NFL-Eklat? Steelers-Legende plaudert Kopfgeld aus

Eric Böhm
Sport1

Droht der NFL ein neuer Kopfgeld-Skandal?

Der zweimalige Super-Bowl-Gewinner James Harrison hat die Bombe in einem Podcast platzen lassen. Demnach habe er bei den Pittsburgh Steelers eine Prämie für einen illegalen Hit bekommen.


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Gab Steelers-Coach Tomlin Harrison ein Kopfgeld?

Das Brisante daran: der immer noch in Pittsburgh aktive Head Coach Mike Tomlin habe ihn für die Aktion direkt belohnt.

"Ich sage nicht, was drin war, aber er mir einen Umschlag gegeben. Das war die gangster-mäßigste Aktion, die Mike Tomlin jemals getan hat", sagte Harrison.

Dabei ging es um einen brutalen Hit 2010 gegen den damaligen Receiver der Cleveland Browns Mohamed Massaquoi.

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Gehirnerschütterung als Folge des Hits

Für die Aktion kassierte Harrison seinerzeit eine Strafe von 75.000 Dollar, die später auf 50.000 reduziert wurde. Massaquoi erlitt damals bei der heftigen Helm-gegen-Helm-Kollision eine Gehirnerschütterung.

"Beim Grab meines Vaters: ich habe ihn damals nur mit der Hälfte meiner Power getroffen. Er sollte nur den Ball fallen lassen. Hätte ich gewusst, dass sie mich zu 75.000 Dollar verdonnern, hätte ich versucht, ihn umzubringen", sagte der frühere Linebacker.

Harrison galt schon damals als Wiederholungstäter und wenig zimperlich im Umgang mit Gegenspielern.


Reagiert die NFL?

Wesentlich unangenehmer könnte die Enthüllung allerdings für Tomlin und die NFL werden. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es im Football immer wieder Kopfgelder/Prämien für besonders harte Hits oder gar Verletzungen gab.

Der Liga und vor allem Commissioner Roger Goodell sind solch image-schädigende Praktiken allerdings ein Dorn im Auge - nicht zuletzt im Poker um neue TV-Deals.

Zwar liegt der Vorfall schon lange zurück, aber es wäre durchaus möglich, dass Goodell eine Untersuchung gegen Tomlin einleitet, um seine Null-Toleranz-Politik zu untermauern.

Saints-Coach wurde 2012 für "BountyGate" gesperrt

2012 wurde Cheftrainer Sean Payton von den New Orleans Saints im Zuge des aufgedeckten "BountyGate"-Skandals für die gesamte Saison gesperrt, auch Assistenten und Spieler wurden teils hart bestraft. Das Team verlor einen Draftpick.

Zwischen 2009 und 2011 sollen die Saints einen Prämienpool für verletzte Gegner betrieben haben. In früheren Jahren war so etwas aber durchaus gängige Praxis in der NFL.

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"Ich würde nicht zu viel erwarten, das wird nach einer kurzen Untersuchung wohl unter den Teppich gekehrt. Ich habe damals sechs Millionen Dollar an Gehalt verloren und komme nie darüber hinweg, weil ich weiß, wie es damals abgelaufen ist", sagte Payton in einer Radiosendung am Donnerstag - nicht ohne eine gewisse Bitterkeit.


Harrisons Motiv könnte Rache sein - Steelers dementieren

Im aktuellen Fall deutet Harrison zwar nur indirekt eine Zahlung an, aber es ist eindeutig, was er meint. Warum der Defensivspieler des Jahres von 2008 nun dieses Fass aufmacht, ist unklar.

Vielleicht ist es eine späte Retourkutsche, weil er in seiner letzten Saison unter Tomlin (2017) nur noch Ersatz war und in jenem Dezember gefeuert wurde.


Eine kleine späte Rache erscheint wahrscheinlich. Tomlin könnte Ärger drohen, auch wenn ihm Steelers-Eigner Art Rooney gleich zur Seite sprang: "Ich bin sehr sicher, dass so etwas nie vorgekommen ist. Ich weiß nicht, warum James so etwas behauptet, aber es besteht kein Grund, etwas davon zu glauben."

Harrison bleibt dabei und behauptet auch zehn Jahre später, der Hit sei legal gewesen. Wer ihm damals öffentlich zustimmte? Mike Tomlin.

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