NFL: Patriots ohne Edelman: Und jetzt?

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Die New England Patriots müssen aller Voraussicht nach die ersten vier Spiele der kommenden Regular Season ohne Julian Edelman auskommen: Der Wide Receiver wurde wegen der Einnahme verbotener Substanzen gesperrt , der Einspruch läuft noch. Die Suspendierung bringt auch positive Aspekte mit sich - doch wird sich New England wieder einmal vorübergehend umstellen müssen.

NFL: Patriots ohne Edelman: Und jetzt?

Die New England Patriots müssen aller Voraussicht nach die ersten vier Spiele der kommenden Regular Season ohne Julian Edelman auskommen: Der Wide Receiver wurde wegen der Einnahme verbotener Substanzen gesperrt , der Einspruch läuft noch. Die Suspendierung bringt auch positive Aspekte mit sich - doch wird sich New England wieder einmal vorübergehend umstellen müssen.

Die New England Patriots müssen aller Voraussicht nach die ersten vier Spiele der kommenden Regular Season ohne Julian Edelman auskommen: Der Wide Receiver wurde wegen der Einnahme verbotener Substanzen gesperrt, der Einspruch läuft noch. Die Suspendierung bringt auch positive Aspekte mit sich - doch wird sich New England wieder einmal vorübergehend umstellen müssen.

Julian Edelman ist - wenn fit - nicht nur einer der besten Slot-Receiver überhaupt in der NFL; es ist seine über die Jahre gewachsene Verbindung zu Tom Brady, die ihn erst so richtig wertvoll für die Patriots macht.

Kein Receiver erhielt in der 2016er Saison inklusive Playoffs mehr Targets als Edelman (181), kein Receiver sah in der Regular Season mehr Pässe in seine Richtung, ohne dass es dabei eine Interception gegeben hätte, als Edelman (146 - kein anderer über 110). Eine Statistik als Sinnbild für die Abstimmung und das Vertrauen zwischen einem Quarterback und einem Wide Receiver.

In New Englands Offense, die stark auf Option-Routes baut - also Laufwege, bei denen Receiver während eines Spielzugs verschiedene Möglichkeiten haben, je nachdem was die Defense macht - müssen die Passfänger und der Quarterback die Defense exakt gleich lesen. Bei Edelman und Brady war das gewissermaßen die Idealvorstellung dieser Offense.

Edelmans 2,42 Yards pro gelaufener Slot-Route waren 2016 der ligaweite Top-Wert, seine 724 Receiving-Yards aus dem Slot heraus waren ein persönlicher Karriere-Höchstwert. Über die vergangenen Jahre hatte Edelman zudem die Prozent-Zahl seiner Snaps im Slot kontinuierlich erhöht: 42 Prozent 2014, 51,2 Prozent 2015 und schließlich 53,3 Prozent 2016.

2017: Patriots stark ohne Edelman - warum?

Die erste Reaktion könnte jetzt sein: New England schaffte es in der vergangenen Saison auch ohne Edelman, der die komplette Saison aufgrund eines in der Preseason erlittenen Kreuzbandrisses verpasste, in den Super Bowl. Und das wieder einmal mit einem der gefährlichsten Passing Games der gesamten NFL, mit Top-3-Werten in puncto Yards pro Pass (7,9), Passing-Touchdowns (32), und prozentualen Pässen bei First Down (39,5 Prozent).

Die zweite Reaktion sollte dann aber sein, nach dem "Warum" zu fragen. Die Patriots sind Jahr für Jahr eines der spannendsten Teams, wenn es darum geht, Anpassungen aller Art vorzunehmen. Ob die 2-Tight-End-Offensive mit Gronkowski und Hernandez, die Downfield-Offense um Randy Moss, oder die Slot-Kurzpass-Attacke um Wes Welker und anschließend Julian Edelman - in den vergangenen Jahren haben wir zahlreiche verschiedene und meist sehr erfolgreiche Ansätze in Foxboro gesehen.

Und in der vergangenen Saison? New England wandelte sich wieder einmal und orientierte sich in Richtung Downfield-Passing-Game. Die Verpflichtung von Brandin Cooks, einer der besten Deep-Receiver in der NFL, spielte hier eine zentrale Rolle: Von allen Quarterbacks mit mindestens 400 Passversuchen warfen im Schnitt nur Jameis Winston (10,7 intended Air Yards), Carson Wentz (10,2), Russell Wilson (10,1), DeShone Kizer (9,6) und Ben Roethlisberger (9,5) den Ball weiter als Brady (9,4).

Passend dazu spielte Cooks auch die meisten Snaps aller Skill-Position-Player in New England (92,7 Prozent), kein anderer Wide Receiver kam auf über 52 Prozent. Allerdings ist Cooks schon wieder weg, via Trade gaben die Patriots ihn an die Los Angeles Rams ab und auch Danny Amendola, der "natürliche" Ersatz für Edelman (in der Vorsaison 49,8 Prozent der Snaps gespielt), hat die Patriots in der Free Agency verlassen.

Wie also sieht die Patriots-Offense 2018 aus?

Patriots: Edelman gesperrt - welche Alternativen gibt es?

Der Cooks-Abgang in Kombination mit der Verpflichtung von Jordan Matthews und dem antizipierten Comeback von Julian Edelman legte bereits nahe, dass die Tendenz wieder in eine andere Richtung gehen soll: Zurück zum Kurzpassspiel, in dem Brady den Ball schneller los wird und so die Anzahl der Hits reduziert. Mit Bradys Alter und der umgebauten Offensive Line im Hinterkopf eine verständliche Entscheidung.

An diesem Ansatz wird sich grundlegend nichts ändern, auch wenn es ohne Edelman gegen Houston und Miami sowie in Jacksonville und Detroit zur Sache geht. Matthews wäre die erste logische Alternative, der einstige Outside-Receiver hat schon in Philadelphia den Wechsel in den Slot vollzogen. Sechstrunden-Pick Braxton Berrios ist dahinter ebenfalls eine Option, Berrios ist als Spielertyp Edelman durchaus ähnlich. Und auch Erstrunden-Pick Sony Michel wird eine flexible Rolle im Passspiel einnehmen, während Gronkowski die Nummer-1-Option ist und bleibt.

Dennoch wird es spannend sein zu sehen, wie Bill Belichick reagiert, denn keiner der verfügbaren Receiver hat schon eine ausgeprägte Abstimmung mit Brady und Wide Receiver brauchen meist Zeit, um sich an die komplexe Patriots-Offense zu gewöhnen. Durchaus möglich also, das etwa auch Rex Burkhead und James White zusätzlich zu Michel häufiger auf dem Platz stehen und so als Slot-Receiver zu fungieren. Gerade White hat diese Rolle in der Vergangenheit schon häufiger sehr gut ausgefüllt.

Für Edelman selbst könnte die Suspendierung, so sie denn bestehen bleibt, auch positive Nebeneffekte haben. Der inzwischen 32-Jährige lebt auch von seiner Agilität, eine zusätzliche (Zwangs-)pause, um nach dem Kreuzbandriss wirklich auf 100 Prozent zu kommen, wird ihm da nicht schaden. Für die wirklich wichtigen Patriots-Spiele, die - ohne respektlos gegenüber der AFC East zu sein - in aller Regel erst in der zweiten Saisonhälfte stattfinden, wird er dann ausgeruhter zur Verfügung stehen.

Das Wide Receiver Corps der Patriots:

Name

Stats 2017 (Team)

Julian Edelman

- (Patriots/verletzt)

Chris Hogan

9 Spiele, 34 REC, 439 YDS, 5 TD (Patriots)

Jordan Matthews

10 Spiele, 25 REC, 282 YDS, 1 TD (Bills)

Malcolm Mitchell

- (Patriots/verletzt)

Phillip Dorsett

15 Spiele, 12 REC, 194 YDS (Patriots)

Cordarrelle Patterson

16 Spiele, 31 REC, 309 YDS (Raiders)

Kenny Britt

3 Spiele, 2 REC, 23 YDS (Patriots) / 9 Spiele, 18 REC, 233 YDS, 2 TD (Browns)

Braxton Berrios

- (Rookie)

Matthew Slater

9 Spiele (Patriots/Special Team)

Riley McCarron

- (Patriots/Practice Squad)

Cody Hollister

- (Patriots/Practice Squad)

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