Neuer Ducati-Vertrag für Andrea Dovizioso: Knackpunkt Geld?

Gerald Dirnbeck
motorsport.com

Während Yamaha, Suzuki und Honda schon Fahrerverträge für das nächste Jahr abgeschlossen haben, hat sich Ducati noch nicht festgelegt. "Es wäre logisch, wenn wir mit den gleichen Fahrern weitermachen", wird Sportdirektor Paolo Ciabatti von 'Moto.it' zitiert. "Aber wir werden andere finanzielle Voraussetzungen haben."

Denn die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie treffen auch den Motorsport. Es wird wohl bei den Gehältern der Topfahrer angesetzt. "Die wirtschaftliche Situation hat sich verändert. Man kann nicht über Verträge wie in der Vergangenheit nachdenken", so Ciabatti. "Wir müssen kluge Entscheidungen treffen, die zu unserem Budget passen."

Zunächst wird sich Ducati mit Andrea Dovizioso einigen müssen, denn der dreimalige Vizeweltmeister verdient von den fünf bei Ducati unter Vertrag stehenden MotoGP-Fahrern am meisten. Noch soll es keine konkreten Gespräche gegeben haben. Simone Battistella, der Manager von Dovizioso, meint, dass man Ende Mai mit den Verhandlungen beginnen wird.

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Keine realistische Alternative für Dovizioso

Die Verhandlungen könnten bis zu den ersten Rennen im Juli abgeschlossen sein. Wird Geld der Knackpunkt beim neuen Vertrag sein? "Das ist nur ein Problem, wenn der Fahrer das Gefühl hat, dass sein Wert nicht geschätzt wird", so Battistella bei 'GPOne.com'. "Wir müssen realistisch sein, denn wir befinden uns in einer außergewöhnlichen Situation."

Dreimal hintereinander wurde Andrea Dovizioso Vizeweltmeister

Dreimal hintereinander wurde Andrea Dovizioso Vizeweltmeister <span class="copyright">LAT</span>
Dreimal hintereinander wurde Andrea Dovizioso Vizeweltmeister LAT

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"Die Teams werden finanziell nicht mehr in der gleichen Position sein, wie im vergangenen Jahr. Das betrifft auch die Sponsoren. Aber Geld ist nur zweitrangig. Ich arbeite mit Fahrern zusammen, die erst nach den technischen Aspekten über Geld sprechen", hält der Italiener fest. Alternativen zu Ducati hätte Dovizioso ohnehin kaum.

Es ist unwahrscheinlich, dass er Alex Marquez bei Honda ersetzen wird. Dann bliebe noch KTM. Red Bull ist ebenfalls persönlicher Sponsor von Dovizioso. Aber KTM hat bereits mehrfach gesagt, dass man nicht einen Star von einem anderen Team weglocken will und man sich auf die eigenen, jungen Fahrer konzentrieren wird.

Spannungen mit Dall'Igna nicht als Hindernis

"Abgesehen von Höhen und Tiefen, die es in allen Beziehungen gibt, ist die Geschichte mit Dovizioso eine Erfolgsgeschichte", lobt Ciabatti seinen erfolgreichsten Fahrer. "Er ist der einzige Fahrer, der in den vergangenen drei Jahren regelmäßig Marc Marquez Sorgen bereiten konnte. Ich denke, wir haben gemeinsame Ziele."

"Nach acht gemeinsamen Jahren wäre es schön, wenn wir zusammen weitermachen würden. Ich sehe auch kein bestimmtes Problem, dass das nicht der Fall sein wird. Aber es ist aber auch klar, dass die wirtschaftliche Seite ein Hindernis sein könnte." Außerdem rechnet Ciabatti damit, dass man mit konkreten Gesprächen mit allen Ducati-Fahrern nicht länger als bis Mitte Juni warten kann.

Dass die Spannungen zwischen Dovizioso und Gigi Dall'Igna im vergangenen Sommer ein Problem darstellen könnten, glauben weder Ciabatti noch Battistella. "Man muss sich nur ansehen, welche Aussagen die Yamaha-Fahrer in den vergangenen Jahren abgegeben haben. Dort gab es viele Spannungen", vergleicht Battistella. "In der MotoGP muss man überall das Limit finden, wenn man Ergebnisse will. Manchmal führt das zu Konfrontationen, aber es geht um ein gemeinsames Ziel."

Seit 2013 fährt Dovizioso für Ducati. Die italienische Marke war damals nach den beiden erfolglosen Jahren mit Valentino Rossi an einem Tiefpunkt angelangt. Schritt für Schritt wurde man mit vielen Umstrukturierungen konkurrenzfähig. 13 Rennen hat Dovizioso mit Ducati gewonnen, 38 Mal stand er auf dem Podest. 2017, 2018 und 2019 wurde er Vizeweltmeister.

Mit Bildmaterial von Ducati.

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