"Neues Schlachtfeld": Renault will wirtschaftlichere Motoren ab 2026

Norman Fischer
motorsport.com

Die Entwicklung der aktuellen Formel-1-Motoren wird bis 2025 schrittweise heruntergefahren, doch die neue Motorenformel ab 2026 wird das nächste "Schlachtfeld" werden, glaubt Renault-Teamchef Cyril Abiteboul. Der Franzose findet die aktuellen Maßnahmen für die Power-Units in den kommenden Jahren gut, doch beim neuen Reglement müsse man noch weiter gehen.

"Es ist immer noch verdammt teuer, diese Motoren zu erhalten und mit ihnen zu fahren", sagt Abiteboul gegenüber 'Motorsport.com'. Und das ist auch der große Kritikpunkt: Die aktuellen Antriebe sind viel zu teuer und vor allem viel zu komplex. "Wir müssen sicherstellen, dass die nächste Generation der Power-Units wirtschaftlicher ist", fordert er.

In den kommenden Monaten und Jahren dürften sich die Verhandlungen über die neuen Antriebe der Formel 1 intensivieren. Bei Renault habe man bereits mögliche Formate studiert und darauf geschaut, in welche Richtung der Sport gehen soll. "Aber am wichtigsten ist die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der nächsten Power-Unit, denn die aktuelle ist eindeutig sehr schwierig."

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"Als nächstes müssen wir über die enthaltene Technologie nachdenken", so Abiteboul weiter. Vor allem das Thema Elektrifizierung müsse man auf dem Schirm haben, weil das weltweit stark wächst. "Wir müssen intensiv darüber nachdenken, was das für die Formel 1 bedeutet, was das für den Rennsport bedeutet und was das im Kontext einiger anderer Serien wie der Formel E bedeutet."

Abiteboul geht davon aus, dass die Grundprinzipien der neuen Motorenformel 2021 oder 2022 besprochen sind, damit man 2023 mit der Entwicklung anfangen kann. "Das ist die Makro-Planung, die wir im Sinn haben", sagt er.

Formel-1-Sportchef Ross Brawn hatte in der vergangenen Woche gesagt, dass für das neue Reglement noch alle Optionen offen seien. Bis dahin werde es aber keine neuen Hersteller in der Königsklasse geben.

Ein Thema, das für die aktuellen Power-Units noch auf der Agenda stand, war eine mögliche Entfernung der MGU-H ab 2021, um das System weniger komplex zu machen. Doch diese Änderung wurde noch einmal gekippt. Laut Abiteboul könne man sie auch gar nicht so einfach entfernen.

"Die MGU-H ist für die Benzineffizienz im Auto. Sind wir bereit, 20 bis 30 Prozent an Benzin-Effizienz einzubüßen?, fragt er. Denn dadurch müsste man rund 50 Kilogramm Sprit zusätzlich ins Auto packen - kein gern gesehener Ballast, wenn die Autos ab 2022 ohnehin noch einmal schwerer werden. "Ansonsten wird es schwierig werden, das Teil zu entfernen, wenn wir die gleiche Leistung behalten wollen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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