurde die neue Technologie bereits erfolgreich eingesetzt. (Bild: REUTERS/Matthew Childs)

Drei bis vier Sekunden. Solange soll es in Zukunft nur noch dauern, bis eine eindeutige Abseitsentscheidung getroffen ist. Spätestens dann bekommt der Schiedsrichter oder der VAR das Signal der neuen Technologie. Damit diese präzise arbeiten kann, werden in jedem WM-Stadion zwölf Kameras installiert, die das Spielfeld auf jeder Perspektive im Blick haben.

Neue Technik bereits mehrfach getestet

"Halbautomatische Abseitserkennung" nennt sich diese neue Technologie. Bei mehreren Turnieren konnte sie bereits getestet werden. Schon im vergangenen Jahr kam sie bei Junioren-Spielen zum Einsatz, zuletzt auch bei der Klub-WM im Februar 2022 in Abu Dhabi. Nach den erfolgreichen Testläufen entschied die FIFA nun: Die Technik wird auch bei der WM in Katar zum Einsatz kommen, die im November beginnt.

Die halbautomatische Abseitserkennung soll noch schneller und genauer funktionieren.
Die halbautomatische Abseitserkennung soll noch schneller und genauer funktionieren. (Bild: REUTERS/Matthew Childs)

Die Kameras unter dem Stadiondach liefern Daten zum Ball und zu den Spielern. Je Akteur können dies bis zu 29 Datenpunkte sein, die bis zu 50 Mal pro Sekunde erfasst werden. So soll genauesten aufgezeichnet werden, ob sich ein Körperteil eines Spielers im Moment der Ballabgabe im Abseits befindet. Auch der offizielle Spielball der WM trägt seinen Teil dazu bei. Der adidas-Ball hat einen eingebauten Sensor, der sogar bis zu 500 Mal pro Sekunde die Balldaten an den VAR-Raum sendet. Aus dieser Datenmenge wird sofort eine 3-D-Animation erstellt, die auch die Zuschauer im Stadion und vor dem Fernseher die Abseitsentscheidungen direkt nachvollziehen lässt.

Collina lobt VAR

Die italienische Schiedsrichter-Legende Pierluigi Collina, mittlerweile Vorsitzender der FIFA-Schiedsrichterkommission ist von der neuen Technik angetan. "Die VAR haben einen überaus positiven Effekt auf den Fussball. Dank ihrem Einsatz gibt es erheblich weniger Fehlentscheidungen," sagte Collina zu der Entscheidung der FIFA. "Wir erwarten, dass es mit der halbautomatischen Abseitstechnologie noch weniger werden." Denn bisher dauere es oft noch zu lange, bis eine Abseitsentscheidung getroffen würde, bemängelte der Ex-Schiri. Mit der neuen Technologie soll dies nun schneller und präziser geschehen.

Im Video: Abseits-Revolution bei WM in Katar möglich

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