Neues Material – LEGO soll anders werden

Sandra AlterFreiberufliche Journalistin
Yahoo Finanzen

Nachhaltigkeit ist in aller Munde und geht auch an LEGO nicht vorbei. Der Spielzeughersteller hat sich zum Ziel gesetzt, dass sich der Stoff ändern soll, aus dem die Plastikklötzchen sind.

Nachhaltigkeit ist in aller Munde und geht auch an LEGO nicht vorbei. Die Steine sollen aus anderem Material produziert werden (Bild: Getty Images)
Nachhaltigkeit ist in aller Munde und geht auch an LEGO nicht vorbei. Die Steine sollen aus anderem Material produziert werden (Bild: Getty Images)

Sicher gibt es hierzulande kaum ein Kind, das nicht einmal im Leben mit Lego gespielt hat. Die Bausteine fördern die Fantasie, sind beliebig erweiterbar und ein Spaß für Groß und Klein.

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Bereits 1932 wurde das Unternehmen vom dänischen Tischlermeister Ole Kirk Christiansen gegründet und produzierte zunächst Holzspielzeug. Die ersten Bausteine aus Kunststoff gab’s 1949, ab Mitte der 50-er Jahre nahm die Produktion dann Fahrt auf.

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Heutzutage ist Lego so beliebt und vielfältig, dass es wohl kaum etwas gibt, das man mit den bunten Klötzchen nicht nachbauen könnte. Aber ein Manko hat Lego:  Die Bausteine sind aus Plastik und das passt nicht mehr so richtig in die heutige Zeit. Einst war das Material revolutionär, doch nun wird Kunststoff zunehmend gemieden, da seine chemischen Komponenten der Umwelt dauerhaften Schaden zufügen.

Deshalb hat sich Lego nun das Ziel gesetzt, seine legendären Klötzchen bis zum Jahr 2030 zu 100 Prozent nachhaltig zu produzieren. Keine ganz einfache Aufgabe, denn die neue Generation soll ebenfalls unzerbrechlich, wiederverwendbar und mit den Vorgängern kompatibel sein.

 

 

Lego - dessen Name für “Leg Godt“ auf Dänisch eine Abkürzung für „Spiel gut“  ist – hatte immer Nachhaltigkeit als Leitmotiv, sagte Tim Brooks, Leiter Corporate Responsibility bei Lego, gegenüber AFP. Das Unternehmen schätzte, dass 96 Prozent der Kunden entweder an ihren Lego-Kits festhalten oder sie weitergeben.

Viele Kunden achten beim Kauf von Spielzeug auf Nachhaltigkeit

Eine Studie der NPD-Marktforschungsgruppe habe ergeben, dass 47 Prozent der Weihnachtskäufer weltweit aus Nachhaltigkeitsgründen kein Spielzeug kauften. „Die Spielzeughersteller befassen sich wirklich mit diesem Thema (...) Sowohl bei der Verpackung als auch beim Material für Spielzeug gibt es viele Innovationen", sagte Frederique Tutt, Experte für die Spielwarenindustrie bei NPD, gegenüber AFP.

Lego will nicht ganz auf Plastik verzichten

Pläne, ganz auf Plastik zu verzichten, habe Lego jedoch nicht. Vielmehr sollen die verwendeten Materialien verbessert werden. Derzeit werden die meisten Teile aus Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) gefertigt, einer Substanz auf Erdölbasis, die auch für die Herstellung von Haushaltsgeräten verwendet wird.

Besucher bestaunen die Kreationen auf dem Lego-Building-Event 2019 in Helsinki. (Bild: ALESSANDRO RAMPAZZO/AFP via Getty Images)
Besucher bestaunen die Kreationen auf dem Lego-Building-Event 2019 in Helsinki. (Bild: ALESSANDRO RAMPAZZO/AFP via Getty Images)

“Wir wollen Kunststoff verantwortungsbewusst einsetzen, insbesondere dort, wo es sich um eine hochwertige, langlebige und wiederverwendbare Anwendung handelt. Und genau das sind Legosteine“, sagte Brooks der Agentur.

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Derzeit bestehen etwa zwei Prozent der Bauteile aus einem biologisch hergestellten Material auf Zuckerrohrbasis. Bei diesen Teilen handelt es sich in erster Linie um Bäume, Blätter und Büsche in den Spiele-Sets, die nicht die gleichen Haltbarkeitsanforderungen erfüllen müssen, wie die Klemmsteine.

Kunden sollen nichts merken

Man  wolle nicht, dass die Kunden einen Unterschied merken, betonte Brooks. Gerade das sei eine große technische Herausforderung bei der Entwicklung des neuen Materials.

Aber eines ist an Lego trotz Plastik schon heute positiv: Die Bausteine werden selten weggeworfen, sondern weitergegeben oder -verkauft. Vieles steht auch bei Sammlern hoch im Kurs.

Das ist der Kompatibilität des Spielzeugs zuzuschreiben, die sich Lego schon seit 1958 auf die Fahnen geschrieben hat. “Sie können heute etwas aus den Regalen kaufen, das mit etwas aus den späten 1950er Jahren funktioniert", so Lego-Chef Brooks.

Auch andere Branchen setzen sich für mehr Nachhaltigkeit ein - so auch die Modebranche:

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