Neue Vergewaltigungsvorwürfe gegen Ex-Boxweltmeister Mike Tyson

Dem früheren Boxweltmeister Mike Tyson droht ein neuer Prozess wegen Vergewaltigung. Eine Frau aus dem US-Bundesstaat New York reichte laut am Dienstag (Ortszeit) bekannt gewordenen Gerichtsdokumenten Klage gegen den 56-Jährigen ein, weil er sie Anfang der 1990er Jahre in einer Limousine vergewaltigt haben soll. Die Klägerin fordert von Tyson fünf Millionen Dollar (knapp 4,6 Millionen Euro) Entschädigung, ihre Identität wurde nicht öffentlich gemacht.

Die Frau reichte die Klage den Unterlagen zufolge Anfang Januar bei einem Gericht im Bezirk Albany ein. Dabei nutzte sie ein neues Gesetz im Bundesstaat New York, das es mutmaßlichen Vergewaltigungsopfern ein Jahr lang ermöglicht, unabhängig von Verjährungsfristen mutmaßliche Täter in Zivilverfahren auf Schadenersatz zu verklagen. Die Klägerin beantragte, anonym zu bleiben, weil sie nach eigenen Angaben befürchtet, andernfalls "von den Medien und all den Fans (von Tyson) angegriffen" zu werden.

Die Klägerin schilderte dem Gericht, sie habe Tyson Anfang der 90er Jahre in einem Nachtclub kennengelernt. Sie sei ihm in seine Limousine gefolgt, wo er sie angegriffen und vergewaltigt habe. Die Klägerin erlitt nach eigenen Angaben "physische, psychische und emotionale Schmerzen", unter denen sie noch heute leide. Tyson soll daher fünf Millionen Dollar als Entschädigung zahlen. Der Ex-Boxweltmeister reagierte zunächst nicht auf die Vorwürfe.

Tyson kam 1966 im New Yorker Stadtteil Brooklyn zur Welt. Nach einer schwierigen Kindheit und Jugend als Kleinkrimineller stieg er in den 80er Jahren zu einem der besten Schwergewichtsboxer der Geschichte auf. Bei seinen Gegnern war er für seine harten Schläge und seine Wutausbrüche berüchtigt. So biss er bei einem Kampf 1996 seinem Gegner Evander Holyfield ein Stück seines Ohrs ab.

Auch außerhalb des Boxrings sorgte Tyson immer wieder für Negativ-Schlagzeilen. 1992 wurde er wegen Vergewaltigung der damals 18-jährigen Miss-Black-America-Kandidatin Desiree Washington zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt; die letzten drei Jahre Haft wurden auf Bewährung ausgesetzt.

1999 folgte eine einjährige Haftstrafe wegen eines tätlichen Angriffs auf Beteiligte an einem Verkehrsunfall. Nach vier Monaten durfte Tyson das Gefängnis verlassen und die restliche Strafe im Hausarrest verbüßen. Erst im April vergangenen Jahres sorgte Tyson wieder für Schlagzeilen, als er Berichten zufolge in einem Flugzeug einem jungen Mann mehrmals ins Gesichts schlug. In diesem Fall wurde jedoch keine Anklage erhoben.

Seit Kurzem mischt Tyson, der nach eigenen Angaben im Laufe seines Lebens unter Depressionen und Drogenabhängigkeit litt, mit einer eigenen Marke in der Cannabis-Branche mit. Außerdem gibt es einen Podcast mit ihm.

yb/ju