NFL: Das sind die legendärsten NFL-Teams

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Die NFL hat in ihrer bald 100-jährigen Geschichte zahlreiche Dynasties hervorgebracht. Verschiedene Ären wurden von bemerkenswert dominanten Teams geprägt, die auch heute noch zu den größten des Sports zählen. SPOX blickt zurück und stellt die größten Dynasties der National Football League vor.

NFL: Das sind die legendärsten NFL-Teams

Die NFL hat in ihrer bald 100-jährigen Geschichte zahlreiche Dynasties hervorgebracht. Verschiedene Ären wurden von bemerkenswert dominanten Teams geprägt, die auch heute noch zu den größten des Sports zählen. SPOX blickt zurück und stellt die größten Dynasties der National Football League vor.

Die NFL hat in ihrer bald 100-jährigen Geschichte zahlreiche Dynasties hervorgebracht. Verschiedene Ären wurden von bemerkenswert dominanten Teams geprägt, die auch heute noch zu den größten des Sports zählen. SPOX blickt zurück und stellt die größten Dynasties der National Football League vor.

Seite 1: Die Ären von Brown, Lambeau und Gibbs

Im US-Sport wird von einer Dynasty gesprochen, wenn es einem Team gelingt, über mehrere Jahre am Stück das Geschehen zu dominieren. Entscheidendes Merkmal dabei sind freilich Meisterschaften. Darüber hinaus sind aber auch Division- und Conference-Titel ein Zeichen für anhaltenden Erfolg, ebenso besondere Spielzeiten und Momente. Entsprechend dieser Kriterien sieht SPOX diese Dynasty-Teams als die größten der Geschichte an:

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Cleveland Browns 1946-1969

Die Cleveland Browns wurden 1946 gegründet und gingen fortan mit einer beeindruckenden Dominanz zu Werke. Unter Head Coach Paul Brown gewannen sie vom Start weg vier Mal in Serie die All-American Football Conference.

Damit nicht genug, denn direkt zum Einstieg in die NFL 1950 gewannen sie direkt die American Conference und ihre erste NFL Championship durch einen 30:28-Sieg über die Los Angeles Rams. Mehr noch: Die Browns standen gar in ihren ersten sechs Jahren stets im NFL Championship Game und gewannen es 1954 und 1955.

Ihre Trumpfkarte und ihr größter Star war freilich Quarterback Otto Graham, der dreimal zum MVP gewählt wurde. Sein letztes Spiel war dann auch das NFL Championship Game 1955. Grahams Karriereende führte zur ersten Losing Season des Teams, wodurch die Serie von Championship Games riss.

Eine neue Ära wurde jedoch schon 1957 eingeläutet. In der ersten Runde des Drafts zogen die Browns Running Back Jim Brown, der dann ähnlich dominierte wie Graham zuvor, nur eben auf seine Weise. Brown wurde direkt Rookie des Jahres und MVP und führte Cleveland ins NFL Championship Game, das jedoch klar mit 59:14 an die Detroit Lions ging.

Es folgten drei weitere MVP-Titel für Brown, jedoch dauerte es bis 1964, bis die Browns einmal mehr eine bis heute letzte NFL Championship feierten - sie schlugen die Baltimore Colts 27:0. Ein Jahr später, in Browns letzter MVP-Saison, unterlagen sie schließlich im Championship Game den Packers. Das allerdings schon unter Head Coach Blanton Collier, der 1963 von Brown übernommen hatte.

Unterm Strich standen also vier NFL Championships zu Buche, dazu vier in der AAFC und eine Handvoll Hall-of-Famer, allen voran Graham und Brown, sowie Paul Brown als Coach.

Green Bay Packers 1929-1944

Die erste wirklich große Dynasty in der Geschichte der NFL waren die Green Bay Packers der 30er und frühen 40er Jahre. In einer Zeit, in der von Playoffs und Conferences sowie Divisions noch keine Rede war, dominierten sie das Geschehen unter dem legendären Head Coach Curly Lambeau, nachdem das Lambeau Field benannt ist.

Unter Lambeau begann die große Dominanz des Teams aus Wisconsin im Jahr 1929, in dem sie ohne Niederlage durch die Saison marschierten. Sie waren nicht perfekt, denn zwölf Siegen stand immerhin ein Remis gegenüber. Doch für den Titel "NFL Champion" reichte es allemal.

Diesem ersten Titel ließen sie in den Jahren 1930 und 1931 zwei weitere Meisterschaften folgen, ehe man eine kleinere Durststrecke hinnehmen musste. Als Mitglied der West Division der NFL ab 1933 erlebte man sogar seine erste Losing Season überhaupt in der Teamgeschichte ('33). 1936 dann fand das Team wieder in die Spur und holte sich seine vierte NFL Championship - dieses Mal als Sieger im Championship Game gegen die Washington Redskins.

1938 und 1939 gelang erneut der Einzug ins Endspiel, jeweils gegen die New York Giants. Diese gewannen den ersten Vergleich, die Packers schlugen dann ein Jahr später mit einem 27:0-Shutout mächtig zurück.

Die folgenden Jahre waren dann geprägt von Hall-of-Famer und Split End Don Hutson, der sogar zweimal zum MVP gewählt wurde. Die sechste und letzte Meisterschaft unter Lambeau gelang schließlich 1944 durch den Final-Sieg über die Giants. Die Dynasty war damit essenziell zu Ende, nach ein paar durchwachsenen Saisons und zwei Losing Seasons zum Ende verließ Lambeau die Packers und stürzte das Team damit in eine jahrzehntelange Durststrecke.

Washington Redskins 1982-1992

Streng genommen muss man bis zum Anfang der 70er Jahre zurückgehen, um die Anfänge der großen Zeit der Washington Redskins zu erkennen. Damals übernahm Head Coach George Allen eine Franchise, die seit Mitte der 40er Jahre nicht mehr in den Playoffs stand und zuletzt 1942 eine Meisterschaft gewann.

Allen sorgte dann gewissermaßen für die Wende und erreicht mit den Redskins direkt im ersten Jahr (1971) die Divisional Playoffs und wurde zum Coach of the Year gewählt. Ein Jahr später ging es sogar in den Super Bowl, den die damals perfekten Miami Dolphins gewannen. Bis zum Ende der Allen-Ära 1977 erreichte Washington noch drei weitere Male die Postseason.

Anfang der 80er Jahre übernahm schließlich Joe Gibbs und mit ihm kam dann auch der ganz große Erfolg zurück. 1982, in seiner zweiten Saison in D.C., gewannen die Redskins direkt ihren ersten Super Bowl. Gibbs wurde Trainer des Jahres, Kicker Mark Moseley MVP, Running Back John Riggins Super Bowl MVP und Quarterback Joe Theismann Man of the Year.

In Gibbs' Ära folgten noch drei weitere Super-Bowl-Teilnahmen. 1983 unterlag man Bill Walshs San Francisco 49ers, während 1987 (gegen die Denver Broncos) und 1991 (gegen die Buffalo Bills) zwei weitere Lombardi-Trophäen folgten. Insgesamt erreichten die Redskins unter Gibbs acht Mal in zwölf Jahren die Playoffs - und viermal den Super Bowl.

Gibbs wurde viermal zum Coach des Jahres gewählt, zudem stellte das Team zwei MVPs.

Seite 2: Shulas Perfektion, America's Team und der Steel Curtain

Miami Dolphins 1971-1995

Die Miami Dolphins wurden 1966 als AFL-Franchise gegründet und spielten dann nach dem Merger ab 1970 in der AFC East. Im selben Jahr übernahm ein gewisser Don Shula als Head Coach. Die Dolphins erreichten direkt als Zweiter ihrer Division die Playoffs, ehe es ein Jahr später mit dem ersten Division-Titel sogar in den Super Bowl ging, den sie allerdings gegen Johnny Unitas und seine Baltimore Colts verloren.

Davon ließen sich die Dolphins aber nicht beirren und schlugen ein Jahr später fulminant zurück. Das Team um Hall-of-Famer wie Quarterback Bob Griese, Running Back Larry Csonka und dem kürzlich verstorbenen Linebacker Nick Buoniconti legte die erste Perfect Season (14-0 in der Regular Season) in der Geschichte der NFL hin und gewann letztlich den Super Bowl gegen die Redskins. Ein Jahr später folgte dann direkt die erfolgreiche Titelverteidigung durch einen klaren Erfolg über die Minnesota Vikings.

Dass es nicht zu weiteren Championships in der Shula-Ära gereicht hat, war dann dem Umstand geschuldet, dass man in den 80ern den Redskins und 49ers jeweils in Super Bowls unterlag. Dennoch hielt die große Ära bis Mitte der 90er Jahre an, in denen etwa Hall-of-Fame-Quarterback Dan Marino das Geschehen prägte und 1984 zum MVP avancierte.

Die Shula-Ära steht letzten Endes für zwei Super-Bowl-Siege, die einzige vollends perfekte Saison der Liga sowie 16 Playoff-Teilnahmen in 26 Jahren. Hinzu kamen zahllose persönliche Awards für Spieler und Shula selbst.

Dallas Cowboys 1992-1995

Bei der Nennung der Dallas Cowboys sollte nicht unerwähnt bleiben, was diese Franchise in Zeiten von Head Coach Tom Landry geleistet hat. Von 1960 bis 1988 führte er sein Team zu fünf Super Bowls und gewann zwei davon. Zudem standen die Cowboys in den 60ern zweimal im NFL Championship Game und verloren zweimal gegen die Packers.

Nach Landry folgte schließlich Head Coach Jimmy Johnson, der das Team nach drei Losing Seasons übernahm und in seinem ersten Jahr 1989 1-15 war, die schlechteste Bilanz in der Geschichte der Franchise. Überschattet wurde die Spielzeit freilich vom legendären Herschel-Walker-Trade, der etliche Draftpicks nach Dallas brachte.

Nach weiteren Trades zogen die Cowboys dadurch schließlich Running Back Emmitt Smith in der ersten Runde des Drafts 1990. Smith wurde zum Offensive Rookie of the Year und Jimmy Johnson zum Coach of the Year für einen sehenswerten Turnaround von 1-15 zu 7-9. Ein Jahr später ging es sogar wieder in die Playoffs, obgleich in der Divisional Round Schluss war.

Mit Smiths Ankunft hatte Dallas indes seine legendären Triplets ("Drillinge") zusammen - 1988 wurde Wide Receiver Michael Irvin in der ersten Runde gedraftet, 1989 Quarterback Troy Aikman. Angeführt von diesen dreien gab es ab 1992 kein Halten mehr. Die Cowboys zerstörten die Bills in Super Bowl XXVII mit 52:17 und kehrten auf den Thron zurück, den sie auch ein Jahr später - erneut gegen Buffalo - nicht wieder hergaben.

Smith wurde zum MVP und Super Bowl MVP 1993 gewählt und erinnerte nochmal mit Nachdruck an die Wichtigkeit des Dreiergespanns. Für Johnson war es indes die letzte Saison in Texas, denn nach Streitigkeiten mit Teameigner Jerry Jones trennten sich die Wege "in beiderseitigem Einvernehmen", wie es schon damals so schön hieß.

Johnson sollte später noch ein paar Jahre die Miami Dolphins trainieren, während Jones den früheren Erfolgs-Coach der Oklahoma Sooners, Barry Switzer, aus dessen Ruhestand holte.

Das Team wiederum blieb weitestgehend zusammen, ein Titel-Hattrick wurde ihm jedoch verwehrt. Die Cowboys unterlagen den San Francisco 49ers im NFC Championship Game, was zu größeren Personalveränderungen führte. Ein Grund dafür war auch die 1993 neu eingeführte Free Agency, die es grundsätzlich allen Teams schwerer machen sollte, ihre Topleute zu halten und langjährige Dynasties allzu lang am Leben zu halten. Mehr Parität war das Ziel.

Dennoch kehrten die Cowboys noch einmal auf den Thron zurück und gewannen Super Bowl XXX gegen die Pittsburgh Steelers. Dadurch zogen die Cowboys mit den 49ers nach Super-Bowl-Siegen (5) gleich. Überholt wurden sie seither nur von den Steelers und New England Patriots (beide 6).

Damit allerdings endete auch die neuerliche Cowboys-Ära, denn seither gewannen die Cowboys bis 2019 ganze vier Playoff-Spiele - bei elf Teilnahmen.

Pittsburgh Steelers 1972-1979

Von 1933 bis 1968 war Pittsburgh nichts Besonderes auf der NFL-Landkarte. Das Team erreichte nur ein einziges Mal die NFL-Playoffs (1947) und unterlag den Rivalen aus Pennsylvania, den Philadelphia Eagles.

Das sollte sich jedoch mit der Ankunft von Head Coach Chuck Noll 1969 ändern. Auch der hatte freilich einen holprigen Start (1-13), brachte jedoch mit "Mean" Joe Greene den Defensive Rookie of the Year sowie einen späteren Eckpfeiler seiner Dynasty hervor.

Das erste echte Lebenszeichen dieser Franchise war dann die Saison 1972. Die Steelers gewannen erstmals die AFC Central und verloren erst im AFC Championship Game gegen die Dolphins. Wie dominant sie damals über die komplette Spielzeit auftraten, beweist indes diese Liste: Noll wurde zum Coach of the Year gewählt, Running Back Franco Harris war der Offensive Rookie of the Year und Greene der Defensive Player of the Year.

Nach einer weiteren Playoff-Teilnahme 1973 gelang der endgültige Durchbruch 1974. Die Steelers gewannen Super Bowl IX gegen die Vikings und räumten erneut Awards ab: Linebacker Jack Lambert wurde zum Defensive Rookie of the Year gewählt, Greene räumte erneute den Defensive-Player-Award ab. Und Harris war der Super Bowl MVP

Die Dominanz des "Steel Curtains", wie die Defense der Steelers seinerzeit genannt wurde, hielt auch ein Jahr später an. Erneut gewann das Team den Super Bowl (gegen die Cowboys), erneut stellten sie den Defensive Player of the Year: Cornerback Mel Blount. Super Bowl MVP wurde Wide Receiver Lynn Swann.

Nach zwei Jahren ohne Titel setzten die Steelers ihre Titeljagd 1978 mit einem weiteren Erfolg über die Cowboys fort. Quarterback Terry Bradshaw räumte MVP und Super Bowl MVP Awards ab und wiederholte Letzteres in Super Bowl XIV gegen die Los Angeles Rams.

Das Bemerkenswerte an den genannten Spielern: Alle - neben zahlreichen weiteren Teamkollegen - sind mittlerweile in Canton/Ohio verewigt. Noll - ebenfalls in der Hall of Fame - coachte das Team insgesamt 23 Jahre bis 1991 und übergab schließlich nahtlos an Bill Cowher, der die Steelers in seinen 15 Jahren im Amt zu zwei weiteren AFC Championships und dem Triumph in Super Bowl XL führte.

Seite 3: Bill Walshs Vermächtnis

San Franciso 49ers 1981-1994

Die größten Highlights in der Geschichte der San Francisco 49ers bis 1978 waren zwei NFC-Championship-Teilnahmen Anfang der 70er Jahre. Hinzu kamen zwei Teilnahmen an den Playoffs der All-American Football Conference in den 40er und 50er Jahren. Das alles jedoch sollte sich mit der Ankunft von Head Coach Bill Walsh ändern.

Der kam 1979 von der Stanford University und sorgte gleich mal für Aufsehen in seinem ersten Draft. Entgegen der Empfehlungen seines Trainerstabs nämlich bestand er darauf, in der dritten Runde einen Quarterback zu ziehen, obwohl mit Steve De Berg bereits ein etablierter Starter vorhanden war und die 49ers diverse andere Baustellen hatten.

Walsh setzte sich durch und wählte Notre-Dame-Star Joe Montana, den er als Ideallösung für seine West Coast Offense sah, die auf Rhythmus und präzise Abstimmung zwischen Quarterback und seinen Receivern basierte.

Die Geschichte zeigt, dass Walsh absolut richtig lag, denn nach zwei schwierigen ersten Jahren belohnte Montana das in ihn gesetzte Vertrauen und führte die Niners zu deren erstem Super-Bowl-Triumph 1981. Er wurde zum MVP des Spiels gewählt und Walch zum Coach des Jahres. Zuvor schrieben Montana und Wide Receiver Dwight Clark Geschichte: Im NFC Championship Game gegen die Cowboys entschied das Duo das Spiel mit "The Catch", einem der legendärsten Spielzüge in der Geschichte der NFL.

Unter heftigem Druck warf Montana den Ball ohne die Endzone wirklich zu sehen kurz vor Ende des Spiels entgegen seiner Laufrichtung einfach Richtung Endzone, wo Dwight Clark irgendwie als einziger an den Ball kam. Er brachte auch noch beide Füße in die Endzone und ließ damit Candlestick Park, das damalige Stadion des Teams, beben. Es war die Geburtsstunde dieser Dynasty.

Nach einer Pleite im NFC Championship Game 1983 kehrte San Francisco 1984 ins große Spiel zurück und schlug die Dolphins für den zweiten Titel. Es folgten drei frühe Playoff-Pleiten, ehe das Team gewissermaßen in seinen letzten Atemzügen noch die Super Bowls XXIII und XXIV gewann. Der vierte Titel der Ära allerdings gelang unter dem neuen Head Coach George Seifert, der zuvor als Defensive Coordinator unter Walsh gearbeitet hatte. Walsh zog sich derweil ins Front Office zurück.

Die MVP-Titel in den Super Bowls gingen an Montana - zum dritten Mal - sowie Wide Receiver Jerry Rice, der 1985 als Erstrundenpick dazu gestoßen war und 1987 zum Offensive Player of the Year avancierte.

Montana selbst schaffte es 1990 noch, seinen ersten und einzigen MVP Award einzustreichen, doch das NFC Championship Game ging gegen die New York Giants, die später den Super Bowl gewannen, verloren.

Es war zugleich Montanas letzte Saison als Starter der 49ers. Eine schwere Rückenverletzung ließ ihn die komplette Saison 1991 verpassen und 1992 kam er nur noch auf ein Spiel. Der Weitsicht von Walsh war es allerdings zu verdanken, dass diese Jahre keineswegs zum Desaster für die Niners wurden. Bereits 1987 nämlich fädelte der Coach einen Trade für Quarterback Steve Young ein, der letztlich auch Nachfolger von Montana wurde.

Dank Young reichte es immerhin zu zehn Siegen 1991, 1992 führte er San Francisco sogar als MVP ins NFC Championship Game, das wie ein Jahr später jeweils gegen die Cowboys verloren ging. Eine weitere MVP-Saison Youngs endete 1994 im fünften Super-Bowl-Triumph der Franchise. Young wurde zudem Super Bowl MVP in einem 49:26-Schützenfest über die San Diego Chargers. Cornerback Deion Sanders wurde zudem zum Defensive Player of the Year gewählt.

Seite 4: Vince Lombardis Meisterstück

Green Bay Packers 1960-1967

Nicht ohne Grund trägt Lambeau Field diesen Namen. Und nicht ohne Grund bekommt der Super Bowl Champion in jedem Jahr die Vince Lombardi Trophy überreicht.

Vince Lombardi war derjenige, der die einst so erfolgreiche Packers-Franchise aus ihrem Cinderella-Schlaf von Mitte der 40er Jahre bis Ende der 50er Jahre erweckte und buchstäblich wieder auf die Landkarte brachte.

Lombardi kam nach Wisconsin und übernahm eine Franchise, die kurz vorm Ruin stand. Das Jahr 1958 endete 1-10 und das trotz einiger Spieler, die später ihren Weg nach Canton fanden. Was fehlte, war eine klare Richtung, ein Coach, der den damals schon hochtalentierten Kader um Leute wie Quarterback Bart Starr, Running Back Paul Hornung oder Linebacker Ray Nitschke auf die rechte Bahn bringen würde.

Lombardi war genau dieser Coach! Seine erste Saison im Amt, 1959, endete zwar ohne Playoff-Teilnahme, die 7-5-Bilanz brachte ihm jedoch den Titel Coach of the Year ein. Er führte zudem einen damals revolutionären Spielzug ein, den Power Sweep, der auch heute noch Teil zahlreicher Playbooks in der NFL ist. Trivial formuliert läuft dabei der Runnning Back off-Tackle und bekommt Blocking-Unterstützung vom abseitigen Guard, der gewissermaßen auf die ihm gegenüberliegende Seite rotiert und damit den Zugriff der Defense auf den Balltragenden erschwert, indem er ihm den Weg frei macht.

Lombardi führte sein Team mit eiserner Hand und legte auch im Training größten Wert auf Disziplin und äußersten Einsatz. Nach seiner ersten Saison gewannen die Packers 1960 erstmals die Western Conference, unterlagen jedoch den Eagles im NFL Championship Game.

Zu wenig aus Sicht für Lombardi, dessen berühmter Satz "Winning is not a one-time thing, it is an all-the-time thing" neben anderen prägnanten Aussprüchen in die Geschichte einging. Es folgten zwei NFL Championships in Serie, beide gegen die Giants, 1961 gar durch einen 37:0-Shutout. Für Lombardi etwas ganz Besonderes, denn diese Giants waren es, die ihn nicht als Head-Coach-Material angesehen hatten.

Nach zwei zweiten Plätzen kehrten die Packers in die Erfolgsspur zurück und gewannen auch die NFL Championship 1965 über die Cleveland Browns. Anschließend gelang die Titelverteidigung 1966. Damit nicht genug, denn in dem Jahr gab es das erste Kräftemessen mit der AFL im "AFL vs. NFL World Championship Game". So hieß das Endspiel beider Ligen bevor man sich auf den griffigeren Namen Super Bowl geeinigt hatte.

Die Packers, die somit ihre gesamte Liga repräsentierten und entsprechend Druck bekamen, die angenommene Superiorität gegenüber den Emporkömmlingen aus der noch jungen AFL auch auf den Rasen zu bringen, lieferten. Sie schlugen die Kansas City Chiefs klar mit 35:10.

Ein Jahr später das gleiche Bild: Erneut wurden die Cowboys im NFL Championship besiegt, Super Bowl II gewannen die Packers dann 33:14 gegen die Oakland Raiders. Beide Male wurde Starr zum MVP gewählt, hinzu kam noch ein Saison-MVP-Titel 1966.

Mit diesem Erfolg entschied Lombardi schließlich, dass seine Zeit gekommen war, das Ruder aus der Hand zu geben. Er verweilte noch eine Zeitlang im Front Office der Packers, diesen gelang es jedoch nicht, an die vorherigen Erfolge anzuknüpfen. Es dauerte dann bis in die 90er Jahre, ehe Coach Mike Holmgren und ein gewisser Brett Favre den Erfolg nach Green Bay zurückbrachten.

Was blieb, war eine Dekade der absoluten Dominanz, die letztlich 14 Hall-of-Famer hervorbrachte. Eine Dynasty, die in der Zeit vor der Free Agency ihresgleichen suchte.

Seite 5: Die größte Dynasty der NFL-Geschichte

New England Patriots 2001-heute

Die Free Agency samt Einführung der Salary Cap hatten ein großes Ziel: Parität! Keine Franchise sollte mehr in der Lage sein, ein komplettes Erfolgsteam über lange Jahre zusammenzuhalten. Mit mehr Ausgeglichenheit erhoffte man sich mehr Spannung und einen besseren Wettbewerb. Und insgesamt wurde dieses Ziel auch erreicht, wenn man sieht, wie viele verschiedene Super-Bowl-Champions es seit 1993 gab.

Eine Franchise allerdings widersetzte sich dieser Gesetzmäßigkeit seither konsequent. Eine Franchise bewies, dass Free Agency und Salary Cap kein unüberwindbares Hindernis für langanhaltenden großen Erfolg ist.

Die New England Patriots waren ein Gründungsmitglied der AFL 1960 und spielen seit der Saison 1970 in der AFC East. Bis zum Verkauf der Franchise an Robert Kraft allerdings blieben sie weitestgehend eine graue Maus. Einziger Lichtblick war die Teilnahme an Super Bowl XX, den sie haushoch gegen Mike Ditkas Chicago Bears mit 10:46 verloren.

Anfang der 90er stand sogar ein Umzug im Raum, ehe Kraft übernahm. Mit Head Coach Bill Parcells und Quarterback Drew Bledsoe gelang sogar ein weiterer Sprung ins ganz große Spiel, dieses Mal mit einer Pleite gegen die Packers. Der Startschuss für eine Ära war es dennoch, denn der Kader sollte letztlich das Grundgerüst bilden für die Dinge, die einige Jahre später folgten.

Parcells ging nach Querelen mit Kraft nach dem Super Bowl XXXI von Bord, nach drei Jahren mit Pete Carroll holte Kraft letztlich Bill Belichick, zuvor Defensive Coordinator unter Parcells.

Wie Walsh knapp 20 Jahre zuvor war es auch für Belichick ein Geniestreich im seinem ersten Draft, der die Wende bedeuten sollte. In der sechsten Runde - und entgegen der Meinung zahlreicher Kollegen - zogen die Patriots schließlich Quarterback Tom Brady von Michigan, obwohl sie bereits drei Quarterbacks samt Superstar Bledsoe hatten.

Die erste Saison verlief unterirdisch, die Patriots beendeten sie 5-11 und auch 2001 sollte nicht wirklich besser starten. Die ersten zwei Spiele gingen verloren und Belichick fürchtete schon um seinen Job und seine weitere Karriere. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Bledsoe nach einem monströsen Hit durch Jets-Linebacker Mo Lewis so schwer, dass er mit inneren Blutungen ins Krankenhaus musste. Er verpasste weite Teile der Saison.

Die für Bledsoe so katastrophale Verletzung des Quarterbacks war für Belichick aber letztlich doch ein Segen, denn so konnte er auf Brady, inzwischen die Nummer 2, setzen, der freilich nicht den Arm von Bledsoe hatte. Doch er passte besser in den Stil, den Belichick bevorzugte: Schnelle Entscheidungen, präzise Pässe und gute Übersicht.

Der Rest - wie man so schön sagt - ist bekannt. Mit Brady gewannen die Patriots drei Super Bowls in dessen ersten vier Jahren als Starter. Und nach einer Durststrecke von zehn Jahren, in der Belichick das Team essenziell neu erfand und nebenbei zwei weitere Super Bowls - einen nach einer 16-0-Regular-Season - erreichte, kam auch der ganz große Erfolg zurück.

Die Patriots gewannen die Super Bowls XLIX, LI und LIII und verloren knapp in Super Bowl LII. Insgesamt standen sie von 2011 bis 2018 stets im AFC Championship Game und erreichten von 2001 bis 2018 nur zweimal (2002, 2008) nicht die Playoffs. Die Saison 2000 ist zudem die einzige mit negativer Bilanz in der Belichick-Ära.

Auch wenn diese Ära bis jetzt nur Cornerback Ty Law und technisch gesehen auch Wide Receiver Randy Moss, der den Großteil seiner Karriere anderswo verbrachte, aber 2007 seine mit Abstand beste Saison in New England hinlegte, als Hall-of-Famer hervorbrachte, ist anzunehmen, dass noch ein paar folgen werden. Kraft dürfte eines Tages in Canton landen, Belichick und Brady als größter Coach respektive Quarterback in der Geschichte dieser Liga, ohnehin. Dazu ist Rob Gronkowski ein ziemlich aussichtsreicher Kandidat, ebenso Defensive Lineman Richard Seymour, der den ersten Teil der Ära entscheidend mitprägte.

Die Patriots führten den Paritätsgedanken der Free-Agency- und Salary-Cap-Ära über zwei Jahrzehnte ad absurdum und legten eine schier unglaubliche Konstanz an den Tag, die auch von Misstönen wie Spy Gate und Deflate Gate nicht überschattet werden konnte.

Mehr bei SPOX: Jahrhundert-Trainer Vince Lombardi: Retter der Packers und Rächer der NFL

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