Neue Wohnung, was nun? Darauf sollten Sie beim Umzug achten!

Willy FlemmerFreier Autor für Yahoo

Umziehen heißt nicht nur Möbel von der alten in die neue Wohnung transportieren. Ein Umzug beginnt Wochen davor und endet Wochen danach. Wir erklären Ihnen, an was Sie beim Wohnungswechsel alles denken müssen.

Umziehen ist kompliziert und muss akribisch geplant werden. (Bild: Getty Images)
Umziehen ist kompliziert und muss akribisch geplant werden. (Bild: Getty Images)

Die Freude über eine neue Wohnung wird schnell durch das Wissen um die bevorstehende Mühe des Umzuges gedämpft. Kein Wunder, Umziehen ist kräftezehrend, nervenaufreibend und zu allem Überfluss auch noch kostspielig. Und doch muss jeder den Berg erklimmen, der eine neue Wohnung gefunden hat. Vielleicht hilft eine Lebensweisheit von Konfuzius. Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Wenn also auch Sie vor einem Umzug stehen, dann lassen Sie uns den weiten Weg gemeinsam gehen.

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Unser erster Ratschlag mag es vielleicht nicht mit der Weisheit eines Konfuzius' aufnehmen, eine kleine Hilfestellung kann er vielleicht dennoch sein: Der Umzug beginnt nicht mit dem Möbelpacken und endet lange nicht mit der letzten Fuhre in die neue Wohnung. Er fängt idealerweise mehrere Wochen vor dem Auszug an und ist mehrere Tage nach dem Einzug erst abgeschlossen. Umziehen heißt nicht nur packen und schleppen, renovieren und einrichten. Gefordert sind neben körperlicher Arbeit auch Planung und Organisation. Menschen, die umziehen, müssen immer zweigleisig fahren, sie ziehen zugleich ein und aus.

Vor dem Umzug

Wenn Sie vor einem Umzug stehen, müssen Sie vieles schon lange im Vorfeld erledigen. Einer der ersten Schritte beginnt Monate vor dem eigentlichen Umzug, nämlich mit der Kündigung der alten Wohnung. Zusätzlich dazu müssten Sie in den kommenden Wochen sämtliche wohnungsbezogenen Verträge kündigen bzw. anpassen wie den Telefon- und den DSL-Vertrag. Auch mit dem Strom- und Gasanbieter sollten Sie alles Weitere klären. Wenn Sie eine Zeitung abonnieren, dann heißt es auch hier: abbestellen oder ummelden?

Rechtzeitig vor dem Umzug sollten Sie sich auch Gedanken darüber machen, ob sie den Umzug selbst über die Bühne bringen wollen oder dafür besser ein Umzugsunternehmen engagieren. Im ersten Fall müssten sie Menschen aus ihrem sozialen Umfeld um Hilfe bitten. Außerdem werden Sie für den Tag oder die Tage des Umzugs eventuell Urlaub beantragen wollen. Und: Welches Umzugsauto wollen Sie benutzen, ihr Privatauto, in das Sie die sperrigsten Möbel eventuell nicht unterbringen könnten. Oder mieten sie lieber einen Transporter? Im letzten Fall sollten Sie frühzeitig einen Anbieter kontaktieren.

Umzugshelfer können eine wichtige Stütze sein. (Bild: Getty Images)
Umzugshelfer können eine wichtige Stütze sein. (Bild: Getty Images)

Das Gleiche gilt für den Fall, dass sie ein Umzugsunternehmen engagieren. Kümmern Sie sich lieber früher darum, bevor es zu spät ist. Übrigens: Es gibt eine Alternative zwischen selber machen und machen lassen. Ist die Ladung zu groß für ihr Privatauto und zu klein für einen Transporter oder eine Umzugsfirma, können Sie bei einem Speditionsunternehmen eine so genannte Beiladung beantragen. Dabei laden Sie Ihre Möbelstücke – wie der Begriff schon sagt – der Fracht eines Lkw bei. Davon profitieren nicht nur Sie finanziell, sondern auch das jeweilige Unternehmen, das einen womöglich halbleeren Wagen befüllen und dafür auch noch etwas Entgelt kassieren kann. Außerdem hat eine Beiladung einen weiteren Vorteil: Sie ist umweltfreundlich. Denn auf diese Weise ist ein CO2-schleudernder Transporter weniger auf den Straßen unterwegs.

Selber machen oder machen lassen? Vor dieser Frage werden Sie sicher auch hinsichtlich der Renovierung der alten Wohnung stehen. Wenn Sie diese selbst durchführen wollen, sollten Sie überlegen, welche Materialien Sie etwa für das Streichen der Wände brauchen. Sind Sie handwerklich nicht der begabteste, lassen Sie die Wohnung vor der Übergabe besser von den Fachmännern auf Vordermann bringen. So oder so, ans Werk gehen sollten Sie auf jeden Fall, und zwar auch hier rechtzeitig.

Während Sie die alte Wohnung auf Vordermann bringen (lassen), müssen Sie zugleich an die neue Wohnung denken. An die Arbeit können Sie zwar erst dann gehen, wenn die Vormieter ausgezogen ist, rechtzeitig mit der Planung beginnen schadet dennoch nicht. Es wartet nämlich so manche Arbeit auf Sie. Eventuell müssten Sie auch diese Wohnung renovieren. Haben dies bereits die Vormieter oder der Vermieter erledigt, können Sie sich langsam Gedanken hinsichtlich Gestaltung und Einrichtung machen. Wollen Sie die Farbe der Wände lassen, wie sie sind? Oder sollen sie neu gestrichen werden? Wollen Sie lieber Tapeten haben? Wenn ja, welche Farbe und welches Muster soll es sein?

Die alte Wohnung selber renovieren oder es von Profis erledigen lassen? (Bild: Getty Images)
Die alte Wohnung selber renovieren oder es von Profis erledigen lassen? (Bild: Getty Images)

Auch der Möbelfrage sollten Sie sich im Vorfeld eines Umzugs widmen. Sie wissen ja schon, wie Ihre neue Wohnung aussieht, wie sie geschnitten ist, wie groß die Zimmer sind, usw. Passen alle Ihre alten Möbel rein? Wenn nicht, dann müssten Sie neue kaufen. Nach diesen gilt es, Ausschau zu halten – sei es online oder vor Ort in einem Möbelhaus. Haben Sie die Wahl getroffen, dann sollten Sie sich möglichst schnell an die Bestellung machen. Denn Möbel lassen schon mal gerne Wochen bis Monate auf sich warten.

Wie wichtig Vorsorge und Planung sind, zeigt auch das Parkplatzproblem. Je nach Wohngegend könnten Sie am Tag des Umzugs Schwierigkeiten bekommen, für das Umzugsauto Parkplätze zu finden. Daher sollten Sie diese vorsorglich reservieren. Und zwar sowohl vor der alten wie der neuen Wohnung. Natürlich dürfen Sie zu diesem Zweck nicht einfach Halteverbotsschilder aufstellen. Die müssen Sie sich durch die Straßenverkehrsbehörde der jeweiligen Stadt oder Gemeinde genehmigen lassen. Die eigentlichen Verbotsschilder können sie bei verschiedenen Unternehmen mieten. Wichtig dabei: Antrag des Halteverbots und Miete von Schildern kosten nicht nur Gebühren, sondern auch Zeit. Deshalb sollten Sie das Thema mindestens 14 Tage vor dem Umzugstermin in Angriff nehmen.

Endlich! Der Umzug

Der Tag des Umzugs ist endlich da. Nun heißt es packen und einladen, ausladen und auspacken. Gut, dass sie geplant und vorgesorgt haben. Denn nun stehen Sie nicht alleine da. Die Umzugshelfer erleichtern Ihnen die Arbeit sehr. Sie helfen bei der körperlichen Arbeit, können aber auch bei umzugsfernen Tätigkeiten eine Stütze sein, indem sie etwa auf Ihr oder Ihre Kinder aufpassen. Haben Sie ein Umzugsunternehmen engagiert, dann minimiert sich der Anteil Ihrer Arbeit je nachdem, welches Angebot der jeweiligen Firma Sie gebucht haben. Haben Sie sich etwa für einen Premium-, einen Komfortumzug oder dergleichen entschieden, dann brauchen Sie nicht nur keine Möbel schleppen, sondern nicht einmal die Kartons packen. All das erledigen die Mitarbeiter der Umzugsfirma.

Umzug mit Karton, Werkzeug, Besen auf Parkett (Bild. Getty Images)
Umzug mit Karton, Werkzeug, Besen auf Parkett (Bild. Getty Images)

Nach dem Umzug

Die Hände in den Schoß legen können Sie nach dem Transport der Möbel in die neue Wohnung noch lange nicht. Immerhin: Das Bergfest ist geschafft. Einige wenige, doch wichtige Arbeitsschritte stehen noch an. Zum Beispiel müssen sie die alte Wohnung renovieren, sauber machen und dem Vermieter oder Hausverwalter in schriftlicher Form übergeben. Im Wohnungsübergabe-Protokoll, das Sie übrigens auch beim Einziehen in die neue Wohnung unterzeichnen werden oder es schon getan haben, werden unter anderem etwaige, vom Ihnen verursachte Schäden protokolliert. Hat der Vermieter/Hausverwalter Sachbeschädigungen entdeckt, wird deren finanzieller Gegenwert von der Kaution abgezogen. Deren Rückerstattung müssen Sie übrigens mit dem Vermieter auch klären.

Nach dem physischen folgt der bürokratische Umzug. Das heißt, Sie müssen den Wohnungswechsel der einen oder anderen Behörde melden. Beim Einwohnermeldeamt werden Sie beispielsweise Ihre neue Adresse angeben müssen. Dafür haben sie maximal eine, in manchen Städten zwei Wochen nach dem Umzug Zeit. Hinzu kommen weitere Behördengänge. Sind Sie im Besitz eines Autos, bleibt Ihnen der Gang in die Kfz-Zulassungsbehörde nicht erspart. Haben Sie Kinder, müssen Sie auch beim Finanzamt vorstellig werden. Beziehen Sie Arbeitslosengeld, steht der Termin beim Arbeitsamt wohl oder übel an.

Versicherungsfragen

Wie man es auch dreht und wendet: Umzüge sind mühselig. Und teuer. Immerhin können Sie die Kosten in Grenzen halten, indem Sie sich mit der einen oder anderen Versicherung für alle Eventualitäten rüsten. Eine Haftpflichtversicherung zum Beispiel kommt in der Regel für Schäden auf, die Sie beim Umzug selbst verschuldet haben. Wollen Sie sich gegen die Sachbeschädigungen absichern, die ihre Freunde oder Verwandte beim Umzug verursachen könnten, können Sie mit diesen einen Vertrag aufsetzen, in dem Sie Einzelheiten klären. Wenn Sie Umzugshelfer über ein Online-Portal oder eine Jobbörse einstellen, dann sollten Sie sich erkundigen, ob sie über eine Versicherung verfügen.

Vorsicht beim Verpacken empfindlicher Gegenstände (Bild: Getty Images)
Vorsicht beim Verpacken empfindlicher Gegenstände (Bild: Getty Images)

Eine Umzugsfirma haftet nur für Schäden, die ihre Mitarbeiter selbst verursacht haben. In dem Fall würde das Unternehmen laut §451e im Handelsgesetzbuch Schäden in Höhe von 620 Euro pro Kubikmeter übernehmen. Sollten Ihre Möbelstücke diesen Wert überschreiten, können Sie eine Transportversicherung abschließen. Ansonsten sollten Sie es besser vermeiden, den Möbelpackern zu helfen. Kommt nämlich beim Umzug etwas zu Schaden, tragen Sie die Verantwortung. Geht etwa das Geschirr in dem Karton zu Bruch, den Sie selbst gepackt haben, haftet das Unternehmen nicht. Sie hätten die Sachen schließlich besser verpacken können.

Auch gegen die Schäden, die Sie möglicherweise im Laufe der Mietzeit in der alten Wohnung verursacht haben, können Sie sich versichern. Normalerweise dient für solche Fälle oder für noch ausstehende Nebenkosten die Kaution als Pfand. Diese beträgt in der Regel drei Monatskaltmieten und wird vom Mieter im Voraus an den Vermieter übergeben. Mit dem Abschluss der Mietkautionsversicherung würde die Versicherung mögliche Ansprüche des Vermieters begleichen. Ein weiterer Vorteil für den Mieter: Mit der Mietkautionsversicherung muss er die Kaution nicht in einer Summe aufbringen. Stattdessen zahlt er jährlich und für die Dauer der Mietzeit eine Prämie, für die er im Gegenzug eine Bürgschaftsurkunde erhält. Die händigt er dem Vermieter aus.

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